SEO - Suchmaschinenoptimierung

Mit Unterschied zu Google: Bing erklärt Rankingfaktoren in neuen Webmaster Guidelines

Mit dem Update der Guidelines liefert die Suchmaschine Hinweise relevanten Rankingfaktoren und macht deutlich, welche Aspekte für das Ranking im Unterschied zu Google berücksichtigt werden.

Bing Suche

© Bing

Ende Juni veröffentlichte Bing, die nach Google relevanteste Suchmaschine in der westlichen Welt, eine erneuerte Version der eigenen Webmaster Guidelines. Diese gibt Webmastern und SEOs mehr Aufschluss darüber, wie die Rankings in den SERPs der Microsoft-Suchmaschine zustande kommen. Dabei wird der Support neuer Attribute aufgeführt, während deutlich wird, dass Bing – anders als Google – Momente wie Authorship und User-Engagement-Metriken beim Ranking ganz explizit miteinbezieht.

Neue Webmaster Guidelines bei Bing: Mehr Einsicht für SEOs

Hinter Google, dem unangefochtenen Weltmarktführer im Bereich der Suchmaschinen, ist Bing die klare Nummer zwei. In Deutschland hat die Suchmaschine von Microsoft laut Statcounter rund vier Prozent Marktanteil. Das ist verglichen mit Google wenig, gegenüber der Konkurrenz von Ecosia (0,8 Prozent) oder DuckDuckGo – die auch hierzulande vermehrt für ihre Suchmaschine werben – mit 0,65 Prozent jedoch beachtlich.

Marktanteile der Suchmaschinen in Deutschland 2020
Marktanteile der Suchmaschinen in Deutschland im Juni 2020 (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Statcounter

Ende Juni erklärte Bing nun, dass man seine Webmaster Guidelines überarbeit habe, um mehr Klarheit bezüglich der Rankings zu schaffen. Das gab etwa die für Bing zuständige Head of Evangelism im Bereich Microsoft Advertising, Christi Olson, via Twitter bekannt:

Die neuen Webmaster Guidelines weisen dabei einige Updates auf. So werden jetzt beispielsweise die Attribute rel=“sponsored“ or rel=“ugc“ unterstützt. Diese Attribute führte Google bereits vergangenes Jahr ein. Auch Bing unterstützt nun diese Option, um den Crawlern mehr Informationen zu liefern. Allerdings sei dieses Signal für das Ranking bis dato noch nicht so stark, erklärt Olson:

Rankingsignale und Beispiele für problematischen Content

Die Guidelines dürften Webmastern und SEOs keine ungeahnten Wahrheiten eröffnen. Zunächst werden Basics betont, die Relevanz von Sitemaps für die Auffindbarkeit, von aktuellen URLs und relevanten Links.

Bing recommends that all pages on a site are linked to at least one other discoverable and crawlable page,

heißt es dort etwa. Außerdem schlägt Bing vor, die Zahl der Seiten einer Website wenn möglich zu minimieren, sinnvolle Weiterleitungen einzurichten oder Bing mithilfe des Crawl Control Features mehr Crawling zu ermöglichen. Doch all diese Tipps, darunter der Hinweis auf die Nutzung von robots.txt oder Canonical Tags, die Betonung der Erstellung von genügend Content und der Anreicherung mit Bildern und Videos, sind den meisten Webmastern nicht neu.

Spannend für diese dürften die konkreten Rankingfaktoren sein, die Bing auflistet. Dabei werden sechs Faktoren aufgeführt, beginnend mit dem laut Bing wichtigsten.

Die sechs relevantesten Rankingfaktoren bei Bing

Die von Bing aufgeführten Rankingfaktoren sind die folgenden, hier in der Übersetzung:

  • Relevanz: Die Relevanz bezieht sich darauf, wie genau der Inhalt der Zielseite mit der Absicht hinter der Suchanfragen übereinstimmt. Dies umfasst übereinstimmende Begriffe direkt auf der Seite sowie Begriffe, die in Links verwendet werden, die auf die Seite verweisen. Bing berücksichtigt auch semantische Äquivalente, einschließlich Synonyme oder Abkürzungen, die möglicherweise nicht exakt mit den Anfragebegriffen übereinstimmen, aber dieselbe Bedeutung haben.
  • Qualität und Glaubwürdigkeit: Die Bestimmung der Qualität und Glaubwürdigkeit einer Website umfasst eine Bewertung der Seite selbst, einschließlich Faktoren wie der Reputation des Autors oder der Website, des Diskursniveaus (zum Beispiel wird ein Artikel mit Zitaten und Verweisen auf Datenquellen als qualitativ höherwertig angesehen als ein Artikel, der nicht erklärt, aus welchen Quellen Zitate stammen; Bing kann Inhalte herabstufen, die Beschimpfungen, beleidigende Aussagen oder abfällige Sprache verwenden, um einen Punkt hervorzuheben), der Vollständigkeit des Inhalts und der Transparenz der Urheberschaft (Authorship).
  • User Engagement: Bing berücksichtigt auch, wie Benutzer mit Suchergebnissen interagieren. Um das User Engagement zu bestimmen, stellt Bing Fragen wie: Haben sich Benutzer durchgeklickt, um nach Ergebnissen für eine bestimmte Abfrage zu suchen, und wenn ja, welche Ergebnisse? Haben Benutzer Zeit mit diesen Suchergebnissen verbracht, zu denen sie geklickt haben, oder sind sie schnell zu Bing zurückgekehrt? Hat der Benutzer seine Anfrage angepasst oder neu formuliert? Das Bing Webmaster Dashboard bietet Einblicke in die Interaktion von Benutzern Websites.
  • Aktualität: Im Allgemeinen bevorzugt Bing Inhalte, die „frischer“ sind. Dies bedeutet, dass die Seite stets aktuelle Informationen enthält. In vielen Fällen werden heute produzierte Inhalte in Jahren noch relevant sein. In einigen Fällen sind die heute produzierten Inhalte jedoch schnell veraltet.
  • Location: In den Rankingergebnissen berücksichtigt Bing, wo sich der Benutzer befindet (Land und Stadt), wo die Seite gehostet wird, die Sprache des Dokuments oder den Ort anderer Besucher der Seite.
  • Ladezeit von Seiten: Langsame Ladezeiten von Seiten können dazu führen, dass ein Besucher die Website verlässt, möglicherweise bevor der Inhalt überhaupt geladen wurde, um Informationen an anderer Stelle zu suchen. Bing kann dies als eine schlechte Benutzererfahrung und ein unbefriedigendes Suchergebnis ansehen. Schnelleres Laden von Seiten ist immer besser, aber Webmaster sollten die absolute Geschwindigkeit beim Laden von Seiten mit einer positiven, nützlichen Benutzererfahrung in Einklang bringen.

