Künstliche Intelligenz

Voice Search: Die Branche ist kaum vorbereitet

Voice Search ist ein Element, das für viele Unternehmen zur Chance und Aufgabe wird. Eine Studie zeigt, wie es um Voice Search Readiness bestellt ist.

© Thomas Kolnowski - Unsplash

Ob mit Alexa oder dem Google Assistant, die Nutzer greifen vermehrt auf Sprachassistenzen zurück, um digitale Interaktionen voranzutreiben. Voice Search könnte zum Standard in der Suche werden und Websites und Unternehmen müssen darauf vorbereitet sein. Doch wie bereit sind die schon heute für die sprachbasierte Suche, während immer mehr User Smart Speaker verwenden und sprachbasierte KI immer mehr zum Alltag werden?

Voice Search: Unternehmen hinken der Entwicklung hinterher

Wer Voice Search ready ist, kann sich im digitalen Wettbewerb langfristig Vorteile verschaffen. Das untermauern verschiedene Studien und Schätzungen, die aufzeigen, wie stark die Nutzung von Smart Speakern und Sprachassistenzen ansteigt. So gab Amazon vor wenigen Monaten an, bereits über 100 Millionen Geräte mit Alexa verkauft zu haben, während der Google Assistant auf über einer Milliarde Geräten zur Verfügung steht. Es gibt eine ganze Reihe von Tipps, wie Websites für Voice optimiert werden können. Sie müssen schnell laden und Strukturierte Daten aufweisen, während eine starke Sicherheit und FAQs durchaus helfen. Wir haben einige hilfreiche Ansätze zusammengestellt.

Eine aktuelle Studie zur Voice Search Readiness von Uberall kommt jedoch zu dem Schluss, dass lediglich vier Prozent aller Unternehmen bestens darauf vorbereitet sind, die Voice-Nutzer zu erreichen. Das ist angesichts der aktuellen Entwicklung eine zu geringe Zahl. Allein in den US-Haushalten ist die Zahl der Smart Speaker von 2017 bis 2018 um 78 Prozent auf 118,5 Millionen angestiegen.

Zahl der Smart Speaker in US-Haushalten 2017-2018, © Uberall

Während nun der Großteil der Befragten der Studie (57,2 Prozent) angab, im vergangenen Jahr nicht auf Voice Search zurückgegriffen zu haben, gaben doch knapp zehn Prozent an, sie täglich zu nutzen. Immerhin elf Prozent suchten mindestens einmal pro Woche sprachbasiert. Diese Werte dürften sich jedoch in den kommenden Monaten und Jahren deutlich ändern. Daher hat Uberall einen Voice Search Readiness Score erstellt, um zu prüfen, wie bereit Unternehmen für diese Form fouder Suche sind.


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Der Score für Voice Search Readiness

Für die Erstellung des Scores hat Uberall die wichtigsten Verzeichnisse in den USA ausgemacht, darunter Google, Google Maps, Yelp, Bing, Facebook, Foursquare usw. Daraufhin wurden die zentralen Geschäftsinformationen festgelegt. Diese sind:

  • Adresse
  • Öffnungszeiten
  • Telefonnummer
  • Website
  • Unternehmensname
  • Postleitzahl

Auf Grundlage eines Datensets von 73.000 Unternehmen der Metropolregion Boston wurde der Score für die einzelnen Unternehmen im Bereich von ein bis 100 Prozent ermittelt. Im Schnitt lagen die Unternehmen der Region bei 44,12 Prozent – man kann sich bereits vorstellen, dass die Voice Search Readiness in anderen Ländern, wie Deutschland, auf einem weniger weit entwickelten Level ist. Bestwerte konnten Zahnärzte oder Läden mit gesundem Essen erzielen, über 96 Prozent, während Kunstgalerien (1,65 Prozent) oder Verbraucherschutzorganisationen (0,2 Prozent) besonders schlecht abschnitten. Nur knapp vier Prozent konnten bei drei Verzeichnissen korrekte Informationen über Voice angeben. Davon waren zwar die meisten (39,1 Prozent) große Unternehmen; doch die mittelgroßen Player (36,4 Prozent) und kleinen Unternehmen (24,6 Prozent) waren nicht weit abgeschlagen.

Ein ausgeglichenes Bild bei den Unternehmen, die Voice Search ready waren, © Uberall

Das zeigt, dass auch unabhängig von der Unternehmensgröße die Optimierung für die Sprachsuche angegangen werden kann – und sollte.

