Social Media Marketing

Instagram will Reichweite von grenzwertigem Content künftig einschränken

Posts, welche nur knapp den Richtlinien folgen, würden öfters geklickt. Für eine sicherere Umgebung, schiebt Instagram hier den Riegel vor.

Screenshot YouTube, © Facebook Business

Freizügige Models, polarisierende Memes – dem und noch mehr, möchte Instagram zukünftig die Reichweite nehmen. Posts wie diese passieren knapp die Richtlinien der Plattform, sind jedoch oftmals hart an der Grenze und somit fürs Social Network vor allem eins: unangemessen. Dementsprechend plant Instagram derartige Beiträge nicht mehr anderen Nutzern zu empfehlen, was großen Einfluss auf die Onlinepräsenz diverser Accounts haben könnte. User und Influencer des Social Media-Giganten fragen sich nun natürlich, wer inwieweit betroffen ist. Doch lässt Instagram eine genaue Definition über die betroffenen Inhalte offen. Auch kommt die Frage nach einer Zensur auf, wenn den eigenen Beiträgen Reichweite genommen wird.

Content not worth spreading

Um Beiträgen die Reichweite zu nehmen, muss man wissen, welche Inhalte als nicht benutzerfreundlich gelten. Wie im Artikel von TechCrunch beschrieben, sind die Vorstellungen hierfür überaus klar:

The company specified that violent, graphic/shocking, sexually suggestive, misinformation and spam content can be deemed “non-recommendable” and therefore won’t appear on Explore or hashtag pages.

Aus den Empfehlungen wird also weitaus mehr entfernt als beispielsweise leicht bekleidete Frauen und rassistische Witze. Darstellungen von Gewalt, Fehlinformationen, aber auch Spam Posts werden ebenso in ihrer Reichweite marginalisiert. Interessant ist hierbei, wie schon Facebooks Henry Silverman erklärte, dass es oftmals diese Posts sind, welche am meisten Reichweite generieren. Dies ist kein Problem, welchem nur Facebook unterliegt, da dieses Verhalten ihm zufolge vollkommen menschlich sei.

Das Ende von Spam und Clickbait? Posts wie diesen, wird man zukünftig wohl nur noch selten begegnen.

Dass Instagram Spam nun endlich einschränken will, ist eine grundlegend gute Sache, da dieser vielen Nutzern bereits ein Dorn im Feed ist. Selbiges gilt für Fehlinformationen – und bei Memes, welche die Grenzen des Humors mal wieder ausreizen, ist dies sicherlich diskutabel, letztendlich jedoch irgendwie vertretbar. Instagrams Vorhaben sexuell anzüglichem, nicht-expliziten Content die Reichweite zu nehmen, ist allerdings überaus kurios. Dieser ist schon lange Teil der Plattform und das aus gutem Grund.

Instagram funktioniert über das einfache System des Teilens und Veröffentlichen von Bildern; das ideale Konzept für Models, Cosplayer und Derartigem. Dass diese gegebenenfalls freizügige Bilder posten, ist selbstverständlich, denn genauso sind solche oftmals Bestandteil ihres Berufs. Dementsprechende Posts sind zumeist nicht anzüglich zu verstehen, sondern viel mehr künstlerisch. Keine stumpfe Pornografie, sondern professionell entworfene Bilder. Profile mit derartigem Content könnten hierbei also stark an Reichweite verlieren und unter Zensur eigener Beiträge leiden, wenn auch die von Instagram ausgewählten Posts weiterhin für Abonnenten sichtbar sind. Ob dies eine Problematik ist, welcher Instagram sich ebenfalls annehmen wird, steht noch aus.

Änderungen auf Instagram könnten den Influencern erhebliche Probleme bereiten

Den meisten Nutzern werden diese Änderungen wohl größtenteils nicht aufstoßen, gar auffallen. Eine Änderung der Empfehlungen ist eine, welche viele wohl kaum wahrnehmen. Influencer hingegen stoßen hierbei auf einige große Probleme. Diesen wird nämlich nicht klar kommuniziert, ab wann ein Post grenzwertig ist. Eine wichtige Information fürs eigene Marketing wird dementsprechend vorenthalten. Sobald ein Post zugelassen wird, geht man selbstverständlich davon aus, er sei für die Plattform soweit vertretbar. Dass dem wiederum nicht so ist, scheint fraglich. Problematisch ist ebenfalls, dass unangemessener Content natürlich mittels künstlicher Intelligenzen ermittelt wird. Grundsätzlich ist das nachvollziehbar, da sich die Masse an Beiträgen gar nicht anders verwalten lässt, bringt jedoch genauso Gefahren mit sich. YouTube zeigte diese ganz wunderbar auf, als die Adpocalypse begann, welche YouTube damals dazu bewegte, das Content ID System zu überarbeiten, um somit angemessen Content zu identifizieren. Dieses scheint jedoch weiterhin kaum zu funktionieren und zwingt diverse Influencer der Plattform in finanzielle Zwickmühlen, wie zuletzt auch The Verge berichtete.

Die Idee regulierten Contents ist grundsätzlich eine gute, welche die Nutzererfahrung bereichern kann, jedoch eine, die mit Vorsicht umzusetzen gilt und keinesfalls nur in eine Richtung gehen sollte.  Die Änderungen Instagrams stehen bisher noch aus und es bleibt zu hoffen, dass diese zur Zufriedenstellung aller angepasst werden, um die Nutzererfahrung tatsächlich zu optimieren.

Über Toni Gau

Toni Gau

Toni Gau ist freischaffender Blogger, wobei sein Augenmerk auf Popkultur, Literatur und Storytelling liegt, mit eigens geschriebenen Geschichten zwischendrin. Nach dazugehörigem Studium setzt er hier nun seine Arbeit fort und schreibt seit März 2019 für OnlineMarketing.de

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