Video Marketing

Smarte Video Strategien – Wie digitale Tools und skalierbare Konzepte das Video Marketing verändern

Digitale Tools erleichtern die Erstellung von Videos. Doch welcher Content kommt gut an? Und wie kann eine effektive Video Strategie für 2020 vorbereitet werden?

© Johannes Plenio - Unsplash

Videos sind gekommen, um zu bleiben. Die Menge der gesendeten Inhalte steigt. Bis 2021 soll Video einer Schätzung zufolge 82 Prozent des Internetverkehrs ausmachen. Mehr als die Hälfte der Marketingverantwortlichen weltweit betrachtet Video als den Content mit dem besten ROI. Videos sind in aller Munde – und auf nahezu allen Bildschirmen. Trotz des rasanten und anhaltenden Bedeutungszuwachses von Bewegtbildern sinken viele Marketingbudgets für die Produktion. Anstelle eines großen TV Spots pro Jahr müssen mehr Videos produziert werden – schneller, ideenreicher, relevanter. Eine echte Herausforderung für Kreation und Produktionsprozesse. Dabei gibt es nicht einmal einen Konsens darüber, was „hochwertigen Videocontent“ heute ausmacht. Knackig und kurz? Lang und langlebig?

Klar ist: Nutzer, die nur schnell ihren Social Media Feed screenen oder vor dem heimischen Bildschirm sehnsüchtig auf die neue Folge ihrer Lieblingsserie warten, haben kein gesteigertes Interesse an langen Videoeinblendungen. In jedem Kontext auf kurze Clips zu setzen, wäre aber fatal. Es gibt beeindruckende Beispiele für erfolgreiche Langformate. So etwa den im Dokumentationsstil gefilmten, rund 40-minütigen Beitrag “Paul’s Boots” des Outdoor-Ausstatters Recreational Equipment (REI) mit Klickzahlen im siebenstelligen Bereich. Oder etwa den im achtstelligen Bereich liegenden “La Vida Nuestra” der spanischen Biermarke Estrella Damm – unter Mitwirkung des aus der “Game of Thrones”-Saga bekannten Darstellers Peter Dinklage. Sicher: Derartige Beispiele lassen sich von den Produktionsbedingungen her nicht verallgemeinern. Mit Blick auf die anhaltenden Erfolge von Serienformaten und Filmen diverser Streaming-Plattformen liegt es aber auf der Hand, dass Nutzer hochqualitative, gut durchdachte Marketing Videos mit packenden Storys nach wie vor goutieren. Kurz: Es kommt nicht nur auf den Content, sondern auch auf den Kontext an. Es ist daher immer besser eine breite Palette von Formaten vorzuhalten.

Wie aber sollen Marketeers diesen Herausforderungen in der Praxis begegnen? Wie berücksichtigt die Videostrategie eines Unternehmens alle benötigten Formate – ohne das Budget zu sprengen? Und wie lässt sich der Content erfolgreich einsetzen? Natürlich gibt es viele Wege zum Glück. Um die eigene Videostrategie für das Jahr 2020 erfolgreich zu gestalten, sollten ein paar Dinge aber besonders in den Fokus rücken:

Digitale Tools

Spielend einfache Design Tools wie Canva, Adobe Spark oder Crello haben es vorgemacht. Viele Arbeitsschritte in der Bildberarbeitung, die lange nur durch Experten erledigt werden konnten, sind mittlerweile für Laien mit wenigen Klicks zu meistern. Ähnliches erwartet uns zunehmend im Bereich Bewegtbild. Für kurze Ads und generische Videobeiträge bieten einige Tools bereits gute Hilfestellung. Ohne jegliche Vorkenntnisse im Bereich von Dramaturgie, Schnitt und Bildbearbeitung lassen sich mit ihrer Hilfe aus Stock Footage- und Template-Bibliotheken kurzfristig passable Videos zusammenklicken.

Noch bequemer macht es die in diesem Jahr von Google vorgestellte „Bumper Machine“. Sie zeigt auf, wie automatisierte Videobearbeitung in Zukunft das Leben von Marketeers erleichtern wird. Die Bumper Machine reduziert längere Videos auf Knopfdruck auf sechs Sekunden und macht sie passend für die nicht skipbaren Bumper Ads auf YouTube. Derartige Tools sind ein äußerst effizienter Weg, um aus kreativen und authentischen Eigenproduktionen kontextbezogen das Beste herauszuholen.

