Social Media Marketing

Snapchat Marketing Guide: Formate, Tools und Features

Snapchat Marketing bietet mit AR-Linsen, Filtern und verschiedenen Anzeigen-Formaten eine Bandbreite an Möglichkeiten für Unternehmen, um ihre Produkte zu bewerben.

© Clarisse Meyer - Unsplash

Erst totgesagt, schwebt das Soziale Netzwerk mit dem freundlichen Geist erneut in die Sphären des Erfolgs. Denn bei Snapchat steigen die Nutzerzahlen wie der Quartalsbericht des Unternehmens zeigt. Im dritten Quartal dritten Quartal 2018 waren rund 186 Millionen Nutzer auf der Social Media Plattform aktiv, 2019 sind es rund 210 Millionen. Damit nutzen 24 Millionen mehr User das Netzwerk als im Vorjahr. In Deutschland verzeichnet die Plattform sechs Millionen aktive Nutzer täglich. Über die Hälfte davon ist weiblich und der größte Teil höchstens 24 Jahre alt. Laut Statista beträgt die durchschnittliche Nutzungsdauer von Snapchat 12,6 Minuten.

Gesamtumsatz von Snapchat wächst um 50 Prozent

Insgesamt verzeichnet das Unternehmen einen weltweiten Gesamtumsatz von rund 446 Millionen US-Dollar für das dritte Quartal 2019. Im Vorjahr betrug der Gesamtumsatz im selben Zeitraum rund 297 Millionen US-Dollar. Das ist ein Zuwachs von mehr als 50 Prozent. Snapchat erwirtschaftet seine Einnahmen laut Geschäftsbericht hauptsächlich durch Werbung. Dazu zählen Snap Ads und Sponsored Creative Tools wie Augmented-Reality-Lenses. Ein guter Grund sich die Snapchat Marketing-Optionen eines Business-Accounts einmal genauer anzusehen. Weitere gute Gründe findet ihr übrigens in unserem Beitrag.

Snap Ads für kreatives Snapchat Marketing

Snap Ads werden mit dem Ad Manager erstellt. Hier könnt ihr wie gewohnt Kampagnen erstellen, Zielgruppe, Kampagnenziel, Budget und Zeitraum festlegen. Dabei stehen euch eine Auswahl an verschiedenen Formaten zur Verfügung:

  • Snap Ads: Sie führen die User durch Links auf Webseiten, Apps, zu Videos oder AR-Linsen und können bis zu zehn Sekunden lang sein. Videos sollten eine Länge von drei bis fünf Sekunden haben.
  • Collection Ads: In diesem Ad-Format werden mehrere Produkte in einer Leiste aufgeführt. Die einzelnen Produkte können angeklickt werden und führen auch zum Shop.
  • Story Ads: Hier wird zwischen einer Auswahl von Snaps eine „Discover“-Kachel mit der erstellten Snapchat Story Ad dargestellt. Die Story kann zwischen drei und zwanzig Snaps als Bild- oder Videoformat umfassen.
  • Commercials: Die sechs Sekunden langen Anzeigen erscheinen zwischen dem Premium Content der User und sind nicht überspringbar.

Ads erscheinen zwischen den Stories oder je nach Art zwischen anderem Content. Die Anzeigen werden immer im Hochformat ausgeliefert. Zudem ist es möglich, bei Kampagnenerstellung aus vordefinierten Zielgruppen wie „Snap Audience Match“ für Kampagnen zu wählen.

Tools – Hilfe beim Snapchat Marketing

Instant Create: Das Tool aus dem Ad-Manager hilft bei der Erstellung von Snapchat-Werbung und vereinfacht den Prozess.

Im Business-Help-Center führt Snapchat Schritt für Schritt durch verschiedene Prozesse wie „Get Started with Snapchat Advertising“ oder „Ad Creation“.

Wie ihr das Beste aus eurer Snapchat-Werbung herausholt, erfahrt ihr unter „Creative Best Practices“. Beim erstellen hilft Snap Publisher.

