SEO - Suchmaschinenoptimierung

Google Ranking: Wer geht als SEO Sieger aus 2017 hervor?

Searchmetrics präsentiert die größten SEO Gewinner und Verlierer im Google Ranking 2017 und erklärt den Einfluss von Search Trends.

© Jason Leung | Unsplash, CC0

Das Google Ranking ist der Indikator für die SEO Sichtbarkeit. Daher liefert ein Blick auf die großen Gewinner und Verlierer des letzten Jahres eine Perspektive auf Entwicklungen in der SEO. Vor allem, wenn Updates und Trends bei der Suche als Faktoren miteinbezogen werden.

Searchmetrics’ Bericht zum Google Ranking: Anordnung nach absolutem Gewinn bei der Sichtbarkeit

Die SEO Experten von Searchmetrics haben je eine Liste für die größten SEO Verlierer und Gewinner des vergangenen Jahres, bezogen auf das Google Ranking, erstellt. Dazu wurden alle Domains aus dem Index des Unternehmens im Jahresverlauf analysiert. Die beiden Listen erhalten ihre Reihenfolgen der Domains auf Grundlage der absoluten Zahlen des Gewinns oder Verlusts an SEO Visibility. Allerdings werden auch prozentuale Angaben dazu gemacht. Adult- oder inoffizielle Streamingwebsites wurden aus der Auflistung ebenso ausgeschlossen wie Domainumzüge, heißt es im Bericht von Marcus Tober im Unternehmensblog.

Um nicht nur die Listen zu nennen, erläutert die Analyse ebenfalls, welche Branchen die meisten Gewinne und Verluste zu verzeichnen hatten. Darüber hinaus werden die Erkenntnisse mit Updates von Google und allgemeinen Trends in der Suche in Beziehung gesetzt.

Die SEO Gewinner 2017: eBay Kleinanzeigen, Top Publisher und Lexika

Die Liste der 100 SEO Gewinner des letzten Jahres führt ebay-kleinanzeigen.de an. Die Sichtbarkeit dieser Seite stieg bei Google in absoluten Zahlen um 961.811, was 74 Prozent Wachstum entspricht. Doch die großen Sieger dieser Liste sind Lexika. Platz zwei bis vier gehen an pons.com (mit einem Gewinn von 879.009 in der SEO Visibility), leo.org (591.112) und wiktionary.org (577.168). Bei pons.com bedeutet das sogar einen prozentualen Gewinn von 482 Prozent. Neben chip.de auf Platz fünf und der ARD Mediathek (ardmediathek.de, Platz sieben) finden sich auf den vorderen Plätzen auch eine Reihe renommierter Publisher. In den Top 20 tummeln sich stern.de, focus.de, spiegel.de, zeit.de, faz.net und sueddeutsche.de. Hier seht ihr im Auszug die Top 20 mit den entsprechenden Werten.

Position Domain Gewinn SEO Visibility (absolut) Gewinn SEO Visibility (prozentual) Branche
1 ebay-kleinanzeigen.de 961811 74% Shopping
2 pons.com 879009 482% Wörterbuch
3 leo.org 591112 165% Wörterbuch
4 wiktionary.org 577168 75% Enzyklopädie
5 chip.de 559598 24% Publisher
6 linguee.de 336118 75% Wörterbuch
7 ardmediathek.de 322544 235% Publisher
8 dict.cc 298725 35% Wörterbuch
9 stern.de 294726 67% Publisher
10 duden.de 287580 25% Wörterbuch
11 focus.de 283127 24% Publisher
12 wikia.com 280883 79% Enzyklopädie
13 idealo.de 278709 45% Preisvergleich
14 faz.net 226198 50% Publisher
15 zeit.de 225335 41% Publisher
16 softonic.com 217340 51% Publisher
17 spiegel.de 208786 16% Publisher
18 tripadvisor.de 207181 43% Travel
19 real.de 203251 287% Shopping
20 sueddeutsche.de 200044 26% Publisher

In der Top 100 gibt es aber noch andere Auffälligkeiten. So ist prozentual krankenkassen.de der größte Gewinner (mit 1444 Prozent Gewinn in der Sichtbarkeit). Dicht gefolgt wird die Domain von netflix.com, das immense 729 Prozent Gewinn gemacht hat.

Die großen SEO Verlierer 2017: Facebook ganz vorn und Portale stark vertreten

Searchmetrics betont, dass die Verlierer in Sachen SEO Visibility bei Google nicht unbedingt Umsatz- oder Trafficverluste hinnehmen mussten. Das zeigt sich daran, dass Facebook (facebook.com) mit einem absoluten Verlust von -1.047.893 die Top Position einnimmt. Prozentual betrachtet is magistrix.de der größte Verlierer (-96 Prozent Sichtbarkeit). Das Portal für Songtexte und Musiknews reiht sich in eine Riege von Verlierern ein, die als Portal Wissen vermitteln. Demnach ist etwa wissen.de oder wetteronline.de unter den größten Verlierern. Aber für giphy.com, web.de oder tumblr.com sah es ebenfalls nicht gut aus. Hier seht ihr die Liste der Verlierer, die bei der Schwelle von mindestens 20 Prozent Verlust der Visibility beginnt.

