Display Advertising

Auf die Plätze, fertig, los – 360 Grad Ads werden die Werbung revolutionieren

Ein neuartiges Videoformat ermöglicht den Sprung direkt in die Werbung. Wir stellen euch die 360 Grad Ads vor und wagen einen Blick in die Zukunft der Display Ads.

© Flickr / Kurt Bauschardt, CC BY-SA 2.0

Mittendrin statt nur dabei könnte sehr bald Wirklichkeit werden. Youtube kündigte schon im März dieses Jahres die künftige Unterstützung revolutionärer 360°-Videos an und postete dazu auch eine Liste bereits verfügbarer Clips. Das neue Videoformat ist mitreißend und schwer wegzuklicken. Ein neuer Weg hochwertige Views und Interesse zu generieren. Die hier integrierten Videos schaust du dir für das beste Erlebnis in der YouTube-App auf deinem Android- oder iOS-Gerät an.

Konzert mit Rundumsicht

Noch sind die Videos rar auf dem Videonetzwerk, überraschenderweise ist eine deutsche Band aber unter den ersten, die ein Video mit Allroundblick eingestellt haben. Vergangenes Wochenende gaben die Beatsteaks ihre Jubiläumsshows in der Berliner Wuhlheide und nahmen dabei ein Video ihres Songs Meantime in der 360°-Grad-Ansicht auf.

Link für Android und iOS, funktioniert nur über die Youtube-App: Beatsteaks – Meantime 360 Grad

Die Perspektive kann über den Browser interaktiv gesteuert werden. Die beste User Experience aber erzielst du über die Youtube App auf deinem Android- oder iOS-Gerät. Anders als bei Google Street View wechselst du den Blick nicht mit einem Fingerwisch, sondern ähnlich der Augmented Reality durch deine eigene Bewegung: Drehst du dich im Kreis, dreht sich das Video mit.

Bezahlbare Technik und garantierte Views

Das neue Videoformat könnte in der Werbewelt einschlagen wie eine Bombe. Die User wollen in aller Regel vor den angeklickten Videos keine Werbung sehen, einige bleiben bei besonders kreativen Ads eventuell kurz hängen und generieren einen View – im Grunde aber warten die meisten auf den Überspringen-Button, der sie endlich zum gewünschten Content leitet. Sich jetzt aber in der Werbung aufzuhalten und sie von allen Seiten betrachten zu können, hat großes Potential, die Views in die Höhe schießen zu lassen. Die Beatsteaks haben das Rundum-Video am Mittwoch veröffentlicht, gestern Abend hatte es bereits 46.000 Views und keine zwölf Stunden später schon 56.000.

Ambitionierte Early Adopter-Unternehmen können die Chance momentan für sich nutzen, denn allein das Format wird mit Sicherheit zurzeit noch die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Da spielen womöglich die Inhalte vorerst sogar eine untergeordnete Rolle.

Im Moment sind die Möglichkeiten auf Youtube allerdings noch eingeschränkt. So unterstützt das Netzwerk einen Upload nur über seinen hauseigenen Browser Chrome und auch nur, wenn die Videos zuvor mit einer bestimmten App oder einem Skript bearbeitet wurden. Die Clips können aber sowohl auf dem Desktop als auch mit Android sowie iOS fehlerfrei abgespielt werden. Der User findet sich mitten auf der Bühne wieder und wird in den Bann des Videos gezogen.

Youtube hat in seinem Leitfaden zu 360-Grad-Videos auch die derzeit möglichen Kameramodelle genannt:

Facebooks 360° Mobile Ad Vision

Auch Facebook stellte laut re/code in Cannes seine Vision der zukünftigen Display Ads des Netzwerkes vor.

Link für Android und iOS, funktioniert nur über die Youtube-App: GoPro Spherical: Land, Air and Sea – A Virtual Reality Experience

Wie in dem Video von re/code zu sehen ist, kann die mobile Anzeige im 360-Grad-Winkel angesehen und manuell gesteuert werden. Der Social Media-Riese plant bislang nicht offiziell damit an den Start zu gehen, sondern stellte das Format vorerst nur als Vision in Cannes vor. Diese könnte aber schon bald Realität werden, die Umsetzung wird immer einfacher und die Technik ist auch bezahlbar. Der Effekt jedoch wird lange von seiner Wirkung zehren können.

Mit Delfinen schwimmen – Content mit Perspektive 

360°-Formate könnten der digitalen und vor allem mobilen Werbung den nötigen Drive verpassen, den die heutigen Display Ads vermissen lassen. Marketer sind seit einiger Zeit in Sorge um die Performance ihrer Werbebanner und Pre-Rolls, denn diese erfreuen sich unter Usern eher geringer Beliebtheit. Könnten sie aber eintauchen und Teil des Ganzen sein, würde das der User Experience einen völlig neuen Anstrich verpassen. Der Werbefilm von GoPro etwa gewährt einen ersten Blick auf das Content Marketing der Zukunft: Der Film lässt dich nicht nur an Outdooraktivitäten teilhaben, sondern direkt mitmachen und reißt dich mit in eine neue Welt fast zum Anfassen.

Wir sind in jedem Fall gespannt, was die Zukunft bringt. Die weitere Entwicklung dürfte nun schnell gehen. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst – wir sind jedoch der Überzeugung, dass die Möglichkeiten, die  360°-Fotos und -Videos bieten, auch den Usern einen langfristigen Mehrwert liefern können und den strauchelnden Display- sowie Video Ads zu neuem Aufwind verhelfen könnten, der eine lange Halbwertszeit aufweist.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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