Besonders auffällig ist, dass Bing die Momente der Authorship und der User-Engagement-Metriken klar als Rankingfaktoren benennt, während Google diese laut SEO-Experte Barry Schwartz nicht aktiv zu den eigenen Faktoren zählt. Allerdings gehören diese Aspekte zu einer guten EAT (Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness)-Optimierung für den eigenen Content. Bei der SEO sollten diese Punkte demnach so oder so fokussiert werden.

Was Bing zu vermeiden rät

Neben den relevanten Rankingfaktoren listet Bing in den aktualisierten Webmaster Guidelines noch Beispiele für irreführende Praktiken auf, die das Ranking negativ beeinflussen oder sogar zu Strafen führen können. So heißt es dazu:

Sites which engage in abuse such as the practices outlined below are considered to be low quality. As a result, these sites can incur ranking penalties, have site markup ignored, and may not be selected for indexation. These Bing Webmaster Guidelines describe only some of the most widespread forms of inappropriate, manipulative or misleading behaviors. Microsoft may take action against your site for any inappropriate or deceptive practices, even those not described here.

Zu den Praktiken, die Webmaster nicht in Betracht ziehen sollten, zählen:

  • Cloaking (die Präsentation zweier unterschiedlicher Seiten für Crawler und User unter der selben URL)
  • Link Schemes, Link Buying, Link Spamming
  • Social Media Schemes (beispielsweise automatisierte Follow-Einstellungen)
  • Ducplicate Content
  • Scraped Content
  • Keyword Stuffing (oder sehr viele irrelevante Keywords auf Seiten)
  • Automatisch generierter Content
  • Affiliate-Programme und Links ohne Mehrwert für den Inhalt (Thin Affiliation)
  • Böswilliges Verhalten bei der Content-Erstellung
  • Irreführendes Markup über strukturierte Daten

Wer sein Ranking nicht nur bei Google, sondern auch bei der immer noch relevanten Suchmaschine Bing verbessern möchte, sollte die aktuellen Webmaster Guidelines einmal genau studieren. Auf dem Bing Webmaster Blog kannst du sie komplett nachvollziehen. Grundsätzlich gelten für Google, Bing und die meisten anderen Suchmaschinen jedoch die gleichen Voraussetzungen: Der aktuellste, relevanteste und qualitativ hochwertigste Content hat gute Karten, um ganz oben in den SERPs zu landen. Wie dieser nicht nur erstellt, sondern auch so optimiert wird, dass er der publizierenden Website zu starken Rankings verhilft, das wird in der Regel aus den Webmaster Guidelines oder SEO Tipps – beispielsweise zum richtigen Markup – ersichtlich. Und als unterstützende Maßnahmen eignet sich unabhängig davon häufig noch die Suchmaschinenwerbung.


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Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik ist studierter Literatur- und Medienwissenschaftler und schreibt für OnlineMarketing.de seit Jahren über diverse Themen im Digital-Marketing-Bereich. Von der Mobile-First-Indexierung über die DSGVO bis hin zum Aufstieg von TikTok hat er schon manche Entwicklung der Branche begleitet.

2 Gedanken zu „Mit Unterschied zu Google: Bing erklärt Rankingfaktoren in neuen Webmaster Guidelines

  1. Khoa Nguyen

    Ich mach auch SEO-SEA Analysen bei Google und positive Rankings durch gute relevante Texte, Nutzerfreundlichkeit, schnelle Ladezeiten wirken sich auch auf den Qualitätsfaktor bei den Ads Anzeigen aus. Microsoft Ads ist ein anderer Bereich und die SEO Optimierung kann manchmal angenehmen sein, aber dann mit sehr viel Geduld verbunden sein. Auf jeden Fall sehr interessant.

    Antworten
  2. FPOM

    Danke für die schöne Zusammenfassung.
    Bing ist nicht zu verachten – vor allem weil Ecosia seine Ergebnisse daher bekommt.

    Antworten

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