Video Marketing

YouTube-Algorithmus: 7 interessante Fakten, die du kennen solltest

Du willst deinen YouTube Channel bzw. deine YouTube Videos pushen? Diese diversen Fakten und Insights helfen dir, den YouTube-Algorithmus besser zu verstehen.

© OMSAG

YouTube ist nach Google die größte Suchmaschine der Welt. Über 1,9 Milliarden aktive User verzeichnet die Videoplattform täglich. In Anbetracht dieser enormen Reichweite wird schnell klar: YouTube Videos sind ein absolutes Must-have in jedem erfolgreichen Marketing-Mix. Wie gut deine Video-Inhalte von potenziellen Zuschauern gefunden werden, unterliegt jedoch dem YouTube-Algorithmus. Willst du den bestmöglichen Nutzen aus deinen Videokampagnen ziehen, solltest du nach den Regeln des Algorithmus spielen.

Was verbirgt sich hinter dem YouTube-Algorithmus?

Gehen wir noch einen Schritt zurück, damit du nachvollziehen kannst, was den YouTube-Algorithmus eigentlich ausmacht. Hinter dem Algorithmus steckt ein mathematisches Verfahren, dessen Funktion darin besteht, sicherzustellen, dass Usern nur Videovorschläge angezeigt werden, die genau zu ihrer Suchanfrage passen. Dies gelingt mit Hilfe mehrerer unterschiedlicher Indikatoren. Der wichtigste Faktor hierbei ist die sogenannte „Watch Time“, welche wiederum mehrere Metriken umfasst. Mit diesen bewertet der Algorithmus, wie gut deine Inhalte den Suchanfragen der User entsprechen.

Die Watch Time, der Multi-Index des YouTube-Algorithmus, setzt sich zusammen aus:

  • Videolänge,

  • Wiedergabezeit eines Kanals,

  • View Duration,

  • YouTube-Session-Start,

  • YouTube-Session-Dauer,

  • YouTube-Session-Ende und

  • Upload-Frequenz.

Fälschlicherweise wird oft angenommen, der Algorithmus bewertet Videos an sich. Mit Hilfe der gerade aufgezählten Watch Time-Kriterien kannst du allerdings auf den ersten Blick erkennen, dass das Verhalten jener analysiert wird, die deine Videos konsumieren. Auf dieser Basis urteilt das mathematische Verfahren schließlich über die Wertigkeit deiner Inhalte. Entsprechen sie dem, was das Publikum sehen will und sorgen sie dafür, dass die Zuschauer lange auf der Plattform verweilen, steigen die Chancen, dass deine Videos bei bestimmten Suchanfrage ausgespielt werden bzw. in der Liste der „Suggested Videos“ erscheinen.

Die elementare Frage ist nun, wie genau du die Aufmerksamkeit gewinnst, das Interesse hältst und auch einmal gewonnene Zuschauer dazu bewegst, den Service von YouTube möglichst lange in Anspruch zu nehmen? Es gibt in der Tat sieben Kniffe, mit denen du dem Algorithmus entgegenkommen kannst, um deine Videos bzw. deinen YouTube-Kanal zu optimieren.

1. So wichtig ist die Verweildauer deiner Zuschauer auf YouTube

Während die Wiedergabezeit von einzelnen Videos und des gesamten Kanals sowie die Upload-Frequenz selbsterklärende Begriffe sind, bedarf es eventuell einer genaueren Ausführung bei den beiden Begriffen „View Duration“ und „YouTube Session“. Ersteres umfasst die Anzahl an Minuten, die deine Videos geschaut werden – und je mehr das sind, desto besser. „YouTube Session“ meint die Dauer, für die ein User YouTube Videos konsumiert. Wenn du es mit deinen Content schaffst, Zuschauer auf die Plattform zu locken und sie dazu motivierst, möglichst viel Zeit dort zu verbringen, wird der Algorithmus dies honorieren und deine Videos stärker ausspielen. Klar, denn je mehr YouTube geschaut wird, desto mehr verdient die Plattform daran.

