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Google bringt neues Shopping-Werbeformat für den AI Mode

Google bringt neues Shopping-Werbeformat für den AI Mode

Niklas Lewanczik | 12.02.26

Das neue Shopping-Ad-Format soll Brands im AI Mode in passenden Momenten hervorheben und zeigt dabei verschiedene Retailer-Optionen an. Google möchte zudem nicht weniger, als die Ads in der Suche neu erfinden.

Shopping wird künftig enger denn je mit AI Chats verknüpft sein. Darauf deuten nicht nur Optionen wie der Instant Checkout auf ChatGPT, der Instant Buy auf Perplexity und Googles eigene AI Mode-Checkout-Variante hin, sondern auch immer mehr Ads direkt in den KI-Konversationen. ChatGPT bringt jetzt Werbeanzeigen und Google rüstet parallel mit neuen Ad-Formaten im AI Mode auf. Ein brandneues Format soll als „natürliche“ Ergänzung im AI Chat Retailer-Angebote hervorheben und den Einkauf für User vereinfachen. Dabei wird Googles Ziel zur Neuausrichtung des E-Commerce unterstützt:

In 2026, we’re reimagining commercial experiences to be fluid, assistive and personal, so businesses can build confidence from the start.

Wie Ads agieren, möchte Google sogar ganz neu erfinden.


Direct Offers:

Google bringt personalisierte AI Mode Ads

Smartphone Mockup mit AI Shopping, violette Streifen im Hintergrund
© Google via Canva


Agentic Commerce verändert Einkaufsverhalten: Neue AI Mode Search Ads sollen helfen

2026 soll das Jahr werden, in dem Agentic Commerce zum Standard avanciert. Google möchte mithilfe des offenen Universal Commerce Protocols, entwickelt in Kooperation mit E-Eommerce-Größen wie Shopify, Etsy, Wayfair und Walmart, das Shopping über diverse AI Agents ermöglichen. Vidhya Srinivasan, Vice President und General Manager für Ads & Commerce bei Google, greift diese Entwicklung in ihrem jährlichen Brief auf dem Ads & Commerce Blog Googles auf und erklärt:

In 2026, agentic commerce is no longer just a concept, it’s reality. It will transform how we shop, from discovery to decision, while helping brands differentiate themselves.

Da immer mehr Menschen mit AI Chatbots interagieren und suchen, verschiebt sich auch das Nutzungsverhalten. Allein Googles Gemini App zählt schon über 750 Millionen monatlich aktive User. Dazu kommen die zahlreichen User, die über Google.com, die meistbesuchte Website der Welt, auf KI-Lösungen wie die AI Overviews und den AI Mode zugreifen – und von ersteren ermöglicht Google neuerdings den direkten Zugang zum KI-Modus. Viele User konversieren mit dem AI Mode, stellen nicht nur eine knappe, keyword-konzentrierte Frage in der Suche. Darauf möchte Google insofern reagieren, als neue Werbelösungen für den AI Mode die Ansprache der User in diesen engagierten Konversationskontexten erleichtern sollen. Deshalb plant das Unternehmen nicht weniger als die Neuerfindung von Werbung im KI-Zeitalter. In den Worten Srinivasans heißt es:

[…] In 2026, this shift is turning Search into a more powerful tool for discovery, where ads can inspire and answer all at once. We aren’t just bringing ads to AI experiences in Search; we are reinventing what an ad is.

So sehen die neuen AI Mode Ads aus

Deshalb gibt es jetzt neue Werbeformate für den KI-Modus, die zudem auf einen Bedarf der User eingehen sollen. Denn nach Google-eigenen Daten aus einer Erhebung mit 4.773 Usern in den USA halten diese den AI Mode für hilfreicher beim Shopping, wenn sie dort verschiedene Marken und Stores vergleichen können. Darum kommt nun ein Anzeigenformat, das direkt im AI Mode zur Konversation beziehungsweise Prompt-Anfrage der User passende Angebote von verschiedenen Retailern anzeigt.

