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W-Fragen-Tools im Content Marketing: Was taugen sie? Wer kann sie gebrauchen?

W-Fragen-Tools werden immer beliebter und sollen bei der Erstellung guter Inhalte helfen. Wir zeigen euch, was sie können und was nicht.

© Flickr / Victoria Lea Clarkson, CC BY 2.0

Content Marketing und die steigende Relevanz von qualitativ hochwertigen Inhalten haben großen Einfluss auf die Texte von Internetseiten. Immer häufiger kommen hierbei die sogenannten W-Fragen-Tools ins Gespräch. Was diese genau können und wie man sie bedient, wollen wir euch in diesem Artikel mal etwas näher bringen. Es gibt mehrere Anbieter, in unserem Beispiel nutzen wir das W-Fragen-Tool der SEARCH ONE Agentur von Kai Spriestersbach.

Ziele des Tools

Mit einem W-Fragen-Tool sollen Webseitenbetreiber bei der Recherche von Content unterstützt werden. Durch die Eingabe von Keywords erhält der Nutzer eine Liste mit verwandten Suchanfragen. Soweit nichts Neues. Allerdings stehen bei diesen Tools die Formulierungen von Fragen im Vordergrund – die W-Fragen. Die Seitenbetreiber bekommen auf diese Weise Fragestellungen präsentiert, die den Nutzern unter den Nägeln brennen. Auf der anderen Seite soll es Autoren Ideen für die Erstellung ihres Contents liefern.

Das Interface - einfacher geht es nicht

Das Interface – einfacher geht es nicht

Kinderleichte Bedienung

Die Benutzung des W-Fragen-Tools könnte leichter gar nicht sein. Man kann gar nichts falsch machen, denn man hat nur einen Suchschlitz und einen Los!-Button zur Verfügung.

Im nächsten Schritt tippen wir ein Keyword in das Suchfeld ein. Für dieses Beispiel wird uns die “Zündkerze” begleiten, die wir auch gleich eintippen und dann auf “Los!” klicken. Nach einer kurzen Ladezeit präsentiert das Tool die Ergebnisse. Uns werden zudem Buttons angeboten, um eine Excel Datei zu exportieren oder die Ergebnisse in die Zwischenablage zu kopieren. Das ist ganz nett.

W-Fragen-Tool-ergebnisse

Export- und Kopierfunktion

Aber viel interessanter ist natürlich, was uns da ausgeworfen wurde. Wenn du zu den Ergebnissen runterscrollst, findest du ganze 275 Fragen zu Zündkerzen. Das ist eine ganze Menge! Bei genauerer Betrachtung wird allerdings klar, dass es sich nicht ausschließlich um Fragestellungen handelt. Es mischen sich auch Klassiker wie zum Beispiel “Zündkerzen Test” in die Liste. Aber das ist nicht weiter dramatisch, es bleiben insgesamt genügend Fragen übrig, mit denen man sich auseinandersetzen kann.

W-Fragen-Tool-Fragen

Auszug aus der Ergebnisliste

Suchvolumen über Umwege

Diese ganzen Ergebnisse sollen also die am meisten gestellten Fragen zum Thema Zündkerzen sein. Leider stehen die Suchvolumina nicht hinter den entsprechenden Fragestellungen. Das scheint technisch noch nicht umsetzbar zu sein. Auch das Kopieren der Liste in den Google Keyword-Planer hilft nicht wirklich. Hier können maximal 200 Keywords eingegeben werden. Ich finde es sinnvoller, einzelne Fragen zu kopieren und diese konkret auf Suchvolumina zu überprüfen. Aber letztendlich dürfte jedem klar sein, dass Longtail-Fragen aus fünf Wörtern nicht 1.300 Suchanfragen im Monat auslösen. Für mich ist das auch der falsche Ansatz, wie der folgende Abschnitt zeigt.

Tipps für die Praxis

Wie hilft mir das W-Fragen-Tool bei meiner Arbeit? Ich finde das Tool sehr wertvoll, wenn es um die Erstellung von Content geht. Mir geht es nicht darum, lediglich Fragen zu beantworten, um damit viel Traffic auf meine Seite zu ziehen. Ich arbeite die komplette Liste durch und versuche die Fragen in thematisch ähnliche Blöcke einzuordnen. Das Suchvolumen spielt für mich dabei eine untergeordnete Rolle. Wenn mehrere Fragen auf ein spezielles Themengebiet abzielen, ist die Erstellung eines Textes wahrscheinlich keine Zeitverschwendung. Und genau das ist der Punkt. Die Betrachtung der Ergebnisse als Ganzes geben mir häufig die Eckpfeiler für eine tolle Geschichte. Das erspart unheimlich viel Recherchearbeit im Internet und lässt die Texte runder wirken als stumpf untereinander kopierte Informationen. Wenn ihr es richtig macht, habt ihr mit dem Content ein komplettes Fachgebiet mit wertvollen Informationen versorgt. Dadurch erhaltet ihr automatisch Traffic, der durch die reine Bewertung der Suchvolumina nicht zu erwarten gewesen wäre.

