Social Media Marketing

Facebook macht die Musik: Songs in Stories und Konkurrenz für Musically

Facebook baut eine App im Stil von TikTok (Musically), um das Engagement der Teenager für sich zu gewinnen und ermöglicht Songeinbindungen in Stories.

Mehr Musik auf Facebook, © Facebook

Musik und Social Media sind ein besonders gutes Match. Daher baut Facebook nun verstärkt auf Features und eine App, die die Integration von Songs in die Stories sowie die Aufnahmen und das Teilen der eigenen Künste fördern. Damit soll das Engagement im Sozialen Netzwerk wieder angekurbelt und der Konkurrenz das Wasser abgegraben werden.

Mehr Fokus auf Musik bei Facebook 

Facebook vereint bereits viele Momente moderner Mediennutzung und wird über seine Plattformen auch für das Teilen und Entdecken von Musik genutzt. Jüngst verkündete Instagram eine Kooperation mit SoundCloud, sodass Musik aus der App in den Instagram Stories geteilt werden kann. Mit Spotify kooperiert die Plattform ebenfalls. Des Weiteren werden gerade bei Facebook viele Musikvideos oder Links zu Künstlern geteilt.

Doch das ist dem Sozialen Netzwerk nicht genug. Nun möchte man ebenso der populären Musik-App TikTok (Musically) Konkurrenz machen. Dazu wird eine eigene App entwickelt, Lasso, bei der die Nutzer Videos von sich aufnehmen und teilen können. In diesen Videos wird dann etwa Playback zu einem Song gesungen und getanzt. Das geht aus Informationen von aktuellen und ehemaligen Facebook-Mitarbeitern hervor, wie TechCrunchs Josh Constine zu berichten weiß. Dabei kommen dem Medium Rechtedeals mit Universal Music und Sony Music sowie der International Copyright Enterprise Operations (ICE) zugute. Lasso soll das Engagement der jungen Nutzer gewinnen.

It’s basically TikTok/ Musically. It’s full-screen, built for teens, fun and funny, and focused on creation,

zitiert Constine eine Quelle. Entwickelt von Facebooks Video und Watch Team soll die neue App künftig an den Erfolg von Musically (nach dem Rebranding TikTok) anknüpfen und möglichst viele Nutzer abwerben oder zumindest gewinnen. TikTok hat immerhin über 200 Millionen aktive User. Außerdem gehört TikTok zu den am meisten heruntergeladenen Apps.

Weltweite App Downloads (ohne Games) in Q1 2018, Quelle: TechNews

Musik zum Teilen und Verbinden auf Facebook

Facebook stellt aber auch als Plattform die Musik als verbindendes und Engagement treibendes Moment stärker in den Mittelpunkt. Musik in den Facebook Stories wird ausgerollt, während Lip Sync Live erweitert wird. Und künftig können sogar Songs an die eigenen Profile angeheftet werden.

User können ihre Facebook Stories nun mit dem passenden Song untermalen. Dazu muss bloß das gewünschte Bild oder Video mit der Facebook-Kamera gemacht oder aus der Roll gewählt und dann per Music Sticker der entsprechende Song ergänzt werden. Der Sticker zeigt dann den Songnamen und Künstler an.

Mit Lip Sync Live hat Facebook bereits ein Feature global ausgerollt, das an die Nutzung von Musically erinnert. Diese Funktion ist nun für Pages verfügbar und zudem werden auf Wunsch vieler User Lyrics während des Playbacks eingefügt. Dabei sind die Texte für Dua Lipas „New Rules” Khalids „Better” und „Girls Like You” von Maroon 5 verfügbar; weitere sollen folgen. Das Feature sorgt schon für eine gelungene Interaktion über Facebook, weil es auch vom Live-Charakter profitiert.

Das beliebte Feature Lip Sync Live wird ausgeweitet, © Facebook

Musik auch im Profil

Schließlich hat das Soziale Netzwerk noch eine aufregende Neuerung für seine Nutzer geplant. Im Profil sollen Songs zu einem neuen Musikbereich hinzugefügt werden können. Darüber hinaus lässt sich ein Song direkt im oberen sichtbaren Bereich des Profils anpinnen. So könnten andere Nutzer etwas über die Profilbesitzer lernen und in Interaktion treten.

Songs können bald bei Facebook im Profil angehängt werden, © Facebook

Die angehängten Songs zeigen per Bild auch den Künstler und geben den Track gleich an. Klickt ein Nutzer auf diesen Song, wird ihm ein Auszug vorgespielt, während er ein Video mit Fotos und Insights zum entsprechenden Album des Künstlers sieht. Auf diese Weise kann der User direkt zur Page des Künstlers gelangen oder sogar den Song zu seinem eigenen Profil hinzufügen.

Mit den Updates und der geplanten App als Gegenpart zu TikTok setzt man bei Facebook deutlich auf die Musikindustrie. Denn darin steckt zum einen eine Menge Geld, zum anderen enormes Engagement-Potential. Der Schachzug ist clever. Nun, da viele User an Facebook zweifeln, weil sie mit der Sicherheit und den Praktiken nicht einverstanden sind, eröffnet man den jüngsten Generationen fast wöchentlich aufregende und interaktive Features, die ihren Status und Verbleib auf Facebook für eine ganze Zeit sichern sollten. Und das ist, genau wie es von der neuen Musik-App erwartet wird, äußerst lukrativ.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.