Domain Verlust SEO Visibility (absolut) Verlust SEO Visibility (prozentual) Branche
facebook.com -1047893 -23% Social Media
moviepilot.de -158944 -34% Publisher
testberichte.de -147142 -44% Publisher
tumblr.com -141143 -83% Hobby/Freizeit
web.de -126564 -25% Search/Portal
kalaydo.de -122764 -62% Shopping
magistrix.de -117488 -96% Music/Lyrics
ladenzeile.de -113632 -25% Shopping
reddit.com -98109 -50% Publisher
golem.de -80610 -28% Publisher
jimdo.com -77966 -59% Hobby/Freizeit
gutscheinpony.de -73215 -84% Deals
handy-deutschland.de -68492 -54% Shopping
giphy.com -67496 -82% Hobby/Freizeit
wetteronline.de -59766 -20% Sonstige
news.de -57238 -63% Publisher
gesundheit.de -56582 -29% Health
wordpress.com -55670 -33% Software
gsmarena.com -53585 -51% Publisher
azlyrics.com -53159 -43% Music/Lyrics
tvtoday.de -50609 -30% Publisher
bab.la -48025 -25% Wörterbuch
finanznachrichten.de -47791 -50% Publisher
eatsmarter.de -46282 -35% Publisher
gutscheinsammler.de -46416 -74% Deals
promiflash.de -45806 -37% Publisher
wer-kennt-wen.de -45735 raus Publisher
dailymotion.com -44093 -49% Publisher
gamesbasis.com -43439 -41% Software
redcoon.de -43241 -85% Shopping
msn.com -41775 -36% Search/Portal
wissen.de -41709 -24% Publisher
serienjunkies.de -40950 -33% Publisher
synchronkartei.de -40161 -63% Sonstige

Gewinner und Verlierer nach Branchen

Die Diagramme, die die Gewinne und Verluste auf Branchen übertragen, sind teilweise nicht sehr aussagekräftig. Denn die Gewinner-Websites sind zu 46 Prozent Publisher; allerdings sind ebenso 34 Prozent der Verlierer-Websites aus dieser Kategorie. Was ohnehin ganz natürlich ist. Der Bereich Shopping nimmt genauso beim Gewinn wie Verlust den zweiten Platz ein. Spannender ist dann ein Blick auf die Branche Wörterbuch/Enzyklopädie, die zehn Prozent der Gewinner-Websites ausmacht, aber bei den Verliererbranchen nicht auftaucht.

Gewinnerbranchen der SEO Sichtbarkeit bei Google 2017, © Searchmetrics

Bei den Verliererbranchen sticht dann die Kategorie Search/Portal mit sieben Prozent heraus.

Verliererbranchen der SEO Sichtbarkeit bei Google 2017, © Searchmetrics

Welche Gründe gibt es für die Entwicklungen?

Auch die Ursachen für den Gewinn oder Verlust von SEO Sichtbarkeit haben in die Analyse von Searchmetrics Eingang gefunden. Der Aufstieg von Seiten mit starker Contentqualität und der entsprechende Abstieg von solchen ohne, könnte mit dem mysteriösen Fred Update Googles zusammenhängen, meint Tober. Ähnliche Auswirkungen nimmt er für das unbestätigte Phantom V-Update an, welches im Februar Einzug hielt. Dazu gab es aber noch ein Location Update. Im Herbst machte Google klar, dass die Suchergebnisse nun nicht mehr von der Top Level Domain (etwa google.de für Deutschland), sondern von der tatsächlichen Location des Suchenden abhängen.

Des Weiteren gab es im Juni ein Wörterbuch-Update. Tober erklärt, dass ein so starker Anstieg der Lexika und Enzyklopädien damit zusammenhängt. Short Tail Keywords, die unspezifischer sind, aber mehrere Nutzergruppen ansprechen, haben seither in der SERPs eine deutlich stärkere Präsenz von Lexika und Co. in den Top Positionen gesehen. Davon hatte Seachmetrics’ Jan Grundmann bereits im Juli berichet.

SEO Sichtbarkeit bei Google im Kontext von Updates (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Searchmetrics

Die Trends: Verluste vor allem über Mobile, Gewinne dank hervorragender Inhalte

Nach der Searchmetrics Analyse haben viele Verlierer vor allem im Mobile-Index an Sichtbarkeit eingebüßt. Web.de hat 21 Prozent weniger SEO Visibility im Mobile-Bereich gehabt als im Desktop-Index.

Als positiver Trend fällt eben das gute Ranking der Lexika und Enzyklopädien bei Short Tail Keywords ins Gewicht. Er hielt im Jahr 2017 an, obwohl es zum Ende des Jahres Sichtbarkeitseinbrüche gab. Tober sieht hier für 2018 interessante Entwicklungsoptionen.

Doch Top Content bleibt der effektivste Faktor beim Sichtbarkeitszuwachs. Stellvertretend für hochwertige Inhalte nennt Tober in der Analyse stern.de, das auf Platz neun der Gewinner rangiert und einen 67-prozentigen Gewinn bei der SEO Visibility vorzuweisen hatte. Sport1.de hat in einem spezifischeren Bereich der Publisher durch den Ausbau der Inhalte eine Steigerung von 18 Prozent bei der Sichtbarkeit erwirkt. Immerhin rankt die Seite auch bei Suchbegriffen wie „Sport“ oder „Fußball“ weit oben bei Google. Wenn hervorragender Content eine Nutzerintention bedienen kann, dann fördert eine Investition in diese Inhalte langfristig einen SEO Sichtbarkeitsgewinn, resümiert Marcus Tober. Für Lexika gilt das natürlich besonders, wenn sie es schaffen, mit hochwertigen Inhalten mehrere Intentionen abzudecken.

Vielleicht weckt ein Blick auf die Verlierer und Gewinner bei der Sichtbarkeit im Google Ranking 2017 Inspiration, auf welchen Wegen man die eigene Visibility steigern kann. Tendenzen sind jedenfalls ersichtlich; und sie stehen im Zeichen einer womöglich hochwertigeren Bedienung der Nutzerinteressen.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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