Lenses – Snapchats eindrucksvolles Marketing Tool

Sponsored AR-Lenses: Ein besonderes Marketing-Tool bietet Snapchat mit den Sponsored Augumented Reality Lenses. Hier gibt es zwei Optionen:

  • „In Camera“: Die AR-Linse wird einen Tag lang in deinem Land veröffentlicht
  • „In Content“: Die Snap Ads werden den Usern gezeigt, die am wahrscheinlichsten swipen und die Linse nutzen.

Es ist möglich, eigene Linsen mit dem Lensstudio zu kreieren oder mit den CreativePartners von Snapchat für die Erstellung einer Linse zusammenzuarbeiten. Laut Snapchat nutzen 70 Millionen User die AR-Lenses täglich.

Das amerikanische Pizzaunternehmen Papa John’s veröffentlichte zum Beispiel eine Augumented-Reality-Linse mit integrierter Bestellfunktion. Das führte dazu, dass über 25 Prozent der AR-Linsen-Nutzer eine Pizza über die Swipe-Up-Funktion bestellten. Zusätzlich druckte das Unternehmen noch Snap-Codes auf die Pizzaboxen, die die User direkt zur Linse führten.

Rituals nutzte ebenfalls Snap-Codes für die Audience-Lense, die in Magazinen und Schaufenstern der Stores zu sehen waren. Damit verschaffte sich das Unternehmen mehr Reichweite, User-Engagement und Sichtbarkeit für den eigenen Snapchat-Account und mit der Marke.

Auch bei uns nutzen Firmen bereits die Reichweite von Snapchat für die junge Zielgruppe: Die Techniker Krankenkasse und Thyssen Krupp werben seit einigen Jahren über das Soziale Netzwerk für ihre Lehrstellen. Dafür setzte Thyssen Krupp allerdings einen Mix an Marketingelementen ein. Laut einem Interview mit „Human Resources Manager“ verteilt das Unternehmen Flyer, Postkarten und Poster an Schulen, die auf Snapchat hinwiesen und gibt sie auch bei Aktionen an Schulen oder Job-Messen aus, um die Anzahl der Follower zu vergrößern. Die Rückmeldungen waren laut Thyssen Krupp sehr positiv.

Filter – vielfältig einsetzbar

Auch Filter gehören zu den Werbetools von Snapchat. Dazu zählen unter anderem die Geofilter, die nur an bestimmten Orten verfügbar sind und auch dazu dienen können, mehr Besucher in reale Shops oder zu Events zu ziehen.

McDonalds Norwegen nutzte einen Chain Filter in mehr als 70 Locations für die Bewerbung des 50-jährigen Jubiläums des Big Macs im Jahr 2018. Der Filter diente vor allem dem Consumer Engangement mit der Marke. Die User erhielten jedes Mal neue Designs für den Filter , wenn sie eines der Schnellrestaurants betraten. Die Share-Rate des Filters lag bei 16 Prozent.

Werbefilter können von den Usern einfach über ihre Fotos oder Videos wie die normalen Filter gelegt werden. Im Filter erscheint dann zusätzlich die Marke des Werbenden.

  • On Demand Filter: Damit kann ein Bereich abgesteckt werden, in dem der Filter erscheinen soll. Auch der Zeitraum kann festgesetzt werden. Der Preis richtet sich nach der Größe des Bereichs und dem festgelegten Zeitraum.
  • Audience Filter: Diese Filter sind auf eine vorher festgelegte Zielgruppe ausgerichtet. Ihre Kosten werden nach Impression und Auslieferung des Filters an einen User berechnet.

Fazit

Snapchat eignet sich besonders für die junge Zielgruppe. Speziell die Generation Z spricht auf Videos und interaktiven Inhalt an. Um diese Personengruppe zu erschließen, lohnt es sich für Marketeers also, sich mit den umfangreichen Möglichkeiten der Snapchat Ads, Filter und Lenses auseinander zu setzen und eigene Werbung dafür zu kreieren. Bleibt die User-Entwicklung der App auch nächstes Jahr konstant gut, könnte sich die Nutzergruppe eventuell auf weitere Altersgruppen ausdehnen.

Über Juliane Pröll

Autorin Juliane Pröll studierte Ressortjournalismus an der Hochschule Ansbach und arbeitet seitdem als freie Journalistin für verschiedene Medien. Dabei berichtet sie auch immer wieder über Wirtschaftsthemen.

Juliane Pröll

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