Dabei schlägt Googles KI Gemini den Nutzer:innen zunächst ein passendes Produkt vor, im Beispiel bestimmte Kopfhörer, und liefert dann im mit dem Label Sponsored markierten Bereich vergleichbare Angebote von Retailern samt Preis- und Versandinformationen.

So sieht die neue AI Mode Ad im Shopping-Kontext aus, © Google

[…] This new format helps shoppers easily find convenient buying options, and offers retailers the opportunity to show up in these key moments of consideration […],

erklärt Vidhya Srinivasan. Auch für den Bereich Reisen soll dieses Werbeformat eingesetzt werden. Diese neue Werbeoption ergänzt die Ad-Möglichketen im AI Mode, zu denen ebenfalls das neue Angebot der Direct Offers gehört. Passend zu User Prompts werden dabei Produkte angezeigt, die im Merchant Center verknüpft sind und als Produkt-Listing in Erscheinung treten. Damit es aber zum Kauf kommt, können Brands bei diesen Produkten im Ad-Format konkrete Deals wie exklusive Rabatte vorschlagen. Dafür können Advertiser in den Kampagneneinstellungen relevante Angebote angeben. Google und die Gemini-KI ermitteln dann je nach Suchkontext, welche Angebote ausgespielt werden. Ginny Marvin von der GoogleAds Liaison erklärt auf X, Direct Offers würden keine Deals erfinden. Denn die Ads basieren auf den Feeds aus dem Merchant Center und den hochgeladenen Deal Codes der Advertiser. Die Ad wird mit dem Label „Sponsored deal“ und ist ebenso wie die neue Option zunächst in den USA verfügbar.

UCP Checkout kommt sofort: Google verändert Shopping-Zukunft

Künftig möchte Google das Shopping für User so einfach wie möglich gestalten, ohne aufwendige Recherchen und zahlreiche Klicks. Im Agentic Commerce kann das gelingen, wenn User beispielsweise im AI Mode nach Produkten fragen, diese durch organische Vergleichsvorschläge oder Ads finden und dann mit dem bereits vorgestellten unmittelbaren Checkout im KI-Modus kaufen. Dieser Checkout im Rahmen von Googles Universal Commerce Protocol wird ab sofort ausgerollt, zunächst aber nur in den USA. Dann können User zunächst Produkte von Etsy und Wayfair (später von Target, Shopify und Walmart) direkt aus der Suche oder der Gemini App kaufen, ohne auf Retailer-Seiten gehen zu müssen.

So kann eine Shopping Journey in Googles AI Mode aussehen, © Google, 4 Smartphone Mockups mit AI Mode und Shopping-Optionen
So kann eine Shopping Journey in Googles AI Mode aussehen, © Google

Srinivasan gibt an, dass das UCP aber nicht allein bei Retail-Interaktionen neue Chancen eröffnet:

UCP’s potential extends far beyond retail. It’s helping to lay the foundation for a future where all commercial experiences can be seamless and agentic.

Dass der Agentic Commerce das Online Shopping und damit verbunden auch die Werbemaßnahmen im KI-Kontext massiv verändert, liegt auf der Hand. Ebenso deutlich ist, dass Google als marktmächtiges Unternehmen diese Entwicklung selbst in großem Stil vorantreibt, um davon zu profitieren. Schließlich hat das Unternehmen sehr viel davon, wenn User seltener den Klick aus der Suche zu Retailern und anderen Websites machen und stattdessen in Google-eigenen Bereichen wie dem AI Mode verbleiben. Dort kann Google ihre Verweildauer und Interaktionen einerseits mit Werbung monetarisieren, andererseits durch Shopping-Funktionen wie den UCP Checkout für den Ausbau als eine Art AI-Marktplatz instrumentalisieren. Das dürfte den immensen Umsatz nur weiter steigern. Allein Jahr 2025 lag dieser schon bei über 400 Milliarden US-Dollar. Für 2026 sind Investitionsausgaben in Höhe von 175 bis 185 Milliarden US-Dollar geplant, hauptsächlich für AI-Optimierungen, da diese den Umsatz besonders stärken.


AI Shopping wird Standard:

Universal Commerce Protocol von Google verändert alles

Google-Logos gespiegelt auf Glaswänden, rund
© FLY:D – Unsplash

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