Suchmaschinenmarketing

Ist Voice Search nur ein Hype oder langfristiger Trend?

Greg Gifford, Director of Search and Social bei DealerOn, hat auf der SMX in München einen Ausblick auf die Zukunft der Sprachsuche gegeben.

© OnlineMarketing.de

Unter dem Titel “Don’t freak out – Tips for Mobile and Voice Search in 2018 and Beyond“ sprach Greg Gifford am Dienstag auf der SMX 2018 über den Stand der Sprachsuche. Neben einem gefragten Redner ist Greg Gifford Director of Search and Social bei DealerOn, einer Software-Firma die sich auf Websites und Marketing für lokale Autohändler spezialisiert hat. So reist er durch die gesamte USA und Kanada. Seine Kunden sind Menschen, die O-Ton: „Gerade so wissen wie ein Computer angeht.“

Mobile & Voice Search verändern in Kombination die Art und Weise, wie Menschen im Internet suchen

Laut Gifford verstehen bis heute viele Marketer „Mobile“ nicht wirklich. Google war lange Zeit desktopbasiert, weshalb Mobile stets zu kurz gekommen ist. Mit Alexa, Siri, Cortana und Google Home ist Voice Search nun geradezu explodiert. Doch bevor man jetzt in Panik verfällt: Don’t freak out!

Schon vor acht Jahren warnte jeder Experte davor, den Mobilezug nicht zu verpassen, dabei kommt Mobile Search erst jetzt richtig in Fahrt. Voice Search ist dabei nur ein neuer Input. Heißt also, dass man die gleichen SEO-Taktiken verwenden kann wie bisher auch. Voice Search sollte so betrachtet werden, wie man Mobile vor einigen Jahren gesehen hat. Es ist ein Input, keine Strategie.

Mobile und Voice Search verändern in Kombination die Art und Weise, wie Menschen im Internet suchen. Das heißt, dass die Strategie, wie man seine Kunden erreicht, angepasst werden sollte. Gibt man heute einen Text bei einer Suche ein und bekommt darauf basierende Ergebnisse, wird in Zukunft Voice Search die Textsuche ersetzen. Voice Search wird sich allerdings erst durchsetzen, wenn es eine 99 Prozent Genauigkeit erreicht. Also genau erkennt, wonach man eigentlich sucht. Heute ist die Genauigkeit offiziell bei 94 Prozent – gefühlt allerdings liegt sie bei rudimentären fünf Prozent. Dabei ist interessant, dass 50 Prozent aller Smartphone-User Voice Search regelmäßig nutzen, davon ein Drittel täglich (55 Prozent Teens, 40 Prozent Erwachsene). Laut Studien werden im Jahr 2020 50 Prozent aller Suchen insgesamt über Voice oder Image Search sein. Voice Search ist natürlich nicht nur die Suche mit dem Handy, sondern auch die der Digital Personal Assistants zuhause oder im Auto.

Noch hat Voice Search allerdings Probleme mit der Genauigkeit, sodass es bisher hauptsächlich für einfache Frage-/Antwort-Suchen genutzt wird. Greg Gifford empfiehlt sich um Rich Snippets zu kümmern. Diese sind perfekt für Voice Search und die konventionelle Suche. 80 Prozent der Google Home Antworten basieren auf Rich Snippets. Außerdem macht er auf die Studie von Backlinko aufmerksam, in der 10.000 Voice Search Resultate analysiert wurden: die durchschnittliche Ladezeit der aufgerufenen Seite beträgt 4,6 Sekunden, 70,4 Prozent der Ergebnisse leiten auf https-Seiten, typische Voice Antworten sind 29 Wörter lang und kommen von einer Seite mit einem Durchschnitt von 2.312 Wörtern. 2020 werden 30 Prozent der Internetnutzung „screen-less“ sein.

Wie bereite ich mich auf Voice Search vor?

  • Identifiziere deine Zielgruppe
  • Passe deine Sprache der Sprache der Zielgruppe an
  • Wie ist die User Journey? Welche Fragen könnten die User umtreiben?
  • Denke über die typischen W-Fragen nach (Was, Wer, Wie, Wann, Wo) und finde heraus, welche Antworten schon gegeben werden
  • Schreibe darauf basierend bessere Antworten auf deiner Website
  • Achte darauf, dass deine Seite mobiloptimiert ist, damit diese auch einfach gefunden wird

Content ist auch mobil gefragt. Viele Websites veröffentlichen nicht alle Inhalte ihrer desktopbasierten Website auf Mobile. Das gilt es zu ändern. Ebenfalls wichtig ist es, sowohl Page Speed als auch die User Experience zu optimieren.

Wie also für Mobile First optimieren?

  • Am wichtigsten ist Local SEO. Mobile Suchen sind immer lokal basiert und müssen aktuell und relevant für die Umgebung sein, in der sich der Suchende befindet.
  • Die Website sollte responsive sein
  • Der Content, der auf der Website ist, sollte auch mobil komplett zugänglich sein
  • Achte auf die Inbound-Links
  • Optimiere die Bilder. Diese sollten auf jeden Fall vorhanden sein, auch wenn dadurch der Text nach unten rutscht. Slider können (mobil wie desktop) abgeschaltet werden.
  • Verkleinere CSS und Javascript
  • Nutze System Fonts
  • Behalte Augmented Reality im Kopf. Mit Google Lens kann jeder Android-User AR nutzen. Dadurch muss der User nicht einmal mehr etwas fragen, sondern nur sein Handy hochhalten.

Fazit

Voice Search wird kommen, allerdings ist es noch nicht an der Zeit in Panik zu verfallen. Eine gute Vorbereitung auf die veränderte Suche ist das A und O. Langfristig werden die Searches sich von Displays wegbewegen und dazu übergehen, sprachbasiert zu sein. Folgst du den Tipps Giffords zur Vorbereitung deiner Website auf den Trend und bleibst bei den Entwicklungen am Ball, kann im Grunde gar nicht viel passieren.

Über Max Blömer

Max Blömer

Studierte Medien- und Eventmanagement. Nach Ausflügen in die Veranstaltungs- und Verlagsbranche, ist er schließlich im Online Marketing angekommen. Seit Mitte 2017 ist er als Online Marketing Manager bei OnlineMarketing.de aktiv.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.