SEO - Suchmaschinenoptimierung

Googles Mobile SERPs: Immer mehr Videos als erster Eindruck

Bei der mobilen Suche zeigt Google jetzt vermehrt direkt Videoraster mit bis zu 8 Videos. Das untermauert die Relevanz solcher Inhalte und des Markups.

Videos erhalten bei Google noch mehr Gewicht, Screenshot YouTube, © Google

Das Nutzerverhalten hat sich in den letzten Jahren nicht nur deutlich gen Mobile orientiert, sondern in vielfältigen Bereichen auch hin zur Videorezeption. Dabei werden Videos für zahlreiche Alltagshandlungen als Referenz genutzt. Deshalb setzt Google in den mobilen SERPs inzwischen auf eine erhöhte Anzahl an Videos, um bestimmte Suchanfragen zu bedienen. Für Seiten und Kanäle bietet das Möglichkeiten.

Bis zu acht Videos: Videoraster in den mobilen SERPs ganz oben

Die Entwicklung, dass in Googles Suchergebnissen öfter mal Videoinhalte auftauchen, ist durchaus nicht neu. Wer nach Rezepten googelt, erhält oft direkt ein Video zum Nachkochen, Suchanfragen im Sportbereich liefern Highlight Clips. Ähnlich verhält es sich natürlich mit Trailern usw.

Doch gerade in der mobilen Suche räumt Google jetzt anscheinend noch deutlich mehr Bewegtbildinhalten Platz ein. Barry Schwartz von Search Engine Roundtable stellt die Beobachtung vieler User in den Fokus, dass in den Mobile SERPs bei vielen Suchanfragen Videoraster mit gleich mehreren Clips auftauchen. Dabei werden diese nicht wie eher gewohnt als Karussell angezeigt, sondern unmittelbar neben- und untereinander. Search Engine Lands Kolumnist Glenn Gabe gibt ein Beispiel.

Bei der englischen Suchanfrage zu „three pointer skill“ konnten wir die Ergebnisse mit vier Videos reproduzieren.

Googles Mobile SERPs mit Videoraster

Googles Mobile SERPs mit Videoraster, Screenshot Google

Auch die Nutzerin Bhumika Kateliya hat ähnliche Erfahrungen gemacht.

Die Videoraster sind aber nicht auf vier oder etwa sechs Videos begrenzt. SEO Sergey Alakov spricht bei Twitter von bis zu acht Videos. Als Reaktion auf Glenn Gabes Tweet zeigten sich weitere User, die die Ergebnisse wahrgenommen hatten.

Sobald hinter eine Suchanfrage „videos“ oder „clips“ gehängt wird, tauchen in der Regel – verständlicherweise – sogar deutlich mehr Videos auf.

Welche Auswirkungen hat das auf die SEO?

Die Beobachtungen betreffen zum Teil Erklärungsbedürftiges oder die Suchanfragen sind für How-tos prädestiniert. Da ist es wenig überraschend, wenn Videos auftauchen. Dass aber ein ganzes Raster von Videos als erstes „Ergebnis“ erscheint, zeigt, wie viel Wert YouTube auf Bewegtbild legt; beziehungsweise, wie stark die Alltagsrezeption der Nutzer daran bereits angepasst ist.

Natürlich werden bei eher statischen Suchanfragen, zum Beispiel nach einem Ort, weniger Videos auftauchen als bei der Frage nach einer Handlung. Dennoch scheint sich auch in den SERPs immer mehr ein Shift zu mehr Videoinhalten anstelle von Texten oder Grafiken zu vollziehen – vorerst besonders im englischsprachigen Raum. Das harmoniert auch mit YouTubes Bestreben, mehr Wert auf Learning Videos zu setzen und den Communities auf der Plattform immer mehr Seriosität und Relevanz zu vermitteln. Immerhin sind YouTuber längst ernstzunehmende Medienvertreter, Marken und Publisher haben ebenfalls ihre Channels auf der Plattform.

Für SEOs bedeutet dieser immer deutlichere Wandel, der auch durch die Rezeptionsbedingungen in Social Media geprägt wird, eine Herausforderung. Ergebnisse, mit denen man bisher gut rankte – und es weiterhin tut –, könnten durch zusehends mehr Videos in den SERPs in den Hintergrund gedrängt werden. Selbst wenn das derzeit nur bei spezifischeren Anfragen der Fall ist, könnte sich das Bild langfristig dergestalt ändern. Deshalb gilt es neben der Optimierung der Inhalte wie Blogposts etc. ebenfalls die Videoinhalte, so vorhanden, bestmöglich für Google aufzubereiten. Dabei ist unbedingt auf das Markup zu achten. Google gibt Hinweise, wie die eigenen Videos mithilfe Strukturierter Daten für die Suche fit gemacht werden können.

Wenn mehr Videos die SERPs einleiten, sollten die Webmaster bereit sein, ihre Inhalte künftig auch in strukturierter Bewegtbildform bereitzustellen. Allerdings wird es weiterhin User geben, die einfach über die Videos hinwegscrollen und zu den nächsten Ergebnissen übergehen. Doch die Entwicklung hin zur Videorezeption in verschiedensten digitalen Kontexten bleibt – gerade bei Digital Natives – nicht aus.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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