Social Media Marketing

AR auf Snapchat: Unternehmen nutzen noch nicht alle Möglichkeiten

Snapchat eröffnet mit einfacher AR-Einbindung neue Möglichkeiten für Unternehmen. Lego Wear und Voice sind ganz vorne mit dabei.

© legowear - Instagram

Lego Wear vermarktet schon seit einiger Zeit die eigenen Kindermodekollektion auf Snapchat. In einer virtuellen Boutique können Snapchat-Nutzer die Kleidungsstücke an simulierten Schaufensterpuppen betrachten und über den „Shop now“-Button in den Onlineshop von Lego Wear wechseln. Im Februar hat Lego das Marketing via Snapchat noch weiter getrieben.

Lego hat eine limitierte Kollektion herausgebracht. © legowear – Instagram

Ein Onlineshop in einem virtuellen Store in einem physisch betretbaren Laden

Um die limitierte Lego Wear-Kollektion an die erwachsenen Kunden zu bringen, mietete Lego im Rahmen der London Fashion Week einen Pop-up Store in London. Doch statt dort die Kleidung auszustellen, war der Laden bis auf einen scanbaren Snapcode leer. Mithilfe von Augmented Reality gab es statt Mode zum Anfassen und Anprobieren einen komplett in Lego eingerichteten Store durchs Handy zu bestaunen. Mit Unterstützung der Digitalagentur We Are Social wurde das AR Erlebnis verwirklicht. Besucher konnten die Kollektion auf Lego-Schaufensterpuppen sichten – und über den „Shop Now“ Button direkt kaufen. Ein DJ-Pult, ein Türsteher und Arcade-Maschinen vervollständigten das Erlebnis. Geöffnet hatte der Pop-up Store ausschließlich am 13. Februar.

Ist das die Zukunft von E-Commerce?

Wir haben bereits über Augmented Reality Shopping mit Spectacles und das Marketing Potential von AR Lenses geschrieben. Mit Augmented Reality eröffnen sich neue Möglichkeiten für das Onlinemarketing von Unternehmen, wie Marianne Bullwinkel auf dem Facelift Summit vergangene Woche erklärte. Snapchat sei mit seiner AR-Einbindung ganz vorne mit dabei. Einige erfolgreiche Snapchat-Kampagnen, unter anderem die Snapchat-eigene Kampagne für die Spectacles, zeigen das Potential der Anwendung.

Die jüngsten Verbraucher, Generation Z, wünschen sich Erlebnisse. Fast ein Fünftel der 15.000 befragten Gen Zers in einer Studie von OC&C war sich einig, dass sie eher Geld für Erlebnisse als für Produkte ausgeben würden. Nike Jordan hat sich diese Aussage mit ihrer Kampagne für die neuen Air Jordans zu Herzen genommen. Fans der Schuhmarke konnten in Snapchat durch eine eigens entwickelte Linse Michael Jordans legendären Dunk ganz nah und von allen Seiten betrachten. Über Snapcodes konnten die Schuhe bestellt werden. Nach 23 Minuten (übrigens Michael Jordans Trikotnummer) waren die limitierten Schuhe ausverkauft. Das ist nicht nur ein Erfolg, weil es das erste Produkt eines Drittanbieters war, das über Snapchat verkauft wurde.

Ungenutzte Möglichkeiten

Doch nicht nur im Fashionbereich ist das Snapchat-Marketing denkbar. Die Augmented Reality Food App Kabaq hat sich z.B. mit Dominos zusammengetan und eine Pizza-Linse entwickelt, die die Nutzer eine realitätsnahe Abbildung einer Pizza vor sich liegen sehen lässt. Wessen Appetit so angeregt wird, kann über den „Order now“-Button direkt bestellen. Auch Dunkin‘ Donuts und Subway sehen großes potential für ihre Unternehmen und experimentieren schon mit den AR-Linsen.

Im Zuge der Promotion für den neuen Superheldenfilm „Shazam!“ hat Snapchat die erste sprachgesteuerte Linse herausgebracht. Nachdem Nutzer den Snapcode auf einem der Filmposter gescannt haben, können sie den Effekt der Linse aktivieren, indem sie „Ok, Shazam“ sagen. Bereits letzten März experimentierte Snapchat mit Audiokommandos für die Linsen. Dieses Feature weiter auszubauen, gibt Unternehmen, die über Snapchat bekannter werden wollen, neue Möglichkeiten ihr Produkt zu vermarkten und macht Snapchat so zu einer beliebteren Marketingplattform.

Der Umgang mit Content unterscheidet sich von anderen Plattformen

Das Publikum auf Snapchat ist sehr jung. 72 Prozent der deutschen Nutzer sind maximal 24 Jahre alt. Doch gerade das macht die Plattform so spannend, um die nächste Generation der Verbraucher an sich und seine Marke zu binden. Viele Unternehmen haben das Problem, gerade mit Snapchat noch nicht vertraut zu sein. Die Snapchatterin Quiamco berichtete AdAge gegenüber, dass sie bei der Einladung zu einem Event gefragt wurde, ob Ele, der AR Charakter, der in Quiamcos Stories auftaucht, auch ein Hotelzimmer bräuchte.

Cyrene Quiamco mit Ele beim Friseur. © cyreneq – Snapdex

Nach eigenen Angaben verdient die 26-Jährige 1.000 bis 10.000 US-Dollar pro Snapchat Story. Kein schlechtes Geschäft. Weder für Quiamco noch für ihre Kunden. Denn die Nutzer von Snapchat sind aktiver in ihrem Engagement als Nutzer von anderen Plattformen. Der Content wird nicht einfach nur präsentiert, sondern von Usern aktiv gesucht und konsumiert. Das verändert den Umgang mit Werbeanzeigen völlig, an denen auf Facebook und Instagram beispielweise oft vorbeigescrollt wird.

Sich als Unternehmen aufs Marketing via Snapchat zu konzentrieren, kann sich also in Zukunft besonders im Hinblick auf die junge Generation auszahlen. Um einen Start zu finden, gibt es in Snapchats Lens Studio die Möglichkeit, kostenlos herumzuprobieren und eigene Linsen zu entwerfen.

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