Dabei ist es für dich am günstigsten, wenn deine Inhalte den Beginn einer Session bilden. Eher von Nachteil ist es, wenn ein Video von dir das Ende einer YouTube-Sitzung darstellt. Sorge also mit spannendem Content dafür, User zum Weiterschauen zu animieren. Hierfür kannst du auf Playlists oder Endcards zurückgreifen, die deinem Publikum weiterführende Informationen zum Thema liefern. Es müssen nicht zwingend deine eigenen Inhalte sein, auf die du weiterleitest. Hauptsache sie passen thematisch und halten die Zuschauer auf der Plattform.

2. Watch Data vs. Metadatenoptimierung

Um ein Video korrekt zu indexieren und zu bewerten, nutzt YouTube – wie auch Google – sogenannte Metadaten. Hierzu zählen Titel, Beschreibung und Tags (themenrelevante Schlagwörter) eines Videos. Um die Performance solcher Videos zu stärken, ist es üblich, diese Daten mit User-relevanten Keywords zu versehen. Wie oben beschrieben, gilt zwar mittlerweile die Watch Time als Multi-Index für die Bewertung von YouTube Videos und -Kanälen schlechthin. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Metadaten außer Acht gelassen werden dürfen. User-Relevanz ist und bleibt nämlich nach wie vor ein entscheidender Faktor. Erst wenn dein Video genügend View Time generieren konnte, werden diese On-Video-Texte nach und nach an Bedeutung verlieren. Dazu müssen potenzielle Zuschauer aber erstmal mittels optimierter Metadaten deine Videos finden.

Um die Präsenz deiner Inhalte in der YouTube-Suche zu erhöhen, stelle sicher, dass die Metadaten deiner Videos auch dem Suchverhalten deiner Zielgruppe entsprechen. Dazu zählt nicht nur ein catchy Titel und eine aussagekräftige Videobeschreibung. Die richtigen Keywords und die dazu passenden Tags sind genauso wichtig.

So optimierst du die Metadaten deiner Videos:

  • Videotitel – Wenn du den Titel optimierst, fügst du die Keywords am Anfang ein, hältst den Titel weniger als 50 Zeichen lang und versuchst, so eine möglichst hohe Klickrate (CTR) zu generieren.

  • Video-Beschreibung – Der Algorithmus präferiert hier eine Textlänge von 50 bis 150 Wörtern. Für bestmögliche Themenrelevanz sollte das Schlüsselwort ein- bis zweimal im Fließtext vorkommen. Bitte keine 0815-Beschreibungen (Boilerplates)! Gib den Inhalt deines Videos möglichst spannend und exakt wieder.

  • Tags – Willst du die Tags deiner Videos optimieren, verwende zuerst das Ziel-Keyword, dann andere in der Reihenfolge der Wichtigkeit. Konzentriere dich dabei auf einen Themenbereich und verwende 1- bis 5-Wort-Sätze mit einer Länge von 100 bis 300 Zeichen.

3. Unterschätze niemals Titel und Thumbnail

Ca. 90 Prozent der hoch rankenden Videos haben eine Variante des Keywords im Titel. Was sagt uns das? Richtig, Title Tags sind unerlässlich, wenn es darum geht, die eigenen Videos zu pushen. Die folgende Grafik veranschaulicht diese Tatsache eindrucksvoll:

Title Tags sind extrem relevant, © OMSAG

Mach jetzt aber nicht den Fehler, die Titel deiner Videos mit Schlagwörtern zu überladen. Die Keywords und Tags, die du verwendest, sollten sinnvoll in einem interessanten Titel eingebaut werden, der Lust auf mehr macht – der geradezu clickworthy ist. Aber nicht nur das. Die Videoüberschrift sollte auch den Inhalt möglichst genau widerspiegeln. Absolutes No-Go und weltweit bei YouTube-Zuschauern verpönt sind falsche Titel, die nur zum Klicken animieren sollen (auch „Clickbait“ genannt), jedoch rein gar nichts mit dem Inhalt des Videos zu tun haben.

