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Gast-Bloggen – aber richtig!

Gast-Beiträge anzufragen ist eine Kunst, denn die gefragten Blogs werden mit Anfragen überschwemmt und freuen sich darüber gar nicht.

Foto: Gerd Altmann / pixelio.de

Wie du den Webmaster doch dazu bekommst bei ihm (oder ihr) schreiben zu dürfen ist daher eine berechtigte Frage, der bei BlueGlass auf den Grund gegangen wurde.

Blogs aus themenrelevanten Umfeldern mit Sichtbarkeit, Lesern und Backlinks sind momentan das SEO-Gold. Allerdings sind es auch genau diese Seiten, die sich besonders gegen werbende Artikel und nervende Gastautoren-Anfragen sperren.

Das ist nur verständlich wenn man bedenkt, wie viele Anfragen ein Webmaster täglich bekommt, und von welcher Art diese meistens sind. Zu oft wird in den Anfragen nicht genügend auf die Personen hinter dem Blog eingegangen und die Antwort – sofern man eine erhält – ist negativ oder mit einer entsprechenden finanziellen Vergütung verbunden.

Wer sich allerdings dafür entschließt, das Thema Guest-Blogging ernst zu nehmen und sich entsprechend mit den Seiten auseinander zu setzen, wird reich belohnt. Es sind genau diese Backlinks die jeder will. Und heute erfahrt ihr, wie ihr sie bekommt!

In ihrem Beitrag kategorisiert Brittany Klontz verschiedene die Blogger-Typen, mit denen man individuell auch unterschiedlich umgehen sollte.

Der Technik-Freak

Der Technik-Freak ist auf Seiten wie Mashable und TechCrunch zu finden. Er beschäftigt sich mit den neusten Entwicklungen auf dem Technik-Markt und beleuchtet diese für den Konsumenten kritisch. Er ist so Up-to-Date, das normalen Menschen schnell schwindelig wird.

Foto: Benjamin Thorn / pixelio.de

So optimieren wir die Anfrage:

Dem Technik-Freak brauchen wir nichts vormachen – er weiß nämlich über alles was Technik angeht besser Bescheid als wir. Daher können wir uns den größten Teil unserer Anfrage eigentlich sparen, das würde ihn nur langweilen und ihm das Gefühl vermitteln, wir würden ihn für doof halten.

Achten sollte man hingegen sehr auf die Auswahl des Themas das man anbieten will: Es muss wirklich heiß sein, aktuell, brandneu! Und wir müssen den Text auch zügig liefern können, sonst ist es vielleicht schon wieder zu spät. Trotzdem darf die Qualität des Artikels nicht leiden. Der Artikel muss im Vergleich zu ähnlichen Themen auf anderen Blogs einen echten Mehrwert für die Leser bieten. Hier ist es manchmal besser etwas nischigere Themen zu wählen die sehr spezifisch auf ein Themengebiet eingehen.

Aber Stop! Noch nicht auf Senden drücken! Wenn die Mail soweit fertig ist, sollte man das Produkt/Thema auf jeden Fall noch einmal googlen. Wenn negative Reviews auftauchen könnte dies sonst später für den Technik-Freak peinlich werden.

So nehmen wir ihn mit:

Bevor man sich für ein Thema entscheidet, sollte man sich den Blog des Technik-Freaks anschauen. Wichtig ist vorab festzustellen was er mag (und was nicht) um ein Thema zu finden, das genau seinem Geschmack entspricht.  Gut ist es auch, bereits bekannte Themen aus einer anderen Perspektive zu beleuchten. Und bitte: Kein Beamtendeutsch – der Technik-Freak ist nicht doof und versteht was ihr schreibt und lässt sich nicht blenden.

Die Traffic-Süchtigen

Die Traffic-Süchtigen wollen, wie der Name bereits sagt, nur eines: Traffic. Sie wissen auch ganz genau wie sie ihn bekommen und wollen möglichst virale Themen für Ihren Blog. Das funktioniert momentan z.B. mit Infografiken sehr gut. Wer solche Inhalte bieten kann, hat die Traffic-Süchtigen also fast in der Tasche!

So optimieren wir die Anfrage:

Eigentlich müsste man denken, dass die Traffic-Süchtigen nicht schwer zu überzeugen sind. Im Gegensatz zu anderen Bloggern kann man die Traffic-Süchtigen auch mit Off-Page-Content gewinnen, solang dieser genug Traffic verspricht.

