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Reactions beeinflussen Newsfeed: Wie geht Facebook mit der Daten-Goldgrube um?

Nach einem Algorithmus Update sollen Reactions neu bewertet werden und bestimmen, welche Inhalte User sehen. Holt Facebook Werbetreibende mit ins Boot?

© Unsplash - Nghia Le, CC0

Bislang hatte der Gebrauch der Reaction-Buttons bei Facebook keinen nennenswerten Einfluss auf den Newsfeed-Algorithmus. Die Emotionen wurden allesamt ebenso gewertet wie ein Like. Das könnte sich jedoch bald ändern.

Reactions sollen den Newsfeed der User beeinflussen

Vor nahezu exakt einem Jahr begann Facebook mit dem weltweiten Rollout der Facebook Reactions. Seitdem stehen Nutzern neben dem klassischen Gefällt mir-Daumen die Emotionen Love, Haha, Wow, Traurig und Wütend zur Verfügung, um auf Postings zu reagieren. Zunächst wurden diese Optionen nur zögerlich angenommen, doch mit der Zeit scheinen sich die User an die Emoticons gewöhnt zu haben. Erst kürzlich verkündete Facebook, dass seither 150 Milliarden Mal auf die Herzen zurückgegriffen wurde.

Bereits bei der Einführung der Reactions wurden kritische Stimmen laut, die darauf hinwiesen, dass Facebook dank der gezielteren Interaktion mit Beiträgen auch detailiertere Einblicke in die Stimmungswelt der Nutzer erhalte. Und diese selbstverständlich zu nutzen wisse – schließlich setzt das Zuckerberg-Imperium quartalsweise Milliarden mit Werbung um.

Bisher war das nach eigener Aussage nicht der Fall. Doch wie Mashable zu berichten weiß, plant Facebook eine differenziertere Gewichtung der einzelnen Reaktionen. Das Portal zitiert einen Facebook-Sprecher:

Over the past year we’ve found that if people leave a Reaction on a post, it is an even stronger signal that they’d want to see that type of post than if they left a Like on the post. So we are updating News Feed to weigh reactions a little more than Likes when taking into account how relevant the story is to each person.

Zunächst ist lediglich von einem Update des Newsfeeds die Rede. Ob die Daten in irgendeiner Form für Werbetreibende zugänglich werden, bleibt offen, gilt aber als wahrscheinlich.

Offizielle Bestätigung ist noch nicht erfolgt

Eine offizielle Ankündigung vonseiten Facebook steht ebenfalls aus. Noch heißt es bei Facebook Business:

Reaktionen werden in Bezug auf die Auslieferung von Werbeanzeigen genau so wie „Gefällt mir“-Angaben behandelt (d .h., dass beispielsweise „Großartig“-Reaktionen in einer Auktion nicht höher bewertet werden als „Gefällt mir“-Angaben).

Dabei sollte jedem klar sein, dass sich die Analyse der Emotionen perfekt für psychologische Profile eignet. Auch wenn dieser Begriff im Verlauf des US-amerikanischen Wahlkampfs eine negative Konnotation angenommen hat, dürften sich Advertiser darüber freuen. Somit könnte genauer bestimmt werden, was Nutzer sehen möchten und für welche Werbung der einzelne User empfänglich ist. Das Targeting bei Facebook stellt schon jetzt jede andere Plattform in den Schatten. Diese Erweiterung des Datensatzes für Werbetreibende wäre der nächste logische Schritt. Und ein weiterer Schritt für personalisierte Werbung.

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