Zentrale Fehlerquellen, die zum Problem werden können

Zum Problem bei den Geschäftsinformationen, gerade im Kontext der Voice Search, können natürlich auch fehlerhafte Angaben werden. In Uberalls Analyse wiesen fast die Hälfte aller geprüften Unternehmen fehlerhafte Öffnungszeiten bei zentralen Verzeichnissen wie Google oder Bing auf. Aber auch in Bezug auf die Website und den richtigen Namen der Location waren viele Angaben falsch. Das ist deshalb problematisch, weil Leute, die über die Sprachsuche nach lokalen Unternehmen suchen, womöglich direkt zum Laden kommen möchten oder sogar eine Kaufintention haben. Daher müssen Unternehmen nicht nur für die Sprachsuche bereit sein, sondern auch die Richtigkeit der vermittelten Informationen angeben.

Tatsächlich nutzen die meisten Menschen Voice Search noch am meisten zu Hause oder im Auto.

Zu Hause und im Auto wird am meisten auf Voice Search zurückgegriffen, © Uberall

Und was die Nutzer tun, ist auch für die Unternehmen entscheidend. Denn diese Nutzer wollen die Unternehmen auf ihre Seiten und zu ihren Angeboten oder Diensten und Inhalten locken. Dabei sind sich die Nutzer noch nicht ganz einig darüber, wie wichtig die Sprachsuche in Zukunft eigentlich wird.

Die Meinung der Nutzer zur künftigen Relevanz der Voice Search ist unterschiedlich, © Uberall

Es gilt hierbei aber zu untersuchen, weshalb die Nutzer die Möglichkeiten der Voice Search (noch) nicht wahrnehmen. Mehr als ein Drittel gab bei Uberalls Studie zwar andere Gründe an, doch mit 23,2 Prozent sagte auch fast ein Viertel, dass der Umstand, dass sie Voice Search nicht gewohnt sind, sie von der Nutzung abhält. Und immerhin 13,5 Prozent sind skeptisch, was die Genauigkeit und Richtigkeit der Suchergebnisse angeht.

Gründe, warum Nutzer Voice Search nicht nutzen, © Uberall

Bei den Momenten, die dafür sorgen könnten, dass die Sprachsuche mehr verwendet wird, lässt sich aus der Studie kein klarer Trend ableiten. Noch ist die Technologie für einige zu limitiert, während wieder andere durch Angebote und Deals gelockt werden könnten. Knapp 21 Prozent der Befragten sind mindestens wöchentlich über die Sprachsuche aktiv, Tendenz steigend.

Die Chancen für Unternehmen, um Voice Search ready zu werden

Die Studie von Uberall gibt nicht nur den Zustand der Voice Search Readiness im Kontext der untersuchten Unternehmen an, sondern liefert auch Hinweise, wie man sich für die Entwicklung wappnen kann. Dass die Sprachsuche immer gewichtiger wird, davon ist auch Norman Rohr, Senior Vice President Marketing bei Uberall, überzeugt:

Nutzeranfragen über Voice Search sind stark im Kommen und werden derzeit regelrecht gehypt. Gerade deswegen handelt es sich um ein Thema, bei dem nach wie vor viel Aufklärungsarbeit nötig ist. Nur sehr wenige Unternehmen wissen heute, was es heißt, Voice Search Ready zu sein, was sie tun müssen, um es zu werden und ob sich die Investition überhaupt lohnt […] Wir haben VSR mit einem prozentualen Bewertungssystem messbar gemacht, das die optimierte Onlinepräsenz eines Unternehmens analysiert. Auf diese Weise kann ein Unternehmen sehen, ob seine Online-Listings für lokale Sprachsuchen optimiert sind und welche Probleme behoben werden müssen.

Einige der grundlegenden Hinweise dürften hier nicht neu sein. Es gilt, seine Fakten zu prüfen, bei Google My Business registriert zu sein, Yahoo, Bing und Co. aber auch nicht außen vor zu lassen. Darüber hinaus muss natürlich auf Voice-freundliche strukturierte Sprache gesetzt werden – ebenso wie auf Markups. Außerdem könnten externe Anbieter helfen. Von Interesse für die Unternehmen und die Webmaster ist jedoch sicherlich die ausführliche Checkliste, die Uberall kreiert hat. Sie zeigt im Detail, wie in Bezug auf Verzeichnisse, den eigenen Content oder die eigene Seite Elemente optimiert werden können, um bei der Voice Search ganz vorne zu landen.

Ausschnitt aus der Voice Search Readiness Checklist, © Uberall

Wer sich für die Sprachsuche bereit machen möchte, sollte sich den Bericht von Uberall komplett anschauen. Denn er zeigt: die meisten Unternehmen sind für Voice Search noch nicht bereit – obwohl sie es sein sollten. Denn die User werden sich daran gewöhnen, mehr über Sprache zu interagieren. Mit Alexa, dem Google Assistant etc. Und so wird der Weg zur Voice Search Readiness eine der größten SEO-Aufgaben für Unternehmen und Websites überhaupt.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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