SEO - Suchmaschinenoptimierung

Der Chrome Browser – Feind des kontrollierten Linkaufbau?

Trainiert Google einen Algorithmus zur Linkbewertung in seinem „Chrome Bootcamp“ und macht dem kontrollierten Linkaufbau den Garaus?

Foto: jorgosphotos / PhotoDune

Während Yandex bereits die ersten Tests durchführt, wie man Webseiten auch ohne den Einfluss von Backlinks bewerten kann, legt Google immer noch großen Wert darauf. Der Linkaufbau gehört deshalb zum Geschäft eines jeden Suchmaschinenoptimierers. Um schnell starke und themenrelevante Links für die eigene Webseite zu erhalten, werden diese oft gekauft oder getauscht. Google möchte deshalb “echte” Links von gekauften oder getauschten unterscheiden können. Eine Art und Weise, wie die Suchmaschine versucht, diese Links zu unterscheiden, ist die Anzahl der Klicks, die ein Link erhält (siehe Patent von Google: Patent US8117209).

Wo nimmt Google diese Daten her?

Hanns Kronenberg, Head of Product Management bei SISTRIX, hat sich in einem interessanten Artikel darüber Gedanken gemacht, wie Google diese Daten erheben könnte. In Frage kommen grundsätzlich zwei Quellen: Google Analytics oder der weitverbreitete Google Chrome Browser.

Für ihn fallen die erhobenen Daten aus Google Analytics aus zwei Gründen heraus: Zum Einen betont die Suchmaschine immer wieder, dass diese Daten nicht zur Bewertung von Webseiten herangezogen werden. Zum Anderen ist der kostenlose Analyse-Dienst von Google nicht so weit verbreitet, wie man vielleicht denkt. Einer Studie von builtwith.com zu Folge, ist Analytics gerade mal auf 2,9 Prozent aller 289 Millionen im Web verfügbaren Domains installiert. Bedeutet, dass die Daten sehr unvollständig sind.

Chrome Browser erhält weitaus mehr Daten

Der Google Chrome Browser hingegen ist mittlerweile mit einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent der beliebteste Browser weltweit. Der Meinung Kronenbergs zu Folge, eine ideale Möglichkeit für Google um Besucherströme zwischen Webseiten und das Klickverhalten von Usern relativ vollständig zu erheben. Eine interessante Funktion im Chrome Browser, die diese These bestätigen könnte, ist in den Einstellungen des Browsers zu finden: “Netzwerkaktionen voraussehen, um die Ladegeschwindigkeit zu verbessern”.

Google möchte mit dieser Funktion die Ladezeiten von Webseiten minimieren, in dem ein Algorithmus versucht herauszufinden, auf welchen Link der User als nächstes klicken wird. Die Webseite, die hinter dem Link steckt, wird im Hintergrund bereits vorgeladen, womit sich die Zeit, die der Browser zum Laden und Rendern der Seite benötigt, minimiert.

Der Chrome Browser – Bootcamp für Algorithmen?

Ob Google nun die erhobenen Daten direkt für die Bewertung einer einzelnen Webseite verwendet, ist fraglich. Die Masse der Daten, die Googles Browser täglich verarbeitet, kann allerdings optimal für das Trainieren eines Algorithmus dienen, der dann entsprechende Links besser erkennen und somit bewerten kann.

Wie ist eure Meinung zu diesem Thema? Verwendet Google die Daten direkt zur Bewertung von Webseiten oder wird ein entsprechender Algorithmus trainert? Oder meint ihr, dass Google diese Daten auf eine ganz andere Art und Weise erhebt?

Quelle: SISTRIX

2 Gedanken zu „Der Chrome Browser – Feind des kontrollierten Linkaufbau?

  1. Michael Marheine

    Das Google Analytics nur auf knapp 3 % der Webseiten angewendet wird, ist fast unglaublich … vielleicht hat das aber mit der eigenen Sichtweise und dem eigenen Beruf zu tun, dass man eben denkt, dass ein Jeder wissen müsse, was man selbst weiss *-)

    Vielleicht ist da ein wenig zu sehr auf die eigenen Insights geachtet worden … ich werde testen!

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  2. Benedikt

    Google wird einfach immer intelligenter und perfekter – langfristig wird kontrollierter Linkaufbau nicht mehr möglich sein, aber ich bin mir sicher, dass die Online Marketer da neue Wege finden.

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