“Einfach und automatisch” scheint das Credo der Stunde. 2020 dürfte das Jahr sein, in dem das bislang eher statische Medium Film endgültig skalierbar und dynamisch wird. Was Marketeers dabei besonders freut: Durch leistungsstärker und einfacher werdende digitale Tools und Technologien können Unternehmen Videos länger aktuell halten und wesentlich budgetschonender produzieren. Wie soll das gehen? Indem durch eine neue Generation von Tools auch in der Videobearbeitung komplexe Arbeitsschritte so intuitiv gestaltet werden, dass Marketeers sie selbst erledigen können. Auf diese Weise sinkt die Abhängigkeit von Agenturen. Zusätzlich verschlankt das Ganze die Abstimmungsprozesse. Rechnet man die Zeit für alle Arbeitsschritte hoch, die auf diese Weise eingespart oder verkürzt werden können, ist das eine enorme Ersparnis.

Skalierbar konzeptionieren

Natürlich nützen die besten Tools wenig, wenn hinter den eingespielten Filmen schlechte Ideen stecken. Eine überraschende Idee bleibt das A und O. Kreativität in Hinblick auf Story und künstlerische Umsetzung ist aber nicht länger allein ausschlaggebend für den Erfolg. Mindestens ebenso wichtig sind schnell skalierbare Konzepte. Warum?

Videos können mittlerweile nicht nur mit einfachsten Mitteln aktuell gehalten werden. Cloud- und Echtzeitrendering ermöglichen außerdem einen schnelleren Output. Ein verändertes Pricing, völlig neue Absatzmärkte oder sogar eine Ausweitung der Produktpalette zieht deshalb nicht zwangsläufig eine völlig neue Videoproduktion nach sich – zumindest wenn das ursprüngliche Konzept schlau angelegt war. Stattdessen werden beispielsweise schnell und einfach neue Assets in eine bestehende Produktion eingesetzt – ganz ohne herkömmliche Videobearbeitungssoftware. Der Film in den benötigten Formaten neu gerendert und direkt in die Kanäle gegeben. Das spart Zeit, entspannt das Budget und schont Nerven – gerade, wenn es schnell gehen muss.

Persönlich ansprechen

Die schnelle Anpassungsfähigkeit ist überaus wichtig, um aus dem Dickicht des modernen Video-Dschungels herauszustechen. Denn Nutzer erwarten verstärkt Inhalte, die auf ihre aktuellen, persönlichen Bedürfnisse abgestimmt sind – auch in Videoformaten. Personalisierte Werbeformate schaffen Awareness – keine Frage. Natürlich ist hierbei Fingerspitzengefühl gefragt. Bei Bannern, Anzeigen und ähnlichen Formaten kann plumpe Personalisierung schnell nerven. Der gewünschte Effekt ist dann ins Gegenteil verkehrt. In Videos lassen sich persönliche Hints hingegen dezent und unaufdringlich in einer emotionalisierenden Story unterbringen. Vom Kunden fast unbemerkt, fährt das Traumauto beispielsweise in individueller Wunschlackierung durchs Bild und wird in der emotionalen Schlussszene vollends zum Eyecatcher.

Derartige Szenarien werden im Zusammenspiel mit der neuen Generation von digitalen Tools zur Bildbearbeitung und skalierbar angelegten Konzepten noch raffinierter. Durch immer genauere – weil KI unterstützte – Targeting-Maßnahmen steht einer optimalen Ansprache nichts mehr im Weg. Für Marketeers bedeutet das einen entscheidenden Vorteil: Sie können nun sehr viel direkter auf reale Bedürfnisse von Zielgruppen reagieren.

Technologien screenen, geeignete Konzepte entwickeln, Klarheit über die geeignete Segmentierung von Kundengruppen schaffen – Video Marketing bleibt auch 2020 herausfordernd. Es besteht aber kein Anlass, sich verzweifelt vor den Anforderungen wegzuducken. Im Gegenteil: Marketeers, die aktiv nach neuen Wegen Ausschau halten, werden im nächsten Jahr auf immer mehr Hilfsmittel und Ansätze stoßen, die ihnen das Leben vereinfachen.

Eine hierzu passende Videostrategie aufzusetzen oder neu auszurichten erfordert nach wie vor Zeit. Nie war diese aber besser investiert als jetzt. Denn die Art, wie Videos produziert und bearbeitet werden, wandelt sich mit immer größerer Geschwindigkeit. Für Marketeers, die sich optimal vorbereiten wollen, gilt es in Hinblick auf das Jahr 2020 daher sehr gezielt nach “Painpoints” in der Bewegtbildproduktion zu fragen. Wo frisst die Erstellung von Videos zu viel Zeit? Sind Abstimmungsprozesse zu komplex? Und aus welchem Grund sind Kampagnen ineffizient oder nur mäßig erfolgreich? Eine smarte Strategie zahlt sich in jedem einzelnen dieser Punkte rasch aus.

Über Lars Reinartz

Lars Reinartz ist Co-Founder und CEO der Digitalagentur RECORDBAY sowie des Video-Tools VARYCON. Vor der Gründung der beiden Unternehmen war er im Bereich der Film- und Musikproduktion tätig.

Lars Reinartz

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