Social Media Marketing

Social Listening: Warum du das soziale Rauschen filtern solltest

Du betreibst gutes Social Media Marketing, aber am Social Listening hapert es noch? Wir haben ein paar gute Gründe dafür, deine Ohren künftig für dein Publikum zu spitzen.

© Flickr / Iwan Gabovitch, CC BY 2.0

Social Listening ist eine praktische Möglichkeit um herzufinden, wie deine Zielgruppe tickt. Das aktive Zuhören gibt dabei Aufschluss über deren Probleme, Bedürfnisse und darüber, was sie an deinem Angebot schätzen. Auch die Branchenthemen kannst du überwachen und ebenfalls zu deinem Vorteil nutzen.

Grundlagen für ein besseres Social Media Marketing

Ein nicht geringer Anteil deiner Mitbewerber setzt mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits auf Social Listening. Denn so lernst du dein Publikum kennen, lernst es einzuschätzen und kannst seine Bedürfnisse mit individuell zugeschnittenen Inhalten decken. Nachdem heutzutage alles auf Personalisierung und Individualisierung im Kundenkontakt ausgelegt ist und verschiedene Tools das Zuhören sehr vereinfachen, wäre es schon fast ein Vergehen, dies zu ignorieren. Wir wollen euch den Leitfaden von Hootsuite zum Social Listening nicht vorenthalten, der erklärt, worum es sich dabei handelt, aus welchem Grund es wichtig für dein Business ist und welche Tools es dafür gibt.

#1 Worum handelt es sich beim Social Listening?

Wie Social Media Examiner knapp formuliert, handelt es sich dabei um das Überwachen des Webs und sozialer Netzwerke zu bestimmten Themen. So lässt sich herausfinden, inwieweit das Netz über dich, deine Konkurrenz oder für dich relevante Themen spricht. Dabei kannst du dich sowohl an Erwähnungen auf Twitter orientieren oder auch verfolgen, welche Trends sich in deiner Branche gerade auftun und worüber die Konkurrenz gerade spricht. Es ist ebenfalls möglich nachvollziehen, welche Art von Inhalten das meiste Engagement auf Instagram erzielt. In welche Richtung du auch immer gehen möchtest, findet die Methode bei dir Einsatz, kann das nur Vorteile mit sich bringen.

Unterschied zum Social Media Monitoring

Häufig finden die beiden Begriffe simultan Verwendung, doch obwohl es Analogien gibt, unterscheiden sie sich doch. MarketingProfs beschrieben ihn wie folgt: „Monitoring sieht die Bäume, Social Listening den Wald“. Mit Social Media Monitoring sammelst du Daten und Erwähnungen deiner Marke und Branche. Mit Social Listening analysierst du die erhaltenen Informationen und beginnst zu handeln, indem du die Daten für deine Strategie einsetzt. Laut Hootsuite kannst du Muster und Gefühlslagen beobachten und darauf basierend Schlüsse ziehen.

Wie zu erkennen ist, sind sich die Begriffe auch in ihrer Bedeutung ähnlich, doch geht das Social Listening einen bedeutenden Schritt weiter: Du siehst das große Ganze und bist in der Lage entsprechend zu agieren.

#2 Warum ist Social Listening nützlich?

Dafür gibt es viele Gründe, wie etwa die Kundengenerierung. Hier werden neben dem genannten die relevantesten aufgeführt:

  • Kundenservice
    Solange du überwachst, wie und worüber dein Publikum spricht, kannst du schnell reagieren und so im schlechtesten Fall etwa einem Shitstorm noch vor dem Ausbruch Einhalt gebieten. Das wachsame Auge kann in diesem Fall aber auch einfach dazu dienen, dich auf Augenhöhe mit deinem zufriedenen Zielpublikum zu begeben und mit ihm zu interagieren. Einer Untersuchung von American Express zufolge sind die fünf Top-Gründe von US-Kunden soziale Medien zu nutzen, eng mit der Interaktion mit Unternehmen verbunden.
  • Aufschlussreiches Feedback
    Hörst du genau zu, wirst du schnell herausfinden, was deinen Kunden gefällt und was sie gar nicht mögen. Wo besteht noch Bedarf, was würden sie gern von dir bekommen oder nicht mehr sehen?
  • Leadgenerierung
    Indem du hinhörst, worüber deine Branche spricht, kannst du dich angemessen in die Konversation einschalten und mit deinem Beitrag sowie deinen Lösungen Leads generieren.
  • Influencer und Befürworter finden
    Wer engagiert sich am meisten in deiner Community, wer hat viele Follower und einen hohen Trustfaktor? Du wirst die Influencer deines Verticals identifizieren können, indem du deine Community aufmerksam verfolgst.
  • Wettbewerbsanalysen
    Dieser Punkt spricht für sich: Aktivierst du dein Social Gehör, erlangst du aufschlussreiche Einblicke in die Aktivitäten der Mitbewerber erlangen.

