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d3con holt Trumps Online Marketing “Superwaffe” auf die Bühne – Veranstalter Thomas Promny im Interview

Molly Schweickert, Head of Digital bei Cambridge Analytica, gibt auf der d3con spannende Einblicke in ihre Arbeit für Trump. Wird Veranstalter Thomas Promny jetzt politisch?

Thomas Promny, Gründer der d3con

Mit Molly Schweickert, Head of Digital bei Cambridge Analytica, holt die d3con eine spannende und vor allem auch polarisierende Keynote-Speakerin nach Hamburg. Das britische Unternehmen ist international durch ihren innovativen Einsatz des sogenannten psychographischen Targeting oder auch “Behavioral Microtargeting” im US-amerikanischen Wahlkampf bekannt geworden.

Während diese Methode von den Medien oftmals als die “Superwaffe” der künftigen Politiker betitelt wird, macht sich in der Online Marketing Szene eher Skepsis breit. Wir haben mit dem Veranstalter Thomas Promny über die Entscheidung gesprochen, die kontroverse Speakerin nach Hamburg einzuladen.

Interview mit Thomas Promny, Gründer der d3con

OnlineMarketing.de: Mit der gerade angekündigten Keynote-Speakerin geht ihr bei der d3con jetzt auch in die Politik. Wie kam es dazu?

thomas-promny-founder-d3con-4-3Thomas Promny: Zuerst mal vorweg, die d3con wird dadurch natürlich nicht zu einer politischen Veranstaltung. Aber manchmal gibt es auch in dieser Branche wirklich moderne Marketingstrategien, an denen sich die restlichen Marketer orientieren wollen – vielleicht nicht so sehr in Deutschland, aber im wesentlich kompetitiveren und ja auch mit sehr ansehnlichen Budgets ausgestatteten US-Wahlkampf mit Sicherheit.

Wie es dazu kam: Durch den Artikel im Schweizer „MAGAZIN“ bin ich erstmals auf das ganze Thema aufmerksam geworden, die Firma „Cambridge Analytica“, die angeblich mit wundersamem „psychographischen“ Targeting spektakuläre Erfolge im Online Marketing erzielen kann. Das Thema war natürlich sofort und offensichtlich spannend für die d3con und so habe ich angefangen, mit dem Unternehmen zu sprechen und herauszufinden, ob die sich damit auch auf unsere Bühne trauen. Das hat ein paar Wochen gedauert und nun schließlich geklappt – Molly Schweickert, Head of Digital bei Cambridge Analytica wird auf der d3con 2017 die Keynote halten und spannende Einblicke in ihre Kampagnen zum US-Wahlkampf geben!

Was findest du besonders spannend an dem Thema? Was kann Cambridge Analytica, was andere nicht können?

Ich finde zwei Ansätze besonders spannend. Zum einen haben sie natürlich Datenquellen, von denen deutsche Werbetreibende nur träumen können und sie sind in der Lage, mit den genannten psychographischen Profilen faszinierend detaillierte Zielgruppensegmente zu bilden.

Und zweitens glaube ich, haben sie viel mehr als andere Marketer bisher darüber nachgedacht, wie man die Marketingbotschaften auf die vielen unterschiedlichen Segmente zuschneidet. Wenn man beispielsweise bibelverrückte Weiße aus dem mittleren Westen gezielt erreicht, kann man ihnen Geschichten erzählen, was für ein guter Christ der eigene Kandidat ist. Oder man kann die Zielgruppen, die man nicht überzeugt, mit negativen Geschichten über den Gegner wenigstens davon abhalten, diesen zu wählen.

Das erklärt aus meiner Sicht auch, warum der Rest der Welt so überrascht war von der Wahl Trumps: Schlaues Targeting hat dazu geführt, dass wir von außen nur einen relativ kleinen und offensichtlich nicht sehr repräsentativen Ausschnitt aus dem Wahlkampf sehen konnten.

Inwiefern sind diese Themen denn wirklich nur für Wahlkämpfer zu gebrauchen oder denkst du, dass auch andere Marketer davon lernen können?

Das Ganze ergibt natürlich nicht nur im Wahlkampf Sinn. Wenn man sich anschaut, wie viele unterschiedliche Arten von Menschen aus den verschiedensten Gründen einen VW Touran kaufen oder Krombacher Bier trinken, muss man wohl nicht allzu viel um die Ecke denken, um auch in solchen Bereichen Anwendungsfälle zu sehen.

Wie viel davon stimmt wirklich und was ist Marketingstory, die sie vielleicht gar nicht liefern können?

Das kann ich im Detail natürlich auch nicht mit finaler Sicherheit beurteilen. Das kann sich auf der d3con ja jeder selbst anhören, wie viel er der Speakerin glaubt.

Aber wenn man ehrlich ist, gibt es in unserem Ad Tech Markt keine Firma, die nicht ein bisschen oder sogar einiges mehr verspricht, als sie kurzfristig liefern kann. Zu einem gewissen Grad gehört es sicherlich dazu, auch ein bisschen heute zu verkaufen, was man morgen oder auch erst übermorgen liefern kann. Ich bin auf jeden Fall gespannt!

Vielen Dank für das Interview!

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Disclaimer: Thomas Promny, Gründer der d3con, ist ebenfalls einer der Gründer von OnlineMarketing.de.

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