Selbes gilt auch für das Thumbnail (Miniatur-Vorschaubild eines Videos). Warum? Weil das Thumbnail und der Titel das Erste sind, was die Betrachter sehen, wenn ihnen ein Video vorgeschlagen wird. Beides zusammen sind quasi deine YouTube-Visitenkarte. Gib den Usern also genau das, was sie suchen, wenn du sie für dich gewinnen willst. Und hier kommt wieder die User-Relevanz zum Tragen. Du merkst vielleicht, dass nicht nur im Bereich SEO, sondern auch im YouTube-Algorithmus die Relevanz ein unverzichtbares Tool für deinen Erfolg ist! Mit falschen Versprechungen, sprich Clickbait, oder irreführenden Beschreibungen verspielst du nicht nur das Vertrauen deines Publikums. Auch der YouTube-Algorithmus wird die hohe Absprungrate wahrnehmen und dein Video dementsprechend negativ einstufen. In diesem Kontext spricht man auch von sogenannten „kurzen Klicks“ und „langen Klicks“. Was dass im Detail ist, erfährst du im nächsten Abschnitt.

4. Klicks sind nicht gleich Klicks

Klickt ein Nutzer auf dein Video, hast du ganze acht Sekunden Zeit, ihn von deinen Inhalten zu überzeugen. Switched der Zuschauer vor dieser Zeitspanne um, bedeutet das für YouTube, dass dein Content für den User nicht zufriedenstellend war. Diesen „kurzen Klick“ gilt es unbedingt zu vermeiden. Was du anstrebst, sind „lange Klicks“. Aber was genau ist nun ein „langer Klick“? Ganz einfach: Wenn ein Betrachter ein Video für mindestens acht Minuten oder länger konsumiert und/ oder während dieser Sitzung weiterhin mehr Videos anschaut, wird von einem „langen Klick“ gesprochen. Diesen wertet der Algorithmus von YouTube äußerst positiv.

Studien zeigen, dass an dieser Hürde eine Vielzahl von Videos scheitern und bereits in den ersten 20 Sekunden 50 Prozent ihrer Zuschauer verlieren (siehe Grafik unten):

Die ersten Sekunden sind entscheidend, © OMSAG

Willst du ebenfalls solches Potenzial verschenken? Sicher nicht! Also, wie verbesserst du die Publikumsbindung? Oder mit anderen Worten, wie verwandelst du „kurze Klicks“ in „lange Klicks“? Du brauchst eine überzeugende Videoeinleitung und ein gutes Storytelling, um das Interesse der Zuschauer zu wecken und über das gesamte Video aufrechtzuerhalten. Hier sind Kreativität und Authentizität sowie der Mehrwert gefragt! Des Weiteren solltest du die Nutzerbindung mit dem eigenen Kanal festigen. Denn deine Abonnenten bzw. deine Community sind deine treuesten Fans, die leicht über neue Videos und Wiedergabelisten informiert werden können, um mehr „lange Klicks“ zu generieren.

Kurzum: Begeistere das Publikum und motiviere die Community dazu, sich aktiv am Channel zu beteiligen. Interagiere mit deinen Zuschauern und aktiviere sie, deine Inhalte zu kommentieren, zu liken und zu teilen.

5. Die Videolänge beeinflusst das Ranking

Du weißt nun, wie lange User mindestens deine Videos betrachten sollten, damit dein Content vom YouTube-Algorithmus positiv gewertet wird. Geht das aber noch besser? Ja! Denn im Durchschnitt erzielen Videos, die zwischen zwei und 20 Minuten lang sind, die besten Ranking-Ergebnisse. Für kürzere gilt wiederum das Gegenteil, wie die nachfolgende Grafik zeigt:

Kurze Videos ranken meist schlechter, © OMSAG

Die View Time ist also einer der wichtigsten Rankingfaktoren für den YouTube-Algorithmus. Daher nicht wundern, dass längere Videos – wenn die richtigen Storytelling-Techniken zum Einsatz kommen, um das Interesse im gesamten Video aufzubauen und aufrechtzuerhalten – im Allgemeinen einen höheren Rang haben als sehr kurze.

