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Top 5 Social Media-Prognosen 2020: Was erwartet uns im nächsten Jahr?

2019 nähert sich dem Ende – und somit auch ein aufregendes Jahr für Social Media. Doch was erwartet uns im nächsten?

© Emily Morter - Unsplash, Toni Gau

Für Social Media war 2019 ein spannendes, wenn oftmals auch kontroverses Jahr. TikTok ist in seinem Hype vollkommen explodiert und hat die Social Media-Landschaft maßgeblich verändert, auch Influencer Marketing expandiert in seiner Popularität und mit dem Aufstieg anderer Apps, scheint Facebook, wenn auch weiterhin solide, wackliger als je zuvor, was vor einigen Jahren noch kaum denkbar war. Die Frage lautet nun natürlich, wie es denn im nächsten Jahr weitergehen könnte. Der Aufstieg des Social Commerce? Noch stärkeres Influencer Marketing oder stehen wir dessen Aus gegenüber? Wird VR seinen Durchbruch im Social Media schaffen? In Kooperation mit Socialbakers, zeigen wir dir die Top 5 Prognosen zur Weiterentwicklung von Social Media im Jahr 2020, anhand des Datensatzes der Marketingplattform.

1. TikTok wird weiterhin rasant wachsen

Man mag sich nun vielleicht denken, dass das wohl kaum eine Prognose, sondern ausgehend von diesem Jahr eine logische Feststellung sei. So einfach ist das allerdings gar nicht. Wenn man einen Blick auf das letzte Quartal TikToks wirft, wird man feststellen, dass die Plattform erstmalig eine Wachstumsbremse registrieren musste. Des Weiteren kursierten diverse Kontroversen um die App, welche zur Skepsis aufriefen und es weiterhin tun: Datenklau, Werbung mittels erstellter TikToks, ohne, dass die Content Creator diesbezüglich informiert wurden, politische Zensur und nicht zu vergessen das Verbot von LGBTQ+ Content. Viele Plattformen und Unternehmen liquidieren bei weitaus weniger Kontroversen. Zu sagen, dass TikTok noch im nächsten Jahr expandieren wird, ist somit keineswegs selbstverständlich.

Doch weiterhin brilliert TikTok als Werbebetreibender auf Snapchat und Facebook, wo die App jeweils Platz 1 und 2 belegt. Zusätzlich kooperiert TikTok mit Promis wie Jimmy Fallon und die auf TikTok erstellten Videos gehen auch auf weiteren Plattformen viral, wo sie das heutige Pendant zur damaligen Erfolgsapp Vine statuieren. Das Unternehmen expandiert außerdem konstant, indem es Büros in beispielsweise London und Mountain View einrichtete, welche dann wiederum Talente von Konkurrenten wie Facebook, Snapchat, Apple und auch Amazon abwerben. Konkurrenzversuche wie Lasso von Facebook scheiterten kläglich – die App scheint aktuell unumstößlich und trotz der Kontroversen und einer ersten Wachstumsbremse, wirkt es nicht so, als müssten wir uns bald von TikTok verabschieden.

2. Auch Influencer Marketing wird weiterhin wachsen

Eine Prognose, die doch durchaus disputabel sein könnte. Schließlich scheint bei manchen schon der Konsens zu herrschen, dass Influencer Marketing bald auf sein jähes Ende trifft – doch wollen wir das an dieser Stelle klar verneinen. Yuval Ben-Itzhak von Socialbakers sagt Folgendes dazu:

Die Verbraucher suchen zunehmend nach Reviews beziehungsweise Bewertungen und glaubwürdigen Stimmen, wenn sie Kaufentscheidungen treffen. Dies schafft große Chancen für Influencer und Marken, um gemeinsam und authentisch das Publikum zu erreichen.

Sofern Influencer sich also authentisch geben und nicht etwa denselben Eindruck wie beispielsweise Dieter Bohlen innerhalb der Bruzzler-Bratwurst Werbung vermitteln, bleiben diese relevant. Vor allem im Beauty-, Mode-, E-Commerce- und Automotive-Areal scheinen Influencer kürzlich wieder regelrecht aufzustreben – und es ist nicht absehbar, dass dies sich 2020 ändern wird, so schnelllebig das Internet auch sein mag. Socialbakers prognostiziert dermaßen steigende Investitionen, dass das Influencer Marketing sich innerhalb des nächsten Jahres zu einer 10-Milliarden-Dollar-Industrie entwickeln könnte.

3. Der Durchbruch von VR/AR

VR (Virtual Reality) und AR (Augmented Reality) scheinen für viele lediglich eine Art technischer Schnickschnack zu sein, welcher seinen Platz in Hollywood und Videospielen gefunden hat, doch auch dort vielmehr als kleiner Spaß nebenbei. Allerdings steckt hierin ein großes Potenzial, auf welches erste Unternehmen bereits zurückgreifen. Ben-Itzhak sagt dazu Folgendes:

Bei Socialbakers wissen wir, dass VR eine große Chance für Marketingspezialisten darstellt. Die interaktive Technologie kann das Publikum begeistern, die Markenbekanntheit steigern sowie das Entdecken und Verkaufen von Produkten vorantreiben. Stellen Sie sich vor, Ihre Kunden haben die Möglichkeit, Produkte zu entdecken, indem sie durch virtuelle Kleiderständer und Ausstellungsräume stöbern – eine lebensechte Erfahrung für Ihre Kunden, die anschließend zu einem Kaufabschluss führt. Es könnte zwar 5 bis 10 Jahre dauern, bis diese Technologie weite Verbreitung findet, doch VR verspricht ein mächtiges Tool im Arsenal der Händler zu werden.

