Social Media Marketing

Facebook launcht neue Werbebibliothek mit Suchfunktion für alle aktiven Ads

Die bisherige Werbebibliothek Facebooks bezog sich nur auf politische Ads. Nun werden Informationen zu allen Ads und Seiten, die sie ausspielen, geliefert.

© Facebook

Jede aktive Werbung auf allen Plattformen Facebooks soll mit der überholten Werbebibliothek geprüft werden können. Darüber hinaus werden Transparenzinformationen für Pages verdeutlicht, der Zugang zur API erleichtert, um Analysen zu politischen Ads zu unternehmen und News Publishern in den USA wird freigestellt, ob ihre Werbung als politisch motiviert oder an aktuelle Entwicklungen geknüpft markiert werden soll.

Die neue Werbebibliothek Facebooks: Mehr Informationen zu den Pages

Mehr Transparenz im Kontext der Werbeanzeigen, das soll die neue Bibliothek für Facebook Ads bieten. Im Blogpost verdeutlicht das Unternehmen, dass nun alle Ads und die Pages, die dafür verantwortlich sind, angezeigt werden können. Bislang beschränkte sich die Bibliothek auf politisch motivierte Ads, beziehungsweise solche, die derart eingestuft wurden. Außerdem konnten Interessierte bisher nur in der Info-Sektion bei Pages einsehen, welche Werbeanzeigen diese Seite insgesamt ausgespielt hat. Das ist nun an einem Platz für alle Pages möglich, in der neuen Werbebibliothek.

Damit deutlicher wird, wer hinter der Werbung steckt, werden einige Informationen zu den Pages dargestellt. Darunter das Datum der Erstellung, etwaige Zusammenschlüsse mit anderen Pages oder Namensänderungen. Die primäre Location, von der aus die Page betrieben wird, wird nach Land angegeben, sofern sie politische Werbung macht oder eine sehr große Gruppe von Followern hat. Bei den Pages, die politische Werbung schalten, wird zudem publik gemacht, wie viel sie in der letzten Woche und wie viel sie insgesamt für derlei Werbung auf Facebook ausgegeben haben.

Facebooks neue Werbebibliothek (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Facebook

Auch die Suchfunktionen sind optimiert worden. Vergangene Suchanfragen von Interessierten werden gespeichert, wenn der Nutzer eingeloggt ist. Zusätzlich zu den Keywords können die User nun auch direkt nach den Pages suchen.

Die Suchfunktion der neuen Werbebibliothek bei Facebook (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Facebook

Schließlich erhalten alle, die die Werbebibliothek durchsuchen, die Möglichkeit Ads direkt dort zu melden.

Der Bericht zur Werbebibliothek wird ebenfalls optimiert. Ab Mitte Mai – also kurz vor der Europawahl – wird der Bericht zu politischen oder an aktuelle Ereignisse geknüpften Ads täglich, statt wie bisher wöchentlich, mit Updates versehen. Außerdem kann jeder wöchentliche, monatliche und vierteljährliche Berichte downloaden.

Mehr Informationen direkt bei den Pages finden

Die Bibliothek ist noch nicht alles, was Facebook in Sachen Transparenz neu vorstellt. Denn von jetzt an können Nutzer über das Home Tab bei Pages eine Transparenz-Sektion einsehen. Diese liefert die gleichen Informationen zur Page wie die Werbebibliothek. User brauchen nicht mehr auf „Seiteninfo und Werbung“ zu klicken, um auf diese Informationen zuzugreifen.

Zusammengefasste Page-Informationen an einem Ort, (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Facebook

Im Rahmen der Prüfung und Analyse gerade politisch motivierter Ads öffnet Facebook nun seine Ad Library API für mehr Nutzer. Dazu muss die eigene Identität verifiziert werden, ehe ein Entwickler-Account erstellt wird. Wer dann natürlich noch den Nutzungsbedingungen zustimmt, kann auf die API zugreifen.

Änderungen für News Publisher in den USA

Eine weitere Neuerung beim Sozialen Netzwerk mit seinem Werbesystem ist die Einstufung von Werbeanzeigen von News Publishern in den USA. Diese müssen bei Facebook, sofern sie qualifiziert sind, keine Prozesse zur Ad-Autorisierung mehr durchlaufen. Zudem müssen sie ihre Ads nicht mehr als politisch motiviert oder an aktuelle Ereignisse gekoppelt markieren. Alle ihre aktiven Ads werden in der Werbebibliothek verzeichnet sein, allerdings ohne das politische Label. Ein entsprechender Filter ist für die News Publisher Ads auch nicht mehr vorhanden. Mithilfe eines News Page Index sowie danke Listen von Dritten und einigen weiteren Kriterien werden die News Publisher, die betroffen sind, ausgemacht.

Die Transparenz für Ads soll auch Schutz bei Wahlen bieten

Das Unternehmen Facebook tut Einiges für mehr Transparenz im eigenen Werbesystem. Faktencheck-Partner wurden an Bord geholt, das Team der Mitarbeiter für Sicherheitsbelange auf über 30.000 aufgestockt und in Dublin und Singapur hat man Operationszentren für Wahlen aufgebaut. Zudem wurden Tools für die Werbetransparenz in den USA und Großbritannien, in Brasilien, Indien, der Ukraine und in Israel gelauncht, sodass anstehende Wahlen unter mehr Beobachtung stehen, was die Social Media-Wahlwerbung angeht.

Auch im Vorwege der Europawahlen im Mai hat Facebook entsprechende Tools vorgestellt. Wer im Rahmen der Europawahlen Werbung in Facebooks Werbenetzwerk schalten möchte, muss im jeweiligen Mitgliedstaat der EU autorisiert werden. Außerdem muss ein „Paid for by“-Zusatz eingefügt werden, der verdeutlicht, wer für die Ad verantwortlich zeichnet. Diese Werbeanzeigen werden ebenfalls in der neuen Werbebibliothek Facebooks gespeichert, für sieben Jahre.

Ende Juni wird Facebook weltweit Transparenz-Tools für politisch motivierte oder an aktuelle Ereignisse geknüpfte Ads ausrollen. Mehr Insights zu den Ads und den verantwortlichen Seiten, zu Zahlungsbeziehungen und politischen Motivationen, verleihen der Werbung bei Facebooks Plattformen mehr Integrität. Das ist für die Nutzer im Kontext von Wahlen, genauso aber allgemein, besonders wichtig. Wie stark sie die Bibliothek und andere Transparenzoptionen jedoch frequentieren werden, bleibt fraglich. Facebook aber kann sich und seinen Werbekunden mit all diesen neuen Vorgaben eine Verantwortungsübernahme vermitteln, die von der Plattform erwartet wird.

Man darf nun gespannt sein zu erfahren, welche Organisationen oder Parteien sich in der Werbebibliothek hervortun. Die Möglichkeit, dies transparent nachzuvollziehen, trägt jedenfalls zu einer digitalen Umgebung bei, die sich offen und nachvollziehbar gestaltet. Das allein wird jedoch nicht verhindern, dass teils manipulative und einflussreiche Werbung ihren Weg in die sozialen Medien findet. Hier ist der einzelne User weiterhin angehalten, die Werbung und Beiträge in Social Media überhaupt bewusst zu reflektieren.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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