6. Freshness Boost für neue Videos

Untersuchungen ergaben, dass brandneue Videos aufgrund ihrer Aktualität die ersten drei Wochen nach Veröffentlichung einen signifikanten Ranking-Schub erfahren. Um regelmäßig mit seinem Kanal im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, empfehle ich dir, deine Upload-Frequenz zu erhöhen und die Vorteile dieses „Freshness Boost“ auszunutzen. Wenn du bislang alle drei Wochen ein Video hochgeladen hast, stelle besser jede Woche ein brandneues Video ein. Und wer bereits jede Woche ein Video hochlädt, sollte das dann jeden zweiten Tag tun.

Ich zeige das noch einmal an einem konkreten Beispiel auf:

Mit 5,0 Milliarden Aufrufen auf YouTube im Jahr 2018 wurde Samsung bei den VideoAces Awards von Tubular Labs zur weltweit führenden Marke gewählt. Wie haben sie das erreicht? Nun, sie haben im Jahr 2018 ganze 5.318 Videos hochgeladen – das sind durchschnittlich 102 Stück pro Woche! Ja, Samsung hat lokalisierte Videos in 50 verschiedenen Ländern hochgeladen. Schauen wir uns aber nur die 204 Videos an, die die Marke 2018 in den USA hochgeladen hat, dann hat Samsung immer noch durchschnittlich vier neue Videos pro Woche auf YouTube hochgeladen.

Besseres Ranking durch stets aktuelle Uploads, © OMSAG

7. Embeds Views werden ebenfalls vom Algorithmus belohnt

Die Views von auf externen Websites eingebetteten Videos entsprechen dem gleichen Wert wie Views auf YouTube direkt. Hättest du das gedacht? Einziger Haken ist, durch externe Websites begonnene YouTube Sessions sind meistens nicht von langer Dauer. Um dem Algorithmus jedoch entgegenzukommen und deine eigene Performance auf der Plattform zu stärken, solltest du wieder dafür sorgen, dass dein Video zwar das Erste, jedoch nicht das Letzte ist, was ein Zuschauer in seiner momentanen YouTube Session konsumiert. Abhilfe schaffen hier Wiedergabelisten oder Infokarten, die dem Betrachter weiterführende Informationen zum Thema deines Videos liefern. Alles, was du zur Videoeinbindung auf deiner Website benötigst, stellt dir YouTube im Form eines Embed Codes zur Verfügung. Diesen findest du unterhalb deiner YouTube Videos unter dem Reiter „Teilen“ und dann „Einbetten“.

Die wichtigsten Aspekte zum YouTube-Algorithmus für dich auf einen Blick

Kurz und knackig für Eilige:

  • Beschreibungen, Title und Thumbnail sollten nicht nur den Inhalt des Videos wiedergeben, sondern auch interessant sein. Mache dabei keine falschen Versprechen (Stichwort: Clickbait).

  • Optimale Upload-Frequenz von Videos beträgt zwei bis drei Stück pro Woche.

  • Idealerweise sollten deine Videos fünf bis acht Minuten lang sein.

  • Strukturiere deinen YouTube Channel regelmäßig sinnvoll, indem du Playlists erstellst.

  • Nutze die neuesten Features von YouTube und wende diese sinnvoll auf deinen Channel an.

  • Verweise mit Infokarten auf weitere Videos zum Thema, um die YouTube Sessions deines Publikums zu verlängern.

Über Ulv Michel

https://www.omsag.de/

Ulv Michel ist seit 2012 CEO der Online Marketing Solutions AG. Zuvor leitete er den Bereich Großkunden. Mit seinem Know-how und seinen Erfahrungen aus verschiedensten führenden Positionen im Technologie-Segment stärkt er die OMSAG und ist Wegbereiter für die Zukunft.

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