Display Advertising

Kreative Mobile Ads: IKEA fragt dich, ob der Klick Absicht war

Viele Klicks gehen mobil ungewollt auf das Konto des großen Daumens. IKEA setzt auf innovative Banner, die einräumen, dass du sie womöglich nur versehentlich angeklickt hast.

© IKEA

IKEA macht in Schweden mit Bannerwerbung auf sich aufmerksam, die keck mit der Wahrheit spielt, dass viele Banner nur aus Versehen angeklickt werden.

IKEAs Perceptive Banner Ads – realistisches Display Advertising

Das schwedische Möbelhaus hat schon in der Vergangenheit seine Realitätsnähe bei Werbekampagnen bewiesen. So wurden gerade nicht perfekte Familien in den Fokus von Werbevideos gestellt. Das Video „Every Other Week“ zeigt getrennte Eltern eines Jungen.

Unter dem dazugehörigen Slogan Where Life Happens wurden nun auch Banner in Schweden geschaltet, die die Wahrheit über diese Werbeform nicht verhehlen, sondern gerade hervorheben. 60 Prozent der mobilen Ad Klicks sind ein Versehen. Zumindest laut einer Studie der Digitalplattform Retale. So berichtet DM News, dass demnach 68 Prozent der Befragten genervt von solchen Fehlklicks sind. Nur fünf Prozent sind im Falle eines ungeplanten Klicks auf Bannerwerbung zufrieden.

Grund für häufiges ungewolltes Klicken auf mobile Ads kann das sogenannte Fat Thumb Syndrome sein.

Bei IKEAs neuen Bannern taucht in so einem Fall eine Nachfrage auf. Klickt ein User mobil auf eine Ad beim Lesen der schwedischen Tageszeitung Aftonbladet, erscheint zunächst die Bemerkung: „Really? Weren’t you supposed to read Aftonbladet?“. Des Weiteren kann es zu Anmerkungen kommen, die so lauten: „Oh, did you tap that by mistake? That happens.“ Die Optionen bei diesem smarten Zwischenschritt sind Buttons, die dich zurückführen oder direkt zu IKEA leiten.

Der Verweis auf ein versehentliches Anklicken der Banner Ad von IKEA, © IKEA

Der Verweis auf ein versehentliches Anklicken der Banner von IKEA, © IKEA

Der clevere Umgang mit Marketingdynamiken

IKEA beweist mit dieser Kampagne, dass das Unternehmen sich der Gewohnheiten der User bewusst ist. Das ist wiederum ein gutes Beispiel für umfassendes Marketing. Dass IKEA-Kunden aus dem wahren Leben kommen, zeigten schon Werbespots, jetzt wird die Ausrichtung mit Where Life Happens weiter verbreitet. Dabei ist der passende Slogan ein direkter Verweis auf die Produkte IKEAs.

Der offene Umgang mit der Problematik von Bannern ist eine willkommene Abwechslung für den User. Und ein Schmunzeln wirst du dir beim Anblick der Nachfragen vielleicht nicht verkneifen können. Aber letztlich bleibt die Frage, ob eine solche Taktik nicht nur bei einem weltbekannten Unternehmen wie IKEA funktioniert und ob diese Kampagne neben dem aufsehenerregenden Effekt nicht auch Nachteilte birgt. Denn mit dem Zwischenschritt und dem Back-Button erhöht sich die Wahrscheinlichkeit drastisch, dass der User eben nicht bei der Landing Page ankommt; und womöglich anschließend ganz bewusst ein versehentliches Anklicken der Banner Ads zu vermeiden sucht.

Nichtsdestotrotz ist die Kampagne eine gelungene Erfrischung für das Display Advertising. Das Werbevideo zu den neuen IKEA Ads seht ihr bei Advertising Age.

Quelle: Advertising Age

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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