Social Media Marketing

Business, Creator oder Standard: Welches Instagram-Profil ist das richtige?

Instagram bietet inzwischen drei unterschiedliche Profile an. Für wen welches am besten geeignet ist und welche Mythen sich um sie drehen, klären wir im Artikel.

© Georgia de Lotz - Unsplash

Ob privater Nutzer, Unternehmen oder Influencer – ohne Instagram geht gar nichts mehr. Die App hat sich in den letzten Jahren als Platform to be etabliert und ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Nutzer können aus drei unterschiedlichen Profilen mit jeweils anderen Features wählen: Privat, Business oder Creator. Welches ist das richtige? Wir stellen die Vor- und Nachteile heraus.

Creator, Business oder normaler Nutzer? Analytics oder Privatsphäre?

Bei der Frage nach Standard- oder Business-Profil scheiden sich die Geister. Während der Durchschnitts-Endnutzer im Grunde genommen mit einem normalen Profil bedient ist, hat der Business Account durchaus Vorteile, wie sinnvolle Einblicke in die User Analytics. Dann gibt es da noch das nicht totzukriegende Gerücht um die eingeschränkte Sichtbarkeit von Business-Profilen, deren Besitzer dann tief in die Tasche greifen müssen für bezahlte Reichweite. Was hat es damit auf sich? Wir haben die Profile einer genaueren Betrachtung unterzogen, zeigen die Features und räumen mit Gerüchten auf.

Standardprofil

Standardprofile weisen die wenigsten Besonderheiten auf. Nutzer können ganz normal Fotos und Videos posten und mit anderen Usern interagieren. Die Funktionen der normalen Nutzerprofile sind ziemlich basic: So gibt es keinen Kontakt-Button, allerdings lässt sich auf der Bio ein Link platzieren. Auch können User keine Analytics ihrer Stories oder Posts im Feed abrufen und auch keine Ads schalten.

Dennoch verfügen sie über zwei exklusive Features, die nur den Standard-Accounts zur Verfügung stehen:

  1. Privates Profil: Wer nur ausgewählten Nutzern Zugriff auf den Account geben möchte, der kann sein Standardprofil privat stellen. Die Inhalte sind dann von Nutzern, die dem Account nicht folgen (dürfen) nicht sichtbar. Nutzer können das Folgen anfragen, der Account entscheidet, ob er ihm Zutritt gewährt.
  2. Verbindungen zu mehreren Facebookseiten: Während Unternehmensprofile ihren Instagram Account nur einer Facebook Page zuordnen dürfen, können Standardnutzer ihre Seite gleich mit mehreren Facebook-Profilen verbinden.

Fazit: Wer Instagram aus reinem Spaßfaktor verwendet, Wert auf seine Privatsphäre legt und auf Insights verzichten kann, dem genügt ein Standardprofil.

Business-Profil

Unternehmenskonten haben einige entscheidende Vorteile: Sie bieten Insights, Kontakt-CTAs und die Möglichkeit, Werbung auf der Plattform zu schalten sowie Posts zu promoten.

Zielgruppen-Insights bei Unternehmensprofilen.

Die Insights bieten wertvolle Informationen zu den Followern, deren Demographie, Standort und wann sie online sind. Auch die Post Performance lässt sich unter dem Reiter „Inhalte“ überblicken.

Was hat das Business-Profil neben den detaillierten Insights sonst noch bieten?

  1. Kontakt-CTA: Unternehmensprofile können in ihrer Bio einen Button zur Kontaktaufnahme implementieren, wobei er hier zwischen der Angabe seiner Telefonnummer oder der E-Mail-Adresse wählen kann. Potentielle Kunden können vom Service auf diese Weise ohne Umwege Gebrauch machen.
  2. Ads schalten: Über Facebooks mächtige Anzeigen-Tools lassen sich ganz einfach auch Kampagnen auf Instagram ausspielen.
  3. Posts promoten: Business-Profile haben die Möglichkeit organische Posts zu promoten, was der Boost-Funktion auf Facebook gleichkommt. Doch während Experten häufig begründet vor dem Boosten von Beiträgen auf Facebook warnen, sind derartige Vorsichtsmaßnahmen für Instagram nicht bekannt. Gut performende Beiträge können so einen Extraboost bekommen und die Reichweite erhöhen.
  4. Links in Stories: Um Spam einen Riegel vorzuschieben, hat Instagram Verlinkungen von Websites weitestgehend minimiert: Ein ausgehender Link ist nur in der Bio legitim. Doch verifizierte Accounts und Business Accounts ab 10.000 Followern können Links in ihren Stories setzen.

Lohnt ein Business Account?

