Interviews

“Wir werden komplett neue digitale Werbesegmente im neuen Ökosystem finden.” – Nils Röhrig, Geschäftsführer bei GroupM Interaction Germany

Im Vorfeld der d3con sprachen wir mit Nils Röhrig, Geschäftsführer bei GroupM Interaction Germany, über die Auswirkungen von RTA auf das Geschäft.

Nils Röhrig, Geschäftsführer
bei GroupM Interaction Germany

Nils Röhrig ist seit 2006 Geschäftsführer bei GroupM Interaction Germany. GroupM, Tochterfirma der WPP Group, ist eine der größten Medienagenturen der Welt und agiert weltweit im Medien-, Marketing- und Digitalbereich. Röhrig kann auf jahrelange Erfahrung als Unternehmer zurückblicken. Er war zuvor schon Geschäftsführer bei beyond interactive, einer Tochterfirma der MediaCom company. Auf der d3con am 11. Februar ist er als Speaker vertreten.

OnlineMarketing.de: Ein kurzer Rückblick: Wie verlief Ihrer Meinung in Bezug auf die Entwicklung der RTA-Branche nach das Jahr 2013?

Nils Röhrig: Ich würde 2013 in Deutschland als ein Jahr beschreiben, in dem sich alle Marktteilnehmer in typisch deutscher Manier vorsichtig an die Materie herantasten. Nachfrageseitig haben – wie immer – die Performance-lastigen Kunden bzw. Agenturen die höchste Adaptionsgeschwindigkeit. Aber auch hier ist der RTA Bereich nur einer von vielen Kanälen Inventar zu beziehen. Angebotsseitige Limitationen auf Transparenz-, Formats- und Inventarebene blockieren derzeit noch eine stärkere Relevanz für brandinglastige Kunden – aber das wird sich ändern.

Aus der Perspektive einer der größten Mediaagenturgruppen ist Real-Time-Advertising vermutlich nicht ausschließlich ein beliebtes Thema. In der Welt des klassischen Einkaufs hatten Sie ein entspannteres Leben und viel mehr Vorteile durch die gebündelte Nachfrage. Macht RTA das Geschäft dauerhaft kleinteiliger?

Es ist in der Tat nicht ausschließlich ein beliebtes Thema, aber eher aus der Sicht der Einkaufskostenstruktur heraus. Es scheint aktuell eine weitverbreitete Meinung zu sein, im RTA Umfeld den Zusammenhang zwischen Inventarqualität und Preis aufheben – sprich sehr günstig einkaufen zu können. Das ist leider nur in Ausnahmefällen die Realität. Die von Ihnen angesproche Kleinteiligkeit hingegen ist keine neue Herausforderung im digitalen Bereich. Hier versprechen wir uns im Gegenteil mittelfristig Effizienzgewinne auf operativer Ebene, schlicht durch einen wachsenden Anteil automatisierter bzw. plattformgestützter Planungs- und Einkaufsprozesse. Abgesehen davon werden Trading Desks durch ihre Aggregationsfunktion über alle Exchanges und SSPs hinweg speziell in neuen und anfangs kleinteiligen digitalen Segmenten (digital OOH, Digital TV in all seinen Facetten etc.) überhaupt erst eine Plan- und Buchbarkeit schaffen.

Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft der RTA-Branche aus? Wird die Nutzung von Real Time Advertising weiterhin steigen, oder werden andere Werbemittel in kommender Zeit relevanter sein?

Das Angebot wird auf Formats- und Inventarebene wachsen. Die Nachfrage wird über den Performance- in den Brandingbereich hinein wachsen. Wir werden komplett neue digitale Werbesegmente im neuen Ökosystem finden. Aber wir werden vermutlich nie mehr als 30 bis 40 Prozent der Spendings über diese Infrastruktur bewegen.

Vielen Dank für das Interview. Wir freuen uns darauf, Sie bei der d3con im Februar auf der Bühne zu sehen.

Die d3con hat sich zur größten und relevantesten Konferenz zum Thema Data Driven Display Advertising entwickelt. Seit 2011 ist die d3con der größte Event der deutschen Real-Time Advertising/Targeting Branche mit bis zu 1.000 Besuchern aus Deutschland, Europa und dem Rest der Welt. Führende nationale und internationale Köpfe des Online-Advertising tragen vor, diskutieren und erklären alles rund um die neuesten Entwicklungen im Real Time Advertising, des Targeting und in der Yield Optimization. Am 11. Februar 2014 in der Handelskammer in Hamburg ist es soweit. Seien auch Sie dabei: Zur Anmeldung

d3con

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.