Vor der Anfrage sollte man sich allerdings intensiv mit Brainstorming beschäftigen um das richtige Thema zu finden. Positiv wirkt es sich auch aus, wenn man den Webmaster selbst fragt, welche Themen seine Leser denn bevorzugen. Darauf einzugehen ist oft leichter und die Traffic-Süchtigen sind froh wenn man Ihnen ein wenig Arbeit abnimmt.

Besonders schwierig ist bei den Traffic-Süchtigen allerdings nur eines: Du musst sie finden und erkennen. Wer Kontakte zu Traffic-Süchtigen hat, sollte diese gut Pflegen!

So nehmen wir ihn mit:

Bei den Traffic-Süchtigen sollte man vor allen Dingen auf die Zusammenarbeit und den engen Kontakt setzen. Auch in der Nachbereitung beim Seeding und Betreuung der Leser sollte man sich weiterhin einbringen. Wer es schafft sich selbst in das Team eines Traffic-Süchtigen zu gliedern und ihm Lust auf die Gast-Beiträge zu machen, hat man hier einen wertvollen Kontakt gewonnen.

Der Öko-Blogger

Der Öko-Blogger ist auf Seiten wie TreeHugger und Care2 zu finden. Er fokussiert sich nicht auf Traffic oder News sondern legt besonders viel Wert darauf, seine Leser zu bilden und so die Welt zu verbessern. Sie wollen Massen beeinflussen und so zu einem ökologischerem Lebensstil der Menschen beitragen.

Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de

So optimieren wir die Anfrage:

Umweltschutz ist aktuell wie nie. Durch große Kampagnen wird die Umwelt immer wieder in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt und die Nachhaltigkeit gefördert.  Für den Öko-Blogger geht es darum, Teil dieser Veränderungen zu werden und selbst ein Stückchen dazu beizutragen. Die größte Belohnung ist für sie der eigene Beitrag und die Bestätigung durch die Leser. Im Vordergrund steht hier deutlich der Wunsch etwas Sinnvolles zu schreiben und so dem persönlichen Interesse nachzukommen.

Den Öko-Blogger kannst du nicht mit Traffic locken, du musst in seine persönliche Blog-Mission passen!

Vor dem Kontakt mit einem Öko-Blogger sollte man seinen Artikel sorgfältig auf Stichhaltigkeit und Belege prüfen. Auch eine kontroverse, kritische Auseinandersetzung mit dem gewählten Thema ist dringend notwendig um in die Mission des Öko-Bloggers zu passen. Auch der Öko-Blogger ist nicht doof und wird den Artikel vor einer Schaltung sehr genau prüfen. Achtet also auf Details!

So nehmen wir ihn mit:

Versuch nicht den Öko-Blogger mit Viralität und Traffic zu locken. Stattdessen sollte man deutlich machen, dass der Artikel „Licht ins Dunkel“ bringt und die User weiterbildet. Gebt dem Blogger das Gefühl mit eurem Artikel die Welt ein Stückchen besser zu machen und über etwas wirklich Bedeutendes zu reden.

Der News-Breaker

Die News-Breaker wollen vor allen Dingen eins: Die ersten sein! Dieser Typ Blogger überschneidet sich mit allen anderen Blogger-Typen und muss daher doppelt speziell behandelt werden.

So optimieren wir die Anfrage:

Eines haben alle News-Breaker gemeinsam: Sie sind ständig auf der Jagd nach dem neusten Thema damit sie die ersten sind, die darüber berichten können. Man sollte also damit rechnen auf einen neugierigen, willensstarken und ehrgeizigen Menschen zu treffen. Genau diese Punkte sollte man auch bei seiner Anfrage im Hinterkopf behalten.

Die Vorteile bei diesen Bloggern liegen vor allen Dingen in Ihrer schnellen Reaktionszeit und das Interesse an frischen Inhalten. In der Anfrage bedeutet dies, dass man ebenfalls schnell reagieren muss wenn man hier einen Artikel abstauben will. Nur so kann man die Aufmerksamkeit eines News-Breakers gewinnen.

Es gibt zwei Dinge mit der man den News-Breaker um den Finger wickeln kann: Kostenlos und Exklusiv. Wenn man dem Blogger exklusive(geheime?) Inhalte anbieten kann, sollte man dies definitiv auch sagen, denn damit kann man den News-Breaker oft aus seiner hektischen Welt locken.