#3 Die Listening Strategie

Um eine vernünftige Strategie auszuarbeiten, musst du dir über die für dich relevanten Keywords und Phrasen im Klaren sein, die du überwachen willst. So spielen die folgenden Beispiele eine wichtige Rolle:

  • Dein Unternehmens- oder Markenname, inklusive falscher Schreibweisen
  • Der Unternehmens- oder Markenname deiner Konkurrenz, ebenfalls inklusive Schreibfehler
  • Gängige Schlagwörter deiner Branche
  • Slogans
  • Kampagnennamen

Um dir deine Arbeit zu vereinfachen, bietet sich der Einsatz verschiedener Tools an. Einige davon sind gratis zu haben, andere wiederum kostenpflichtig, bieten dafür aber unter Umständen erweiterte Features. So kannst du ohne weiteres Google Alerts nutzen, dafür musst du nur über einen Google Account verfügen. Gleiches gilt für die erweiterte Twittersuche. Andere Anbieter wie Hootsuite, Quora oder ViralHeat sind zwar kostenpflichtig, erlauben aber ein detailliertes Monitoring, was beim Managen mehrerer Kunden hilfreich sein kann. Hier gilt es auszuprobieren, welcher Anbieter das passende Angebot hat.

Immer im Blick zu haben, was andere über dich schreiben und welche Themen in der Branche gerade angesagt sind, ist eine wertvolle Option beim Social Media Marketing. Auf sie zu verzichten ist zwar möglich, aber nicht unbedingt ratsam.

Quelle: Hootsuite Blog

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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3 Gedanken zu „Social Listening: Warum du das soziale Rauschen filtern solltest

  1. R. Henke

    Dass man auf einer Marketing-Plattform Themen wie dieser unter einem pseudo-modernen „Ach- in-digital-ist-alles-so-anders“-Etikett wie „Social Listening“ (was für ein Schei.. begriff, sorry!) überhaupt berichten muss, ist doch bitte eine Farce! Was lernt man denn heute auf FHs und Unis auf dem Weg zum Bätscheler oder Mahsta of Artz? Es handelt sich hier um – aufgemerkt – Markt- und Wettbewerbsbeobachtung. Dass die im digitalen/Online-Umfeld genauso selbstverständlich zu einem guten Marketing gehört, wie auf Planet Offline, ist je nun keine Überraschung.

    „Ach, mal gucken/hören/lesen was der Kunde so macht. Revolutionääär!“

    Ich bin ja echt ein großer Online-Freund, aber was inzwischen täglich an pseudowissenschaftlichen Säuen durchs Marketing-Dorf getrieben wird, ist erhellend noch unterhaltsam sodern in den meisten Fällen einfach nur peinlich und eine Schande für den gesamten Tätigkeitsbereich.

    Antworten
    1. Pascal Lauscher

      Nun es ist dasselbe und nicht dasselbe. Weil es ist ein Unterschied zu schauen was ein Kunde „macht“ im Vergleich dazu, dass er es in einem Medium veröffentlicht, welches danach von hunderten anderen potentiellen Kunden gelesen wird. Unzählige Social Media Plattformen bedingen dabei einer technischen Unterstützung der „Marktbeobachtung“ speziell für diese Plattformen und demnach ist es gerechtfertigt, dass es auch einen Begriff dafür gibt.

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  2. Marco Feiten

    Hallo Frau Bauer,

    ein gelungener Artikel – vielen Dank.

    Ich hatte zum Unterschied zwischen Social Listening und Social Media Monitoring auch vor einigen Wochen einen Blog-Beitrag verfasst. Daraus folgender Teil, der hier gut als Anregung bzw. Ergänzung passt:

    „Ein Monitoring oder Listening ohne Analyse macht überhaupt keinen Sinn. Niemand erhebt Daten ohne eine dahinter liegende Intention. Daten sind Mittel zum Zweck. Bildlich gesprochen: Man bohrt ja auch nicht nach Öl nur um es dann einfach aus dem Bohrturm fließen zu lassen. Die Suche nach Öl wird überhaupt erst durch den wirtschaftlichen Nutzen des Ölverkaufs heraus begonnen. Und aus mehreren erfolgreichen Bohrungen kann dann im Kontext der vorhandenen Begebenheiten (Infrastruktur, Ressourcen) ermittelt werden, ob eine Förderanlage rentabel ist.

    Ähnlich ist es beim Social Media Monitoring bzw. Social Listening: Die generierten Daten müssen überprüft und bearbeitet werden. Es wäre z. B. denkbar, dass sich in den ermittelten Daten (sofern sie überhaupt mengenmäßig ausreichend sind) zahlreiche falsche oder veraltete Ergebnisse befinden. Parallel zu einer solchen Bereinigung kann bereits eine Kategorisierung vorgenommen werden. Das ist nach unserem Verständnis Social Media Analyse, denn es bedarf dazu durchdachter und regelmäßig zu überprüfender „Themen-Schubladen“, die Basis für weitere Auswertungen sind. Aus dieser Kategorisierung folgt die ggf. durch weitere Rechercheergebnisse angereicherte Ableitung – die Social Media Intelligence.“

    Beste Grüße
    Marco Feiten
    Managing Director CURE S.A.

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