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Facebook gegen Fake News: Transparenz-Offensive vor den US-Wahlen 2020

Während der letzten US-Wahlen spielte Facebook wohl unfreiwillig eine große Rolle bei der Verbreitung von Fehlinformationen. Um dem rechtzeitig entgegenzuwirken, gibt es ab sofort einige Änderungen auf dem Sozialen Netzwerk.

© Newsroom Facebook

Nachdem Facebook bei den letzten US-amerikanischen Wahlen 2016 zunehmend in die Kritik geraten ist, startet das Unternehmen jetzt rechtzeitig (ein Jahr vor den nächsten US-Wahlen) eine Transparenz-Offensive. In einem Blogpost erklären VP of Integrity, Public Policy Director, Global Elections, Head of Cybersecurity Policy und Director of Product Management gleichermaßen, welches Vorgehen geplant ist, um die nächsten Wahlen „demokratischer“ ablaufen zu lassen. Auch auf Twitter verkündete Facebook die Änderungen.

Transparenz, Tranparenz, Transparenz

Zum einen soll auf Seiten zukünftig deutlicher sichtbar sein, wer diese erstellt hat. Zu diesem Zweck wird ein Tab ergänzt, das den verifizierten Besitzer der Seite sowie Anschrift, Webseite und Telefonnummer zeigt. Diese zusätzlichen Informationen sollen Klarheit darüber schaffen, aus welchen Motivationen eine Seite etwas teilt. Das neue Feature wird erst nach und nach ausgerollt und soll zunächst nicht für alle Seiten verfügbar sein:

Initially, this information will only appear on Pages with large US audiences that have gone through Facebook’s business verification. In addition, Pages that have gone through the new authorization process to run ads about social issues, elections or politics in the US will also have this tab. And starting in January, these advertisers will be required to show their Confirmed Page Owner. 

Facebook Protect

Facebook Protect ist eine weitere Ergänzung, um die Accounts von Politikern oder anderen, die bedroht sind, Opfer von Hackangriffen zu werden, zu schützen. Seitenadministratoren können Einladungen an Mitglieder schicken, um diese aufzufordern, an dem Programm teilzunehmen. Daraufhin soll es einfacher für Facebook werden, nach einem eventuellen Hackversuch, andere gefährdete Accounts aus dem Netzwerk zu identifizieren und dementsprechend schützende Maßnahmen einzuleiten. Darin sieht Facebook einen entscheidenden Vorteil:

However, because campaigns are generally run for a short period of time, we don’t always know who these campaign-affiliated people are, making it harder to help protect them.

Wie viel geben Politiker für Werbung aus?

Ein neuer Tracker soll einfacher erkenntlich machen, wie viel die Kandidaten für Ad-Kampagnen auf Facebook ausgeben. Dafür wird die Ad Library von Facebook einigen Neuerungen unterzogen.

Labels helfen

Labels helfen uns, Dinge einzuordnen. Das kann schiefgehen, wenn wir zu sehr in Schubladen denken oder auf falsche Labels (wie gefakte Gütesiegel) vertrauen. Doch Facebook möchte mit dem Labeling von Seiten, die teilweise oder vollständig staatlich kontrolliert sind, Nutzern helfen, diese besser zu erkennen. Ab November werden die Labels auf Seiten und in der Ad Library eingeführt und sollen ab Anfang 2020 auch auf spezifischen Posts auf Facebook und Instagram gleichermaßen Anwendung finden. Als Begründung dafür nennt Facebook die erhöhte Verantwortung der Seiten:

We will hold these Pages to a higher standard of transparency because they combine the opinion-making influence of a media organization with the strategic backing of a state. 

© Newsroom Facebook

Facebook zieht Konsequenzen…

Im Streben nach mehr Transparenz, möchte das Soziale Netzwerk auch klare Konsequenzen ziehen: Die Unternehmen, bzw. Werbekunden, die nicht genügend Informationen bereitstellen, sollen gar nicht erst zugelassen werden. Die Anzeigen derjenigen, die schon Werbung schalten, aber den neuen Regeln nicht nachkommen, sollen gestoppt werden. Außerdem sollen Inhalte, die Wähler vom Wählen abhalten sollen oder absichtlich falsche Informationen darüber verbreiten, sofort gesperrt werden, unabhängig von der jeweiligen Quelle. Nach eigenen Angaben hat Facebook vor den Midterm Elections letztes Jahr 45.000 Inhalte entfernt, die gegen diese Regeln verstoßen haben.

…wir auch?

Im einzigen Ansatz, der das Problem wirklich bei der Wurzel packt, investiert Facebook zwei Millionen US-Dollar in Projekte, die Menschen dabei helfen, Online-Inhalte kritischer zu betrachten und Fehlinformationen eigenständig zu identifizieren. So soll das Share-Verhalten hinsichtlich falscher Meldungen nachhaltig geändert werden. Denn darin liegt schließlich der Ursprung des Problems. Wenn jeder sich reflektierter mit den Inhalten und Informationen beschäftigen würde, mit denen er online (und auch offline) konfrontiert wird und erst deren Richtigkeit überprüft, bevor er sie weiter teilt, wären die aufgeführten Maßnahmen zwar immer noch sinnvoll, aber nicht so ungemein notwendig. Schließlich wird die Tatsache, dass das Internet und auch Facebook zu Teilen aus Falschinformationen bestehen, kaum zu bekämpfen sein.

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