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Do-Not-Track: Der Kampf geht weiter

Die mittlerweile über 5 Jahre andauernden Verhandlungen zwischen Verbraucherschützern und der Werbeindustrie gehen in die nächste Runde.

Das "Advertising Option Icon" der DAA

Die Aussage von Edith Ramirez, Vorstand der Federal Trade Commission, so bald wie möglich eine einheitliche und funktionierende Do-Not-Track-Lösung (DNT) durchsetzen zu wollen, hat für einigen Aufruhr in der Advertiser-Gemeinde gesorgt. Angestoßen wurde das Verfahren von Verbraucherschützern bereits im Jahre 2007, bis heute wurde noch keine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden.

In den letzten zwei Jahren versuchte die Digital Advertising Alliance durch eine Selbstregulation Usern die Möglichkeit zu bieten, sich selbst durch ein Opt-Out vom Targeting auszuschließen. Die starre Position der FTC sorgt für Frust bei der DAA, welche wiederum die DNT-Lösungen von Microsoft und Mozilla als Ursachen des Problems sieht.

Dazu Stu Ingis von der DAA:

Das Problem ist gelöst. Das Programm der DAA deckt die Werbelandschaft zu 100% ab. Wir haben unsere Vereinbarungen eingehalten. […] Für das Erreichen unserer Ziele erhalten wir trotzdem keine Anerkennung

Nach der Einführung eines Do-Not-Track-Headers durch Mozilla hat sich ein solcher auch beim Internet Explorer, Chrome und Safari durchgesetzt. Da es noch keinen einheitlichen Standard im Umgang mit diesen Anfragen gibt, werden sie u.a. von Google und Facebook gezielt ignoriert. Begründet wird das durch ein mangelndes Verständnis der User für Do-Not-Track-Befehle und die fehlende Beschränkung auf Advertiser. Facebook etwa nutzt Tracking nach eigenen Angaben eher für die Optimierung des Nutzungserlebnisses als für Werbezwecke.

Gegen standardmäßig eingeschaltete DNT-Funktionen wie beim Internet Explorer will die DAA diese Woche mit einem Antrag bei der Tracking Protection Working Group (TPWG) des W3C vorgehen. Die Nutzer sollen die Funktion aktivieren müssen und gewarnt werden, dass trotzdem noch Daten für bestimmte Zwecke gespeichert werden. Zudem soll der User Ausnahmen für den Trackingschutz definieren können, also konkreten Unternehmen eine Einwilligung geben.

Überzeugt ist die TPWG von diesen Bedingungen nicht, schließlich gibt es neben Cookies noch andere Tracking-Technologien, die möglicherweise gar nicht berücksichtigt werden. Laut Stu Ingis sollen diese durch das Fortbestehen von AdChoices für den Nutzer optional bleiben:

Es gibt keine Pläne, Opt-Out-Cookies auszumustern. Dieses System funktioniert und wird von zwei Millionen Menschen auch benutzt. Wahrscheinlich lernen die Nutzer dadurch mehr in Sachen Transparenz

Wie es mit den Verhandlungen zu einer einheitlichen Do-Not-Track-Lösung weitergeht, bleibt für Verbraucherschützer und vor allem Advertiser ein heißes Thema.

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