Social Media Marketing

Spectacles nicht genug beworben: Snapchats Agentur verklagt Influencer

Influencer Luka Sabbat wurde bezahlt, um Snapchats Spectacles zu bewerben. Das tat er nur unzureichend – und wird nun deshalb verklagt.

Luka Sabbat, Screenshot YouTube, © GQ

Der Influencer Luka Sabbat hat 1,4 Millionen Abonnenten bei Instagram, eine gute Anziehungskraft für Marken und jetzt ein Problem. Denn bei einer Kooperation mit Snapchats PR Agentur kam er seinen vereinbarten Pflichten zum Bewerben der Spectacles nicht nach. Deshalb wird der Instagrammer nun verklagt; und könnte als abschreckendes Beispiel fungieren.

Vertrag mit Snapchats PR Agentur nicht eingehalten: Zahlung wird zurückgefordert

Für seine Spectacles Marketing-Kampagne hat Snapchat die Agentur PR Consulting (PRC) mit ins Boot geholt. Diese hat wiederum den Influencer Luka Sabbat – Einigen womöglich als Ex-Freund von Kourtney Kardashian bekannt – beauftragt die Spectacles in konkretem Maße zu bewerben. Zur Vereinbarung gehörten vier einzigartige Posts: einer im Instagram Feed und drei in den Stories. Zwei der Story Posts sollten in New York im Kontext von Veranstaltungen der dortigen Fashion Week erstellt werden, während ein weiterer während der Fashion Week in Mailand oder Paris entstehen sollte. Bei den Posts sollte Sabbat laut Vertrag einen CTA per Swipe-Up mit einem bereitgestellten Hyperlink einbauen. Darüber hinaus erklärte sich der Influencer vertraglich bereit sich mit den Spectacles im Rahmen der Fashion Week in Mailand oder Paris öffentlich fotografieren zu lassen.

Schließlich sollte Sabbat PRC die Posts vorab zur Prüfung schicken und im Nachgang nach 24 Stunden Analytics dazu bereitstellen. Für diese Leistungen hätte er insgesamt 60.000 US-Dollar erhalten; 45.000 davon bekam er bereits bei der Vereinbarung.

Diese Informationen gehen aus einer Beschwerde von PRC beim Supreme Court New York hervor, der Sabbat schlussendlich zur Rückzahlung der erhaltenen 45.000 US-Dollar auffordert. Denn Luka Sabbat ist seinen Vertragspflichten nicht nachgekommen. Laut Beschwerde hat der Beschuldigte zwar einen Post für den Feed, aber lediglich einen für die Story erstellt. Außerdem hat er weder Analytics für PRC übermittelt noch die Agentur von seinen Posts unterrichtet. Öffentlich fotografieren ließ er sich mit den Spectacles ebenfalls nicht. Demnach kommt die Beschwerde zu dem Schluss:

Based upon the foregoing, PRC declared Sabbat in breach of the Agreement and demanded that Sabbat return the $45,000 that PRC paid him.

Obwohl Sabbat sich seiner unzulänglichen Werbung bewusst ist, wollte er das Geld nicht zurückzahlen. Neben der Rückzahlung fordert PRC nun auch weitere 45.000 US-Dollar Schadenersatz sowie die Übernahme der Anwaltskosten.

Beispiel für Komplexität im Influencer Marketing

Nicht Snapchat selbst führt die Beschwerde gegen Sabbat, sondern PRC. Für den Influencer könnte das Versäumnis beim Bewerben der Spectacles nun gänzlich nach hinten losgehen. Nicht nur, dass er sich eine starke Vergütung fürs Advertising durch die Lappen gehen lässt. Er muss womöglich aufgrund der Nichteinhaltung des Vertrags noch obendrauf zahlen. Damit dürfte Sabbat, wenn er tatsächlich zu den Zahlungen verdonnert wird, zu einem abschreckenden Beispiel für alle Influencer werden. Denn wer in Social Media seine Reichweite und Popularität nutzt, um für Marken Werbung zu machen, hat dadurch einerseits Privilegien, andererseits aber genauso klar definierte Pflichten. Und die Entscheidung, diesen nicht zureichend nachzukommen, kann natürlich individuell getroffen werden; kann die Influencer aber teuer zu stehen kommen. Immerhin geht es hier um wirtschaftlich relevante Verträge.

Für Marken zeigt sich, dass beim Marketing über Influencer stets Unvorhergesehenes passieren kann. Der Einfluss auf die Werbepräsentation ist beschränkt. Gerade das kann aber auch den positiven Effekt haben, dass die Influencer mit ihrem ganz eigenen Charme ein Produkt oder eine Marke derart promoten, dass ihre Follower unmittelbar davon überzeugt werden. Wer also einen guten und verlässlichen Partner in der Influencer-Branche gefunden hat, kann mit diesem bei verschiedenen Kampagnen oder Anliegen kooperieren und experimentieren. Wer als Influencer wie Luka Sabbat aber so demonstrativ Unzuverlässigkeit an den Tag legt, läuft Gefahr künftige Werbeaufträge wegen dieser Einstellung zu verlieren. Influencer haben die Wahl, welche Werbung sie machen wollen. Entscheiden sie sich für etwas, sollten sie aber auch vollends dahinterstehen.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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