Video Marketing

Preisgekrönte Spots: Adfilter für Pre-Rolls ersetzt Videowerbung mit Werbung

Werbungtreibende haben erneut Grund zur Aufregung: Ein Filter ersetzt gewöhnliche durch preisgekrönte Werbung, die User zum Anschauen motivieren soll.

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Das englische Gegenstück zum deutschen Art Directors Club hat ein Add-On für Googles Chrome Browser und Firefox im Angebot, das die vom User ungeliebte Werbung in Pre-Rolls durch preisgekrönte austauscht. Während Endnutzer sich über die neuen Möglichkeiten freuen dürften, würden Video-Advertiser vermutlich am liebsten Gift und Galle spucken.

Preisgekrönte Werbung für Pre-Rolls

Die französische Agentur BETC Paris hat das Plug-In entworfen, das bei Aktivierung die Pre-Rolls in Online-Videos mit Werbung austauscht, die bereits mit Preisen von D&AD ausgezeichnet wurde. So soll sichergestellt werden, dass die Werbung in der Vorschau von den Usern gern angeschaut und nicht ausschließlich auf das Überspringen gewartet wird.

Sicher werden die Nutzer des Plug-Ins dankbar für die Innovation sein und auch wird es vermutlich zu einer gesteigerten Anzahl an Views kommen (Youtube zählt einen View ab dreißig Sekunden als einen solchen), da die User tatsächlich mehr Interesse an der hochwertigen Werbung haben werden.

Dass Advertiser aber hohe Etats in Videowerbung investieren, die dann schlichtweg niemandem ausgespielt wird, klingt nach einer bitteren Pille. Auf der anderen Seite könnte das Add-On natürlich auch motivieren, virale Werbung zu produzieren. Nur wird das nicht jedem gelingen, weshalb diejenigen Unternehmen den kürzeren ziehen und benachteiligt werden. Zwar steht hinter dem Verband vermutlich kein Unternehmen, sondern A&AD vergibt Auszeichnungen und sollte unabhängig sein. Dennoch maßt sich die Vereinigung an, zu entscheiden, welche Marken es verdient haben in der Pre-Roll zu erscheinen. Darum hat niemand gebeten und vor diesem Hintergrund kommt der Einsatz des Add-Ons einer Wettbewerbsverzerrung gleich. Viele werden sich an die Brisanz der Whitelist von AdBlock Plus erinnert fühlen, bei der Unternehmen gutes Geld zahlen, um gelistet zu werden. Dieses Vorgehen kam in der Werbebranche zuletzt weniger gut an. Unklar bleibt beim Ausspielen der preisgekrönten Werbung, ob Youtube diese überhaupt als View für den Advertiser zählt.

Vermutlich wird die Zielgruppe des Add-Ons aber vergleichsweise klein sein. Denn User, die keine Online Anzeigen sehen wollen, nutzen Adblocker, die eben jene gänzlich blockieren und keine Unterscheidung zwischen gut oder schlecht treffen (meistens). Einen Adfilter einzusetzen, der ausgezeichnete Werbung ausspielt, macht am ehesten für Kreative Sinn, denn für Endverbraucher.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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