Gap testet bereits die Anwendbarkeit der Technologie in deren sogenannter DressingRoom-App. In dieser können potenzielle Käufer die ausgewählten Produkte innerhalb der App anprobieren. Somit können NutzerInnen bereits von Zuhause nach geeigneten Konfektionsgrößen schauen und besonders im Bereich Online Shopping soll dies die Unzufriedenheit der Kunden bei Abschluss einer Transaktion gesenkt haben. 2020 werden hierzu sicherlich weitere Tests folgen und wer weiß? Womöglich sieht VR Shopping in einigen Jahren bereits so aus:

Ob man daran Interesse hat, ist natürlich nochmal eine vollkommen andere Angelegenheit, da hiermit sicherlich auch bedenkliche Konsequenzen folgen könnten, technologisch beeindruckend wäre dies dennoch allemal.

Auch AR scheint sich aktuell immer mehr im Shopping anzufinden, wobei Instagram diesbezüglich aktuell Pionier ist. Der Big Player testest zurzeit nämlich das sogenannte AR Shopping, bei welchem UserInnen über AR Klamotten anprobieren können. Sinngemäß ist dies also überaus ähnlich. Es bleibt abzuwarten, wie weit diese im nächsten Jahr fortschreiten wird – doch sollte man hiernach definitiv Ausschau halten und das intrinsische Potenzial der VR- und AR-Technologie nicht unterschätzen. So Ben-Itzhak:

Zwar haben technisch versierte Marketer in der Vergangenheit mit VR experimentiert, die meisten machen aber den Fehler, das Potenzial dieser Technologie zu unterschätzen und sie nur als auffälliges Gimmick zu sehen.

4. Auch Social Commerce wird weiterwachsen

Wer gerne mal die Explore-Funktion auf Instagram nutzt, wird dort auch mit dem Shop-Sektor vertraut sein. Mir persönlich versucht die App größtenteils Skinny Jeans und Damentops anzudrehen, was eventuell dafür sprechen könnte, dass hier noch Besserungsbedarf besteht, doch sollte man nicht unterschätzen, wie superb Social Commerce noch werden kann – und das vielleicht schon nächstes Jahr.

Shopping scheint sich immer weiter über Social Media zu verbreiten, insbesondere auf Instagram. © Instagram

Die Shopping-Erlebnisse über Social Media scheinen laut Socialbakers nämlich rapide zuzunehmen, insbesondere im zuvor genannten VR-Bereich. Es scheint dementsprechend naheliegend, dass wir im nächsten Jahr noch mehr Social Commerce sehen dürfen. Auf Instagram stoß beispielsweise The Female Company auf großen Erfolg, indem sie über die Plattform ihre Periodenprodukte bewarben. Vielleicht beginnt TikTok basierend auf der dort stark vertretenen Eboy und Egirl-Mode Metallketten, schwarze Jeans und gestreifte Long Sleeve-Oberteile zu verkaufen – durchaus möglich, eventuell sogar recht klug, doch sehr stark zu bezweifeln. Wobei auch auf TikTok mittlerweile Ads vorhanden sind – und Hollister berichtet diesbezüglich von ersten Erfolgen. Ben-Itzhak erklärt Folgendes:

2020 könnte das Jahr werden, in dem Social Commerce durchstarten wird und Kunden innerhalb einer Social Media Plattform Produkte erwerben, anstatt die App einer Shopping-Seite aufzurufen oder auf den Online-Store verwiesen zu werden

5. Kampf um Werbeausgaben zwischen Instagram und Facebook

Der Sieger hierbei lautet natürlich Facebook, nur eben nicht als Social Network, sondern als Unternehmen, wozu beide genannten Plattformen gehören.

So rudimentär es auch erscheinen mag, glauben wir, dass alle Marken bei der Entscheidung, in welchem Bereich sie ihr Budget einsetzen wollen, drei wichtige Grundlagen berücksichtigen müssen – Reichweite, Engagement und Demografie. Von da an kann eine Marke präziser werden, welche Plattform für eine bestimmte Kampagne oder für eine kontinuierliche Präsenz am sinnvollsten ist.

Zwar erhöhen sich die Werbeausgaben auf Instagram mittlerweile, doch ist Facebook hierbei weiterhin Spitzenreiter. Auch TikTok investiert fleißig in Facebook-Werbung, welche mit dafür verantwortlich ist, dass die App so viele NutzerInnen erreichen konnte. Doch Instagram als Plattform mit der höchstes Engagement Rate, hat hierbei nochmal ein besonders ausgeprägtes Potenzial, welches zu viele Marken bisher unterschätzen. Dass dies sich 2020 ändert und mehr Werbeausgaben auf Instagram getätigt werden, scheint überaus naheliegend.

Ein Fazit

Aufgrund der spannenden Gegebenheiten für Social Media dieses Jahr, lassen sich derartige Prognosen erst tätigen. Ob diese sich denn bewahrheiten, bleibt noch abzuwarten, doch scheint es durchaus plausibel. Zu sagen, dass mit dem weiterhin nicht ausgeschöpften Potenzial Instagrams, dem Aufstieg TikToks, der Etablierung VRs und vielem mehr ein spannendes Jahr auf uns wartet, ist wohl keine Übertreibung – und wir werden die Social Media-Landschaft weiterhin im Auge behandeln, genauso wie Socialbakers.

Über Toni Gau

Toni Gau

Toni Gau ist freischaffender Blogger, wobei sein Augenmerk auf Popkultur, Literatur und Storytelling liegt, mit eigens geschriebenen Geschichten zwischendrin. Nach dazugehörigem Studium setzt er hier nun seine Arbeit fort und unterstützt OnlineMarketing.de als Redakteur und Grafiker.

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