Ein weiterer Aspekt ist für mich immens wichtig. Durch die Ergebnisse erfahrt ihr, wie eure Nutzer denken, was diese interessiert und welche Sprache sie sprechen. Ein Onlineshop für Autoersatzteile kann euch vielleicht zehn Unterschiede zwischen einer guten und einer sehr guten Zündkerze nennen. Der Nutzer möchte aber vielleicht erst mal nur wissen, wie teuer eine neue Zündkerze ist. Auf diese Weise kann der Webseitenbetreiber viel besser einschätzen, welche Hilfestellungen sein Klientel überhaupt benötigt.

Was haltet ihr von W-Fragen-Tools? Nutzt ihr sie und wenn ja, welche?

Über Sascha Saupe

Sascha Saupe

Sascha schreibt gerne über Trends in den Bereichen Online Marketing und eCommerce. Der Diplom-Kaufmann ist selbst als Online Shop Manager tätig und bringt seine Erfahrungen aus der Praxis mit ein.

5 Gedanken zu „W-Fragen-Tools im Content Marketing: Was taugen sie? Wer kann sie gebrauchen?

  1. Andi

    Prinzipiell eine super Sache. Jetzt muss nur noch der Benutzer ein bisschen in seinem Suchverhalten konditioniert werden. Denn auch wenn es logisch erscheint, googlet der 0815-“Googler” halt einfach noch nicht so – meiner Erfahrung nach zumindest ;)

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  2. Pierre

    Weil wir das Thema rund um W-Fragen bzw. das, wonach die Leute bei Google suchen extrem wichtig finden, haben wir unter http://www.w-fragen-tool.com ein kostenloses W-Fragen Tool online gestellt, welches jeder Besucher ohne Anmeldung oder Registrierung gratis nutzen kann.
    In Kürze folgen dann auch noch ein paar weitere Features, wie z.B. das Suchvolumen, Mitbewerber, weitere Sprachen uvm. Über Feedback, Vorschläge usw. würden wir uns sehr freuen – das ist die erste und nicht letzte Version :)

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  3. Michael Schirrmacher

    Vielen Dank für den interessanten Beitrag! W-Fragen Tools bzw. auch Suchmaschinen für Longtail-Keywords sind meiner Ansicht nach besonders gut für die eigene Themenfindung geeignet. Wenn man mal wieder auf dem Schlauch steht bzw. einem konkrete Fragestellungen aufgrund einer Scheuklappen-Sicht partout nicht einfallen wollen, dann bekommt man mit solchen Tools schon einmal eine erste Richtung aufgezeigt, wohin der Content-Weg führen kann.

    Ob solche klar formulierten Fragestellungen dann auch noch tatsächlich in der Gestalt in die Suchmaschinen eingegeben werden, ist fragwürdig und hohe Suchvolumina sind tatsächlich nicht zu erwarten. Aber das sollte auch nicht das Ziel sein. Stattdessen kann man so die Basis für funktionierende Content Marketing Maßnahmen schaffen, indem man Themenblöcke erstellt und auf Grundlage dieser Blöcke seinen weiteren inhaltlichen Fahrplan erstellt.

    Als Content Marketing Tool nutze ich derzeit Influma, ein Dienst aus eigenem Hause. Influma ist eine Suchmaschine zur Themenfindung und, um die Realisierung erfolgreicher Blogger Relations zu unterstützen. Statt W-Fragen bekommt man Beiträge von Medien, Websites und Blogs ausgeworfen, die eine hohe Zahl von Social Signals aufweisen (Likes, Retweets, usw.). So erhält man ein differenziertes Bild von Themen, die bei den Zielgruppen auf eine hohe Resonanz stoßen:

    http://influma.de/

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  4. Christian Peter

    Danke für den Bericht. Das ist spannend aber ob es am Ende hilft ist eine andere Frage. W Fragen oder Frage nach : Erfahrung mit wird aber über google sehr selten gesucht, seltner als man glaubt.

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