Es spricht eigentlich nichts gegen den Switch zum Business Account. Er bietet den Nutzern zahlreiche nützliche Features, die dabei helfen, die Beiträge zu optimieren und zielgruppengerechte Inhalte auszuspielen. Für Unternehmen stellen Insights zu Impressions, Reichweite oder Engagement wichtige KPIs dar und sind entsprechend nützlich. Werbetreibende Unternehmen können natürlich ebensowenig auf das Schalten von Ads verzichten, weshalb ein Unternehmensprofil im Grunde außer Frage steht.

Wirkt sich der Switch zum Business Account negativ auf die organische Reichweite aus?

Dieses Gerücht hält sich seit einigen Jahren wacker, doch ist da überhaupt was dran? Facebook hat 2014 ein Update zum Newsfeed-Algorithmus durchgeführt, bei dem die organische Reichweite von Beiträgen auf der Plattform zugunsten von Paid-Modellen reduziert wurde. Dass Facebook neue Einnahmequellen generieren musste, sollte bei der Masse an Unternehmen auf dem Netzwerk durchaus auf Verständnis treffen. Um ihre Reichweite zu erhalten, müssen Unternehmen seither in Ads investieren. Mit dem fortschreitenden und weiterhin sehr gesunden Wachstum Instagrams und der Einführung des Algorithmus, liegt der Schluss auch hier natürlich nicht fern.

Bisher ist eine solche Veränderung aber (noch) nicht wahrzunehmen. Aus eigener Erfahrung mit meinem Privatprofil, das ich der Insights halber zum Businessprofil geswitcht habe, kann ich sagen, dass es absolut keinen Impact auf die Reichweite hatte. Dafür profitiert mein Profil von den oben genannten Features, wobei die Analytics den größten Mehrwert für mich aufweisen.

Creator Profil

Influencer sind auf Instagram zuhause. Auf keiner anderen Plattform gehen so viele Sponsorings und Kollaborationen zwischen Unternehmen und Influencern über die Bühne wie auf Instagram.  Um die Zugpferde zu stärken bietet das Netzwerk ihnen jetzt spezielle Profile, Creator Profiles genannt. Wie auf dem untenstehenden Screenshot von Jane Manchun Wong zu erkennen ist, richtet sich das Creator Profile vorrangig an Personen des öffentlichen Lebens, Künstler und Influencer. 

Mit einem Creator Profil haben Nutzer exklusiven Zugriff auf ein Instagram Creator Studio Dashboard innerhalb der Facebook Creator Studio App. Damit steht ihnen nützliches und detailliertes Set an Insights zur Verfügung, das weit über die Features des Business Profils hinausgeht und genau auf den Bedarf der Influencer zugeschnitten ist.

Das Dashboard gibt Aufschluss über Follower Growth etwa und lässt erstmals direkte Einblicke in Follow/Unfollow-Stats zu, was sonst lediglich über Drittanbieter-Apps möglich war. Zusätzlich gibt es tägliche sowie wöchentliche Statistiken und das Studio funktioniert über Feed-Beiträge, IGTV und Instagram Stories hinweg.

Auch haben Creator Profile detailliertere Einsicht in die Demographie ihrer Follower, als das bei den Business Profilen der Fall ist. So schlüsselt die Grafik über Alter beispielsweise jede Kohorte einzeln nach Geschlecht auf. Die Metriken lassen sich, anders als beim Business Profil, auch auf dem Desktop einsehen.

Welche Vorteile bietet das Creator Profil noch?

Sortierung der Nachrichten: Die zusätzliche Möglichkeit, Nachrichten nach Priorität oder Relevanz zu sortieren, dürfte Influencer freuen. Sehen diese sich täglich mit einer Vielzahl an Nachrichten bombardiert, können sie diese nun erstmalig managen und so einfach den Überblick behalten.

Art der Kontaktaufnahme: Influencer können ihre Nachrichten damit nicht nur sortieren, sondern auch ihre bevorzugte Art der Kontaktaufnahme im Profil einstellen.

Shopping mit Creators: War dies bisher nur Unternehmen vorbehalten, können Instagram Creator nun auch Shoppable Posts veröffentlichen, auf denen ausgewählte Produkte getaggt sind. Follower können damit direkt über Instagram shoppen, was sie auf den Bildern sehen und auch der Checkout-Prozess findet damit in der App selbst statt und macht ein Verlassen obsolet.

Lohnt sich der Wechsel?

Bisher sind Creator Profile noch in der Betaphase. Für Influencer und dergleichen kann ein Wechsel durchaus sinnvoll und lohnend sein, da die Insights tiefere Einblicke in die für diese Nutzergruppen wichtigen Metriken zulassen. Der große Nachteil des Profils ist, dass es nicht mit der API verbunden ist und User daher auch keine Analytics Tools von Drittanbietern oder Auto Publish Apps mehr nutzen können. Wie Influencer Marketing Hub schreibt, ist es durchaus möglich, dass die Profile nur Influencern ab einer bestimmten Accountgröße verfügbar gemacht werden, ähnlich der Swipe Up-Funktion in den Stories.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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