So nehmen wir ihn mit:

Bei der Zusammenarbeit mit einem News-Breaker sollte man sich vor der Anfrage darauf gefasst machen, schnell reagieren zu müssen. Am besten ist es daher den Artikel bereits fertig zu haben, denn der News-Breaker wird direkt im nächsten Schritt Resultate erwarten. Weist bei Anfragen deutlich darauf hin, dass die Inhalte an kostenlos veröffentlicht werden dürfen und dem Blogger keine Nachteile dadurch entstehen.

Der Social-Blogger

Der Social-Blogger setzt sich intensiv mit seinem Publikum auseinander und sieht sich als Vordenker und Trendsetter.  Dieser Blogger motiviert nicht nur das Interesse mit einem bestimmten Thema, sondern vielmehr der Austausch mit Lesern und befreundeten Bloggern als Teil einer Community.

Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

So optimieren wir die Anfrage:

Bei der Arbeit mit Social-Bloggern sollte man recht offensiv sein. Zeig dem Social-Blogger ruhig was du hast! Zeig ihm vor allen Dingen, wie sehr seine Leser es lieben würden! Themen über die der Blogger später mit seinen Lesern diskutieren kann, sind beim Social-Blogger natürlich gefragt.

Wenn ihr Artikel für Social-Blogger verfasst, probiert den Artikel mit einer offenen Frage enden zu lassen um die Diskussion in der Community anzuregen.

Besonders beliebt sind Artikel, die den Leser auf eine kleine Reise entführen, also Artikel in denen sich der Leser entwickeln kann. Dem Leser sollen eine andere Sichtweise und ein „Aha-Moment“ vermittelt werden. Ein gutes Beispiel für solche Artikel ist marshable. Mit Infografiken werden hier Leser „geködert“ um dann die Frage wie ihre Erfahrungen zum Thema sind zu beantworten.

So nehmen wir ihn mit:

Social-Blogger erreicht man mit Inhalten, die eine Interaktion mit der Community mit sich bringen. Dazu sollte es entweder in 140 Zeichen zu packen sein, oder aber die Blog-Kommentare zum Explodieren bringen. Der Social-Blogger will das seine Leser nach dem Artikel weiter darüber reden.

Der Weltenbummler

Die Passion des Weltenbummlers ist ganz klar das Reisen, Lebenserfahrungen sammeln und lebt dafür seinen Lesern davon zu berichten. Da der Weltenbummler viel unterwegs ist, kann es bis zu einer Reaktion auf die Anfrage durchaus etwas länger dauern.

So optimieren wir die Anfrage:

Bei dem Weltenbummler ist vor der Anfrage und dem Artikel eine gründliche Recherche im Blog des Weltenbummlers nötig. Wo war er, wo will er als nächstes hin und was war bisher sein absolutes Highlight?

Die Anfrage sollte dann alles andere als direkt erfolgen. Am besten hier mit Smalltalk starten und nachfragen wo der Blogger gerade ist und wie es dort ist auch im Vergleich zu dem Ort aus dem letzten Artikel. Der Weltenbummler will schließlich seine Geschichte erzählen und es ehrt ihn, wenn jemand Interesse an eben diesen zeigt.

So kann man nach und nach auch vorsichtig erfragen, welches Thema für einen Beitrag in seinem Blogg interessant sein könnte. Hierbei sollte sich die Wahl des Themas komplett auf sein Feedback stützen – egal ob es nun um die Strände in Australien oder Kletter-Equipment geht!

Wer mit Weltenbummlern kooperieren will braucht vor allen Dingen gutes Zeitmanagement. Ein Zeitplan wann man wo ist, bzw. zu welchem Thema man auch zum nächsten „Kommunikationszeitpunkt“ fertig sein kann. Diese liegen wegen der Reisen oft weit auseinander und müssen daher gut geplant werden.

So nehmen wir ihn mit:

Bei der Zusammenarbeit mit Weltenbummlern muss man sich auch auf eine engere Zusammenarbeit mit Austausch einlassen.  Der geschaffene Inhalt muss am Ende auch zum Blogger passen, was nur erreicht werden kann wenn dieser seine Erfahrungen mit dir teilt.

Fazit

Natürlich sind all diese Tipps nur Anregungen. In der Flut von standardisierten Emails gibt es kein Patentrezept, und dieses wollen wir hier auch gar nicht liefern.

Bei der Arbeit mit Gast-Artikeln ist es einfach wichtig sich mit dem Menschen hinter dem Blog zu beschäftigen und auf dessen Bedürfnisse einzugehen. Man sollte nicht erwarten irgendetwas geschenkt zu bekommen. Wenn man für einen Link bzw. einen Artikel nicht zahlen möchte, muss man im Gegenzug bereit sein sich entsprechen zu engagi