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„Will it Blend?“ – Content Marketing auf Basis von sinnloser Zerstörung

Mit den viralen „Will it Blend?“-Videos hat Blendtec es geschafft, seinen Nischenprodukten eine beispielhafte Popularität zu verschaffen.

© Blendtec / Youtube

Nachdem wir vor kurzem die umfassenden Social Media-Aktivitäten HBOs für die Erfolgsserie Game of Thrones unter die Lupe genommen haben, haben wir nun einen weiteren Leckerbissen in Sachen Content Marketing. Blendtec sorgt seit Jahren mit zerstörerischen Videos für Aufsehen. Das Unternehmen gibt vor, die stärksten Mixer zu vertreiben – „und den letzten, den du im Leben brauchen wirst“. Bei Verkaufspreisen ab etwa 400 Euro sollte der hochgelobte Mixer tunlichst auch halten, was er verspricht. Um die Leistungsfähigkeit seiner Blender zu demonstrieren, folgt der Hersteller seit einigen Jahren einer etwas anderen, durchaus lustigen Content Marketing-Strategie, die zwar nicht ganz ernst zu nehmen ist, dem Unternehmen aber mit seinen „Will it blend?“-Videos jede Menge Viralität und Fans eingebracht hat. Regelmäßig kann man sich mit Ankündigung der Markteinführung eines neuen Apple-Gerätes schon auf ein anstehendes Video einstellen. Erst jüngst nutzte Blendtec den Hype um die iWatch für seine eigenen Zwecke. Schlau gemacht!

Vor „Will it Blend?“ war Blendtec nur ein unscheinbares Unternehmen

Mit einer Abonenntenschaft von derzeit fast 790.000 Youtube-Mitgliedern kann Blendtec auf seinem Kanal schon eine recht ordentliche Fananzahl für einen Mixerproduzenten vorweisen. Das neueste „Will it Blend?“-Video zeigt, wie Gesicht der Marke und Unternehmensgründer Tom Dickson, die neue iWatch direkt nach der Markteinführung im Mixer püriert.

Dieser Strategie folgt das Unternehmen seit Jahren mit Erfolg. Die viralen Videos verfolgen dabei nur ein Ziel: Sinnlose Zerstörung. Begonnen hat die Erfolgswelle mit der Einstellung des Marketingleiters George Wright, der an einem Tag Unternehmensgründer Tom Dickson dabei beobachtete, wie dieser ein dickes Stück Bauholz zu schreddern versuchte, um die Leistungsfähigkeit eines neuen Mixermodells zu testen. Damit war die „Will it Blend?“-Reihe geboren und seither stellt sich Dickson regelmäßig zum Zerstören ungewöhnlicher Gegenstände vor die Kamera. Vor der erfolgreichen Videoreihe war Blendtec ein Unternehmen wie jedes andere – gesichtslos, umsatzschwach und nur auf eines spezialisiert: Den Verkauf von Mixern, einem mittelmäßig gut laufenden Nischenprodukt.

Vollumfängliche Nutzung von Social Media – Viralität garantiert

Die Content Marketing-Strategie wurde seither umfassend ausgebaut, so dass das Unternehmen auf sämtlichen populären Social Media-Kanälen vertreten ist. Und nicht nur das: Es nutzt jeden Kanal auf andere Weise und stellt, je nach Verwendungszweck des Netzwerkes, verschiedene Inhalte zur Verfügung.

Youtube

Der wohl bekannteste, ist der sehr gut gepflegte Youtube-Channel des Unternehmens. Youtube ist Dreh- und Angelpunkt aller Viral Marketing Bestrebungen von Blendtec.

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Youtube ist der Aggegator für die meisten anderen digitalen Marketing-Aktivitäten des Mixerherstellers. Alle „Will it Blend?“-Videos, die das Unternehmen jemals gedreht hat, werden auf dem Kanal bereitgestellt. Auch die Unternehmensgeschichte und die Story hinter „Will it Blend?“ werden auf Youtube erzählt.

Facebook

Der Facebook-Kanal des Unternehmens ist eine Content-Perle. Nicht nur, dass Blendtec seine Videos darüber promotet, einen Link direkt zum Shop integriert hat und Rezepte für den Mixer postet. Auch werden Fremdlinks mit Anleitungen gepostet, die mit dem Unternehmen in keiner Verbindung stehen, wohl aber den Usern einen Mehrwert liefern.

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Instagram 

Auch die Unternehmenspräsenz auf Instagram verfügt vor dem Hintergrund, dass es sich immer noch um Mixer handelt, über anschauliche 27.400 Follower. Der Channel wird regelmäßig gepflegt und anstehende Tests ausreichend frühzeitig und häufig gepostet, um die Erwartungshaltungen bei Usern zu erhöhen. Natürlich gibt es einen Link, der auf den „Heimkanal“ Youtube führt.

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Vine

Auch den Spezialisten der 6 Sekunden-Videos hat Blendtec bereits in Beschlag genommen. Auf dem Channel werden kurze Videos in Loops gezeigt, sie wiederholen sich also immer und immer wieder. Es handelt sich bei den Vines um Ausschnitte, also eine Art Teaser, aus den vollständigen Videos. Der Sinn einer Nutzung des noch relativ neuen Netzwerkes erschließt sich nicht ganz, deutet aber auf eine frühe Adaption neuer Marketing-Kanäle des Unternehmens hin. Die Loops und Kürze der Videos lehnt sich allerdings etwas an GIFs, die derzeit eine Art Revival feiern.

Twitter 

Der Twitter-Account kann ebenfalls eine beträchtliche Anzahl an Followern aufweisen. Wie die bislang genannten Channels auch, nutzt Blendtec Twitter zur Promotion seiner Videos. Aber auch Rezepte und Anleitungen werden in aller Regelmäßigkeit getwittert. Der Gebrauch von Hashtags und die Interaktion mit Twitter-Usern sind ebenfalls Disziplinen, die Blendtec hervorragend beherrscht.

twitter

Pinterest

So ganz anders als die bisherigen Social Media Channels von Blendtec kommt Pinterest daher und nutzt das Netzwerk genauso, wie es vorgesehen ist. Es werden keine Ressourcen in sinnlose Pinboards verschwendet und der Hauptfokus wird, anders als bei den anderen Netzwerken, nicht auf die „Will it Blend?“-Reihe gelegt. Zwar gibt es ein Pinboard, in dem die Videos zu finden sind. Die überwiegende Anzahl der Boards aber – 35 an der Zahl – hält Rezepte verschiedenster Blogs, des Unternehmens selbst oder Wissenswertes bereit.

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Sollte es Nachholbedarf in Unternehmen geben, was die Social Media Aktivitäten und die Präsenzen auf den Netzwerken betrifft, kann man sich bei Blendtec eine außerordentlich dicke Scheibe abschneiden. Es gibt nur sehr wenige Unternehmen, die den Sinn und Zweck von Social Media von Grund auf verstanden und so perfekt adaptiert haben. Für den Hersteller eines Nischenproduktes, der vor dem Beginn seines viralen Marketings über seinen Fortbestand nachzudenken hatte und dessen Ideen sich infolgedessen aus der Not heraus gründeten, eine wahre Leistung. So, wer hat jetzt auch Lust auf einen Mixer von Blendtec?

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

Ein Gedanke zu „„Will it Blend?“ – Content Marketing auf Basis von sinnloser Zerstörung

  1. Rico Patzer

    Unkonventionell und kreativ – so geht erfolgreiches Marketing auch für Mixerhersteller!
    Ich frage mich allerdings wofür deren Kunden wohl die Mixer verwenden?

    Antworten

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