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Intransparente Preise: The Guardian zerrt Rubicon Project vor Gericht

Der Guardian wirft Rubicon Project vor, die Verdienste an dem Publisher nicht offenzulegen. Die SSP muss sich wegen Vertragsbruch vor Gericht verantworten.

© Flickr / dierk schaefer, CC BY 2.0

Die britische Tageszeitung The Guardian zerrt Rubicon Project, einen börsennotierten US-Player im Programmatic Advertising, vor Gericht. Der Vorwurf: Die SSP mache nicht transparent, wie hoch die Preise für das programmatisch ersteigerte Inventar auf der News-Seite sind, den Advertiser bezahlen. Der AdTech-Dienstleister wehrt sich dagegen.

Erhebt Rubicon Project undurchsichtige Gebühren bei den Auktionen?

The Guardian arbeitet mit Rubicon Project zusammen, um die Werbefläche auf der Online-Präsenz automatisiert und damit möglichst gewinnbringend zu versteigern. Jetzt bereitet die Tageszeitung eine Klage gegen die Supply-Side-Platform wegen Vertragsbruch vor. Ein Sprecher des Blatts sagte Business Insider gegenüber:

We can confirm that we have commenced proceedings against Rubicon Project for the recovery of non-disclosed buyer fees in relation of Guardian inventory.

Rubicon Project hingegen geht laut The Drum in die Offensive. Demnach fechtet das Unternehmen die Unterstellung an und wird dagegen „energisch vor Gericht vorgehen“. Die erhobenen Gebühren seien transparent und im Rahmen der Branchenstandards. In einem Statement heißt es:

We charge buyer fees for certain services we provide and have disclosed that fact publicly, including in our SEC filings, and in client contracts, including a contract we signed with Guardian over a year ago. We split our fees between sellers and buyers, reflecting the value we provide to both.

Our marketplace fees on transactions support the considerable and compounding costs of performing an open auction – including our extensive brand protection and inventory quality screening, and malware protection. As we add new buyers and sellers onto the platform, the resulting impact is compounding infrastructure costs.

Kommt nur ein Bruchteil des Geldes bei den Publishern an?

Das RTA-Ökosystem ist aufgrund seines rasanten Wachstums und der komplexen Technologien sehr unübersichtlich geworden. Viele Player partizipieren bei den Auktionen und jeder möchte ein Stück vom Kuchen abhaben. In einem Selbstversuch bot der Guardian vergangenes Jahr auf sein eigenes Inventar, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel die Werbetreibenden an die zwischengeschalteten Dienstleister bezahlen. Im schlechtesten Fall kam bei dem Test nicht einmal ein Drittel des ursprünglich bezahlten Betrags bei der News-Seite an. Dem möchte der Guardian jetzt vor Gericht auf den Grund gehen, da es laut Vertrag anscheinend anders geregelt ist.

Rubicon Project kooperiert mit hunderten von DSPs und arbeitet mit mehr als einer halben Million Advertisern zusammen. Der Börsenkurs des Unternehmens ist vergangenes Jahr allerdings um knapp 70 Prozent gefallen, da anfangs nach eigener Aussage der Header Bidding Trend verschlafen wurde. Der Disput mit dem britischen Blatt dürfte sich nicht gerade positiv auf die Entwicklungen der Aktie auswirken. Erst vor kurzem übernahm Michael Barrett die Geschäfte des Unternehmens als neuer CEO.

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

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