Video Marketing

Die willkürliche Metrik: Video Views je nach Plattform unterschiedlich gewertet

Ein Video View auf YouTube beinhaltet 30 Sekunden, auf Facebook gerade einmal 3. Wird es Zeit für eine einheitliche Metrik?

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Views gelten oftmals als Maßstab für den Erfolg eines einzelnen Videos und als Indikator für das Wachstum einer Plattform. Doch die unterschiedliche Zähltechnik der sozialen Netzwerke macht es nahezu unmöglich, einen treffenden Vergleich anzustellen.

Video Views auf verschiedenen Plattformen

Martin Beck, Social Media Reporter für Marketing Land, machte jüngst auf eine interessante Problematik im Bereich Video Advertising aufmerksam. So stellte er in einer Übersicht zusammen, auf welcher Basis die Viewcounter der Social Networks arbeiten. Dies betrifft nicht nur die Advertiser, sondern im Prinzip alle, die ihren Content in den Netzwerken bereitstellen.

YouTube

Googles Videogigant YouTube berechnet nach eigenen Angaben einen View, nachdem „ungefähr“ 30 Sekunden des Clips abgespielt wurden. Vor einem halben Jahr begann YouTube mit der Autoplay-Funktion am Ende eines Videos zu experimentieren.

Facebook

Das Zuckerberg-Netzwerk spielt Videos im Newsfeed standardmäßig ohne Sound per Autoplay ab. Ab drei Sekunden gilt ein Clip bereits als gesehen.

Instagram

Der Counter auf Instagram ist nicht öffentlich einsehbar. Bei der Facebooktochter herrscht ebenfalls die drei Sekunden Regel. Wiederholungen in der Endlosschleife werden jedoch nicht jedes Mal erneut gezählt.

Twitter

Ein Klick auf das Video im Newsfeed lässt den View Counter ansteigen – der User muss also erst selbst aktiv werden. Auch hier wird die Zahl nicht öffentlich angezeigt und ist nur mittels der unternehmenseigenen Analytics nachvollziehbar.

Vine

Die sechs Sekunden langen Clips werden in der Einheit „Loops“ gerechnet, die anwachsen, sobald ein volles Video durchlaufen wurde. Die Plattform bietet (noch) keine Optionen für Video Advertising an.

Ist eine einheitliche Metrik gefordert?

Vor allem Facebook fällt hier mit seiner sehr zweifelhaften Zählmethode aus der Reihe. Gleichzeitig setzt das größte soziale Netzwerk alles daran, den Sektor Bewegtbild(-werbung) voranzutreiben (Reichweite für Content auf Facebook: Fotos floppen – Video gewinnt). Vor einem halben Jahr verkündete Facebook, monatlich eine Milliarde mehr Video Views als YouTube zu verzeichnen.

Dabei wurde bereits Kritik an der Engagement Rate laut, die unter der stummen Autoplay-Praxis leidet, da viele Nutzer die „Views“ gar nicht wahrnehmen. Betrachtet man nun zusätzlich die Zählweise der Unternehmen, nimmt die Nachricht eine andere Gestalt an. Ein gültiger Vergleich der Plattformen kann erst stattfinden, wenn sich die Branche auf eine einheitliche Zähltechnik geeinigt hat.

Quelle: Marketing Land

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien, Conversion Optimierung und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

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