Targeting

Erst quizzen, dann kaufen: Was Online-Tests und Targeting verbindet

Beim Targeting führen viele Mittel und Wege zum Ziel. Wir zeigen dir anhand von Praxisbeispielen, wie Quizzes zur zielgenauen Ansprache genutzt werden können.

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Auf Playbuzz können die User sich die Zeit mit Quizzen vertreiben – und das tun sie sehr gern: Das Portal ist innerhalb eines Jahres zu einer der viralsten Webseite der Welt mutiert. Die Ergebnisse dienen den Nutzern zur Entscheidungsfindung oder einfach nur dem Spaßfaktor. Weil Menschen gern Rätsel lösen, können Quizzes eine gute Möglichkeit zur Personalisierung bieten. Josh Haynam stellt auf Econsultancy zwei Beispiele aus der Praxis vor, welche die Daten aus Tests bereits sehr erfolgreich für ihr Targeting nutzbar gemacht haben.

Eingehende Fragen für personalisierte Gesichtspflege

Wenn es um ihre Gesundheit und vor allem um die eigene Schönheit geht, sind Frauen immer auf der Suche nach den besten Produkten für sich, die ihnen gut tun. Perfekt auf sie zugeschnittene Produkte finden sie selten – umso größer das Bedürfnis danach. Anhand zweier erfolgreicher Anwendungsbeispiele, die zusammen einen Umsatz von fast 16.000 Dollar generieren konnten, kann abgelesen werden, wie hoch das Potential schon einiger weniger Fragen ist, die nur auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen. Diese Form der Personalisierung kann die Conversion Rate laut Econsultancy um 30 Prozent und mehr steigern.

Und ehrlich: Wie viel Zeit verbringst du in Shops alleine für das Scrollen und Wegklicken unerwünschter Produkte, bis du schlussendlich findest, was du suchst? Ein Quiz im Vorwege kann Produkte ausschließen und dem Kunden nur diejenigen Produkte anzeigen, die sich auch wirklich eignen.

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Birchbox, ein Online Shop für Pflegeprodukte, bot über den März hinweg ein Quiz zu Gesichtsmasken an, in dem Frauen fünf Fragen zu ihrer Haut und bevorzugten Arten von Cremes beantworten mussten.

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Als Ergebnis kam ein auf die Antworten zugeschnittener Produktvorschlag, der direkt einen Link zum Shop beinhaltete. Der dabei enthaltene Text ist so herzlich und mitfühlend formuliert, dass die User praktisch keine andere Wahl haben, als einen Kauf zu tätigen.

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Die zuvor sorgfältig ausgewählten Fragen basierten bei Birchbox auf vorangegangenen Studien, so dass die vorgeschlagenen Produkte tatsächlich auf den Kunden abgestimmt sind. Am Ende nahmen 11.000 Nutzer am Quiz teil. Die Conversion Rate lag dabei bei 3 Prozent und bei einem durchschnittlichen Einzelverkaufspreis von 22 Dollar konnte ein Umsatz von mehr als 7.000 Dollar erzielt werden.

Was bei Birchbox mit Gesichtsmasken klappt, funktioniert auch mit anderen Produkten, wie etwa Handys, Elektroartikeln, verschiedenen Versionen ein und desselben Produktes, Kleidung und dergleichen.

Allgemeine Fragen für das Kunden-Portfolio

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Ein weiteres Quiz, das zwar nicht ganz so professionell ist und auch nicht auf Studien basiert, dafür aber unterhaltsam und kurzweilig ist, präsentierte ein Startup, das es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gab – und allein mit dem Quiz über 8.000 Dollar an Umsatz generieren konnte.

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Das Startup vertreibt Elephant Pants, weite, verschiedenfarbige Hosen im thailändischen Stil mit Elefantenaufdruck. Es startete eine Kickstarter-Kampagne um sein Crowdfunding anzutreiben, indem ein Quiz zum Einsatz gebracht wurde. Die dort gestellten Fragen richteten sich an Menschen, die tatsächlich solch eine Hose kaufen würden und beinhalteten allgemeine Fragen zu Reisen, Outfits sowie Wochenendplänen. Als Ergebnis bekommt der User eine Farbvariante der Hose vorgeschlagen, die vermeintlich am besten zu seinem Profil passt. Die Fragen dienten dem Aufbau eines Nutzer-Portfolios, um ihm Vorschläge unterbreiten zu können sowie dem Aufbau von Vertrauen. Um eine Vorab-Bestellung zu tätigen, wurde ein Link in das Ergebnis integriert, das zur Kickstarter-Kampagne führte.

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Das gesammelte Geld wurde in den Launch des eigenen Shops investiert, so dass The Elephant Pants aus New York inzwischen ein florierendes Unternehmen ist.

Großer Nutzen bei geringem Einsatz von Ressourcen

Aufgrund der hohen Umsätze, die allein damit erzielt werden können und den geringen Ressourcen, die bei der Planung und Implementierung eines Quizzes benötigt werden, ist der Einsatz für Online Shops eine lohnenswerte Strategie. Eine gesteigerte Conversion Rate von 30 Prozent und mehr sowie die wertvollen Kundendaten, die aus dem Quiz generiert werden und zum passgenauen Targeting genutzt werden können, sind zusätzliche Beigaben eines günstig zu erstehenden Instrumentes.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

2 Gedanken zu „Erst quizzen, dann kaufen: Was Online-Tests und Targeting verbindet

  1. Rainer

    Eine Sache habe ich noch nicht ganz verstanden: Birchbox und Elephan Pants haben die Quizze auf Playbuzz durchgeführt oder auf ihrer Homepage?

    Antworten
    1. Tina BauerTina Bauer Artikelautor

      Playbuzz dient der Verdeutlichung, dass Quizze aufgrund ihrer Beliebtheit zum Erfolg führen können.
      Die Online-Tests der beiden Unternehmen wurden auf deren eigenen Webseiten durchgeführt.

      Viele Grüße,

      Tina

      Antworten

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