SEO - Suchmaschinenoptimierung

SERP-Kannibalisierung: Gleiches verschlingt gleiches – und schadet deinem Ranking

SERP-Kannibalisierung taucht in vier unterschiedlichen Formen auf und kann sich negativ auf das Ranking deiner Seite auswirken. Gehörst du zu den Kannibalen?

© Flickr / Philippe Put, CC BY 2.0

Beim Rennen um die besten Rankings in den organischen Suchergebnissen von Google gibt es Vieles zu beachten. Jederzeit muss man auf ein neues Google-Update gefasst sein, informiert bleiben und entsprechend reagieren. Von einem Tag auf den anderen kann man dann feststellen, dass die eigene Seite einen starken Ranking-Absturz erlitten hat. In so einem Fall solltest du dich schleunigst auf die Fehlersuche begeben und die eigene Webseite auf Herz und Nieren prüfen. Einer dieser Gründe für den Absturz im Ranking könnte die SERP-Kannibalsierung sein.

SERP-Kannibalisierung: Was ist das?

Kannibalisierung beschreibt die gegenseitige Verdrängung zweier oder mehrer Seiten innerhalb der SERPs (Search Enginge Result Page), die ähnliche Merkmale aufweisen und meist zum gleichen Unternehmen gehören. Doch wie kann sich dies im Konkreten äußern?

Wie kann SERP-Kannibalisierung aussehen?

Graham Charleton, Chefredakteur bei ClickZ Global, veröffentlichte vor kurzem einen Artikel auf Search Engine Watch, in dem er unterschiedliche Formen der SERP-Kannibalisierung untersucht. Er analysiert die Seiten, die in Beziehung zueinander stehen, und erläutert anhand von Beispielen wie diese einander verdrängen.

Charleton unterscheidet hierbei zwischen vier verschiedenen Formen der SERP-Kannibalisierung. Er spricht von der internen Kannibalisierung (internal), dem Unterseiten Konflikt (sub-domain conflict), dem internationalen Konflikt (international conflict) und dem Konflikt auf semantischer Ebene (semantic flux).

Internal und sub-domain conflict

Internal und sub-domain conflict unterscheiden sich nicht sehr stark. Während es bei der internal cannibalisation um miteinander konkurrierende Seiten einer Webseite geht, die um die Gunst der gleichen Keywords buhlen und sich somit Ranking-Anteile und potentiellen Traffic streitig machen, spricht man bei dem sub-domain conflict von der gleichen Problematik, allerdings zwischen einer übergeordneten Webseite und ihrer Unterseiten.

International conflict

International conflict bezieht sich auf die internationalen Versionen einer Webseite, welche oftmals den gleichen Inhalt bieten und es Google somit schwer machen zu bestimmen, welche der Seiten gerankt werden soll. Verwendet man jedoch in solchen Fällen das Link-Attribut rel=”alternate” hreflang=”x” versteht Google, dass es sich hierbei nicht um Duplicate Content, sondern lediglich um eine andere Version ein und derselben Webseite handelt.

Semantic flux

Betreibt ein Unternehmen zwei oder mehere Webseiten mit einem ähnlichen Produkt- bzw. Service-Angebot, die zwar von einander losgelöst sind, jedoch einen ähnlichen oder gleichen Aufbau aufweisen und daher im Ranking miteinander konkurrieren, ist die Rede von semantic flux. Google erkennt die Beziehung dieser Seiten zueinander und rankt sie gleichermaßen, da es in so einem Fall für Google nicht klar ist, welche Seite besser gerankt werden soll. Hierduch entstehen erhebliche  Fluktuationen im Ranking, weshalb die Seiten abwechslend im Ranking steigen und fallen.

Wie in folgendem Beispiel: Die Gap Group betreibt die drei Online Shops, Old Navy (pink), Gap (green) und Banana Republic (yellow), welche alle miteinander konkurrieren. In diesem Beispiel geht es um die Ranking-Bilanz der drei Seiten in Bezug auf das Keyword „winter coats women“.

Semantic flux

Fallbeispiel semantic flux anhand dreier Webseiten © Search Engine Watch

Man sieht, dass alle drei Seiten eine relativ ähnliches Ranking aufweisen. Da Google die Beziehung der Seiten zueinander erkannt hat und nicht weiß, welche bevorzugt werden soll, verteilt sich das Rankingpotenial gleichmäßig – was aber auch bedeutet, dass keine der Seiten wirklich gut rankt.

Fazit

Dass sich duplicate content nicht förderlich für das Ranking einer Seite auswirkt, ist seid dem Google Panda Update allseits bekannt. Aber auch darüber hinaus ist es wichtig darauf zu achten, dass sich die eigene Webseite vom Aufbau nicht zu stark an anderen Seiten orientiert. Vor allem für einen Webseitenbetreiber, welcher gleich mehrere Seiten betreut, ist dies ein wichtiger Faktor, um Einbußen im Ranking zu vermeiden.

Falls eure Webseite wieder einmal im Ranking fällt oder sich irgendwie nicht so richtig in den SERPs durchsetzen kann, solltet ihr euch vielleicht mal fragen, ob ihr nicht zum Club der SERP-Kannibalisten gehört.

Habt Ihr vielleicht selber bereits Probleme mit SERP-Kannibalismus gemacht? Konntet Ihr das Problem lösen?  Wir freuen uns über Eure Kommentare.

Quelle: Search Engine Watch

Über Alex Marques Diogo

Alex Marques Diogo

Alexander Marques Diogo studierte Literaturwissenschaft und Musikwissenschaft an der Universität Hamburg. Über einen Nebenjob kam die Leidenschaft zum Online Marketing. Seit November 2015 unterstützt er die Redaktion von OnlineMarketing.de. Darüber hinaus ist er als Online Marketing Consultant im Bereich Affiliate Marketing und SEO für das Hamburger Start-Up ad-Shot tätig.

Ein Gedanke zu „SERP-Kannibalisierung: Gleiches verschlingt gleiches – und schadet deinem Ranking

  1. PenchoS

    Hallo Herr Diogo,

    danke für das interessante Thema. Ich hätte mir ein besseres Beispiel einer deutschen Seite gewünscht.

    Übrigens, in Ihrem Artikel gibt es zwei Schreibfehler ;-)

    Viele Grüße
    PenchoS

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.