Suchmaschinenmarketing

LSR: 7-stelliger Schaden für Axel Springer SE und Twitter zeigt sich schadenfroh

ASV zieht Bilanz nach Streit um Leistungsschutzrecht: Such-Traffic brach um 40 Prozent ein, über Google-News um 80 Prozent. Und die Twitter-User freuen sich.

© alphaspirit - Fotolia.com

Axel Springer SE beziffert die Traffic-Einbrüche aufgrund des Streits mit Google um das Leistungsschutzrecht. Der Traffic von der Google-Suche sei um 40 Prozent eingebrochen, von den Google-News sogar um beinahe 80 Prozent. Das Verlagshaus erwartet einen finanziellen Schaden in siebenstelliger Höhe. Die Reaktionen auf Twitter sind anders als erwartet.

Ein teures Experiment

Das digitale Verlagshaus Axel Springer SE, das unter anderem die BILD und DIE WELT vermarktet, verkündete nun die Auswirkungen der eingeschränkten Sichtbarkeit bei Google. Seit dem 23. Oktober wurden die Websites welt.de, computerbild.de, sportbild.de und autobild.de bei der Suchmaschine ohne Snippets und Thumbnails angezeigt. Der Konzern, der sich in der VG Media organisiert, hatte vorher bereits einen Aufschub vonseiten Googles erhalten und sich dann dazu entschieden, dem Suchmaschinenriesen zunächst keine Lizenz zur Verwertung der Fotos und Texte für diese Seiten anzubieten. Damit sollten die Folgen einer solch benachteiligten Positionierung auf den Suchergebnisseiten aufgezeigt werden.

Eine ausführliche Dokumentation über das Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens findet sich auf der Website des Medienriesen. Axel Springer spricht in dem Beitrag von „Diskriminierung“ und „Marktmissbrauch“ durch Google. Weiterhin heißt es dort:

Als Folge dieser Diskriminierung würde welt.de in den Rangfolgen der IVM und AGOF hinter Wettbewerbern zurückfallen und computerbild.de ihren Platz unter den Top 10 aller AGOF-Angebote in Deutschland einbüßen müssen. Auf Basis der aktuellen Rückgänge beziffert die Axel Springer SE den drohenden finanziellen Schaden durch entgangene Vermarktungsumsätze im siebenstelligen Bereich pro Marke bezogen auf das Gesamtjahr.

Zum 05. November erteilte der Konzern – „nicht freiwillig“, sondern aufgrund des „wirtschaftlichen Drucks“ – der Suchmaschine auch für die verbliebenen Seiten eine Gratis-Lizenz. Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, beurteilt den Selbstversuch abschließend: „Das ist vielleicht der erfolgreichste Misserfolg, den wir je hatten.“

Diskriminierung oder Selbstverschulden? Die Reaktionen auf Twitter

Über den offiziellen Twitteraccount des Unternehmens gab Axel Springer SE die Zahlen bekannt:

Der Tweet entfachte sofort eine Diskussion auf der Plattform und die Mehrheit der Twitteruser zeigen wenig bis gar kein Verständnis für das Verlagshaus:

Wie steht ihr zu dem Streit? Nutzt Google seine Marktmacht schamlos aus, oder überwiegt der gewonnene Traffic für die Verlagshäuser?

4 Gedanken zu „LSR: 7-stelliger Schaden für Axel Springer SE und Twitter zeigt sich schadenfroh

  1. Martin

    Tolle Überschrift, passt nur nicht zum Zitat! – „Auf Basis der aktuellen Rückgänge beziffert die Axel Springer SE den drohenden finanziellen Schaden durch entgangene Vermarktungsumsätze im siebenstelligen Bereich pro Marke bezogen auf das Gesamtjahr.“

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  2. TN

    Axel Springer‘s Reaktion auf den Misserfolg ist für mich ein versucht die eigene Unzulänglichkeit zu kompensieren. Einfach nur peinlich!!!

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  3. Florian

    Ich will ja jetzt nicht stänkern, aber wenn man vorher mit Klagen usw. droht und sich danach als diskriminiertes Opfer darstellt, kann man diese Blätter nicht mehr ernst nehmen. Es war doch von vornherein klar, dass Axel Springer & Co. den Kürzeren ziehen. Ein Linkbait sollte diese Nummer ganz sicher nicht sein. Was sich die Leute da vom Verlag erhofft haben bleibt mir echt ein Rätsel.

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  4. MissBusiness

    Es ist ja nicht so, als hätten wir das alle nicht so kommen sehen – ich meinte, fast alle!
    Wie wichtig es doch ist, auf dem richtigen Platz die richtige Person sitzen zu haben.
    Aber wer weiß, was da alles hinter verschlossenen Türen so passiert ist.

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