Mobile Marketing

Mobile Adblocker-Rate mehr als verdreifacht – Samsung als Verursacher

Seit Samsungs mobiler Web Browser 6.2 für Android aktiv ist, ist auf den Endgeräten die Adblocker-Rate in die Höhe geschnellt. Ein Ausblick in die Zukunft?

© Gilles Lambert - Unsplash

Innerhalb von drei Wochen hat sich die Adblocker-Rate auf mobilen Endgeräten in Deutschland und der Schweiz auf mehr als das Dreifache erhöht. Dabei handelt es sich um Geräte, die mit Android laufen. Als Verursacher dieser Entwicklung kommt Samsungs neuer mobiler Browser infrage.

Die mobile Adblocker-Rate: Bald insgesamt höher als bisher?

Während die Adblocker-Raten im Bereich von Desktop in Deutschland seit einiger Zeit recht konstant um die 20 Prozent-Marke kreisen, war das mobile Adblocking von geringer Relevanz. Auch im letzten Bericht des Online-Vermarkterkreises (OVK) im August hieß es vonseiten des stellvertretenden Vorsitzenden Stefan Schumacher:

Hier liegt die Adblocker-Rate weiterhin im niedrigen einstelligen Bereich.

Seit dem 30. Oktober hat sich jedoch hierzulande und in der Schweiz etwas geändert. Zumindest für die Nutzer von Android-gestützten Endgeräten. Denn zwischen dem 30. Oktober und dem 20. November ist die mobile Adblocker-Rate in diesen Ländern von 1,8 Prozent auf 6,3 Prozent gestiegen, also um das Dreieinhalbfache.

Diese Entdeckung legt Christoph Tavan von contentpass dar.

Anstieg der mobilen Adblocker-Rate bei Android Geräten in Deutschland und der Schweiz in den vergangenen Wochen, © contentpass

Zudem liefert er gleich eine Erklärung für den raschen Anstieg, der das mobile Adblocking verändern könnte. Denn der Beginn der Erhöhung der Rate fiel nicht zufällig mit dem Release von Samsungs neuem mobilen Web Browser für Android in der Version 6.2 zusammen. Dieser Browser beinhaltet einen vorinstallierten Blocker für Tracking. Damit kannst du in einem privaten Modus mobil surfen, ohne getrackt zu werden. Außerdem gibt es auch die Option, mit dem Content Blocker Ads abzuwehren. Genaueres berichtet Peter O’Shaughnessy bei Medium. Mit den Möglichkeiten, werbefrei mobil zu surfen, geht Samsung auf einige Userinteressen ein.

Obwohl die Ads per Voreinstellung noch ausgespielt werden, bleibt den Usern in diesem Browser die Option zum Blocken. Tavan glaubt, dass viele diese Option aktiv nutzen, was zum großen Antieg der mobilen Ablocker-Rate geführt haben dürfte.

Wie wird sich Adblocking künftig mobil entwickeln?

Bislang nutzen tatsächlich noch wenige User mobile Adblocker. Das dürfte sich jedoch ändern, wenn mehr Browser bereits mit implementierten Blockern daherkommen. Auch Google soll im kommenden Jahr mit ähnlichen Funktionen wie Samsung bei Chrome aufwarten. Allein deshalb könnte sich der bis dato mit wenig Beachtung bedachte Bereich des mobilen Adblockings stark wandeln.

Dazu kommt, dass die zur Debatte stehende Regulation on Privacy and Electronic Communications (ePrivacy) der EU dazu führen könnte, dass Browser per Voreinstellung Trackingblocker beinhalten müssen. Daher sollten Advertiser sich für optimierte Mobile-Kampagnen wappnen. Diese müssten wohl in Zukunft deutlich userfreundlicher gestaltet werden. Noch lässt sich mobil der Großteil der Nutzer gut erreichen; doch sollten Advertiser die kommenden Entwicklungen stets im Hinterkopf behalten, um nicht kalt erwischt zu werden. Vielleicht ist das Samsung Update bereits ein Vorgeschmack auf die Dinge, die da kommen werden.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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