Social Media Marketing

YouTube zeigt jetzt verkürzte Followerzahlen bei großen Accounts

Ab September rollt YouTube ein Update aus, nach dem die Followerzahlen von Accounts mit über 1.000 Abonnenten nur noch verknappt dargestellt werden.

© Kon Karampelas - Unsplash

Die Zahlen sollen weniger im Mittelpunkt stehen, die Stories und Inhalte der Videos dafür umso mehr. Ab diesem Monat soll die schon länger angekündigte Verkürzung der Angabe der Followerzahlen bei YouTube für alle sichtbar werden. Creators können den genauen Follower Count im YouTube Studio im Auge behalten, doch User werden keine langen Zahlenreihen mehr sehen. Nimmt das den Druck im Kampf um die Follower?

Änderung mit einem Monat Verspätung

YouTube hatte die Änderung bereits für August 2019 angekündigt, nun soll sie einen Monat später inkrafttreten. Dabei wird die Angabe der Followerzahlen künftig bei Accounts, die mehr als 1.000 Subscriber haben, verknappt. Das geschehe auch, um mehr Konstanz in die Angaben zu bringen. Bei anderen Social Media wie Instagram wird etwa ab den höheren Tausenderzahlen verknappt, z.B. wird 1,8 M(illionen) Follower angezeigt. Bei YouTube wurden bislang auch bei extrem vielen Followern die exakten Zahlen angegeben – wodurch die Follower-Generierung in Echtzeit für viele zur Mission geworden sein könnte; die jedoch psychisch belastend sein kann.

Bei eSports Superstar Ninja wird die genaue Followerzahl angegeben: 22.415.039, Screenshot YouTube

Auch deshalb möchte Google beziehungsweise YouTube die Zahlen in den hohen Bereichen nur noch grob angeben. Künftig würde die Angabe bei Ninja also 22,4M zeigen. YouTube zeigt auf, wie die Angaben verkürzt werden.

Die Verkürzung der Followerzahlen bei YouTube, © YouTube

Third Parties, die auf YouTubes API Services zugreifen, werden die gleichen Angaben zu sehen bekommen wie die Öffentlichkeit im Netz. Die Creators können aber natürlich weiterhin die genauen Abonnentenzahlen tracken und müssen dazu lediglich im YouTube Studio oder bei YouTube Analytics nachsehen.

Warum YouTube den Schritt geht

Zum einen möchte YouTube mehr Konstanz in der Darstellung von Followerzahlen und Zahlen überhaupt, wie Viewzahlen, etablieren. Wichtiger ist nach Angaben der Plattform jedoch, dass der Fokus von der ständigen Jagd nach immer mehr Followern auf die Content-Qualität verlagert wird. Stimmt diese, so werden die Abonnenten ohnehin kommen.

Beyond creating more consistency, ​this addresses creator concerns about ​stress and ​wellbeing, specifically around tracking public subscriber counts in real time.​ ​We hope this helps all creators focus on telling their story, and​ experience less pressure​ about the numbers.

Doch wird diese per se nur kleine kosmetische Veränderung wirklich dazu beitragen, dass der Generierung von neuen Followern kein so immenses Gewicht beigemessen wird? Gerade wenn die Creators von den Followerzahlen leben, weil ihre Monetarisierungsstrategien daran hängen? Die Abstufungen bei YouTube sorgen jedenfalls dafür, dass über die ungefähre Followerzahl keine große Unklarheit besteht. Trotzdem sind viele Nutzer unzufrieden. In einigen Kommentaren zeigt sich Unmut, so auch in diesem:

‘We know subscriber counts are extremely important for creators and fans alike,’ Then why are you changing it?

Manche würden sogar lieber einen Live Subscriber Count bei YouTube haben als dieses Update. Man kann argumentieren, dass eine verknappte Anzeige der Follower keine großen Änderungen mit sich bringt, für manche YouTuber zählt aber jeder einzelne Abonnent; auch wenn es schon tausende oder zehntausende gibt. Letztendlich wird das Update aber ausgerollt und die Creators werden sich daran gewöhnen müssen. Vielleicht mit einigem Unmut. Vielleicht bewirkt es langfristig aber doch, dass die Jagd nach den Followern etwas an Brisanz verliert. Die Follower bleiben die Währung der YouTuber. Aber was sagt der Unterschied von 123.400 zu 123.700 Abonnenten letztlich mehr aus als die Angabe 123K?

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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