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Adblocker vs. Facebook: Eyeo gelingt Werbeblockade im Sozialen Netzwerk – vorerst

Nachdem Adblock Plus schon einmal vergeblich versucht hatte, Ads auf Facebook zu blocken, werden seit Wochen „Erfolge“ vermeldet. Doch wie geht’s damit weiter?

Screenshot YouTube, © Facebook

Die Diskussion um Adblocker und ihren Einfluss auf Publisher und Social Media wird um eine Pointe erweitert. Seit knapp einem Monat hat Adblock Plus erfolgreich Ads in Facebooks Newsfeed und auch bei der Videoplattform Watch blockieren können. Aber es scheint nur eine Frage der Zeit, ehe Facebook auch auf diesen Affront eine Antwort findet.

Zweiter, erfolgreicherer Versuch der Adblocker

Schon im Sommer 2016 hatte Eyeo mit Adblock Plus darauf gesetzt, Ads bei Facebook zu blocken, wie Garett Sloane bei Ad Age berichtet. Allerdings waren die Entwickler stets an ihre Grenzen gelangt, da vonseiten der Social Media-Plattform Wege gefunden wurden, sich des Blockings zu erwehren. Doch nun, seit dem 26. September, agiert Adblock Plus erfolgreich in Bezug auf Facebook. Erfolgreich aus Sicht der Werbeverweigerer.

Facebook selbst dürfte sich von dieser Entwicklung mehr als nur auf den Schlips getreten fühlen. Die Vermutung liegt nahe, dass bereits mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet wird. Zwar kann der Adblocker bisher nur die Desktop-Seite von Werbung „befreien“. Und der Großteil der Werbeeinkünfte Facebooks kommt ohnehin durch mobile Nutzung zustande. Stolze 87 Prozent davon wurden im zweiten Quartal 2017 auf Mobile zurückgeführt. Dennoch geht es auch im Desktop-Bereich um Milliarden. Daher wird Facebook sich schnell zur Wehr setzen wollen. Gerade auch deshalb, weil aufgrund der Widerstandskraft gegen Adblocker auch die starke Desktop-Präsenz aufrechterhalten werden kann.

Nicht alle Sponsored Posts werden geblockt

Paid Posts entgehen dem Adblocker von Eyeo. Wie Sloane von Ad Age weiter zu berichten weiß, werden die Posts populärer Publisher, die von bestimmten Marken promotet werden, nicht geblockt. Trotzdem dürfte Facebook das Problem recht ernst nehmen und es ist erstaunlich, dass bei den zur Verfügung stehenden Ressourcen bislang noch kein Gegenschlag – bis auf eine einmalige Überlistung im letzten Monat – gegen Adblock Plus erfolgen konnte. Und bis hierhin hält sich das Unternehmen diesbezüglich auch bedeckt.

Nun ließe sich vermuten, dass Eyeo darauf abzielen könnte, Facebook in eine Verhandlung zu treiben. Denn anders als Google und Co. hat sich das Soziale Netzwerk nicht dem Acceptable-Ads-Programm von Adblock Plus angeschlossen. Doch gegenüber Ad Age gab Adblock Plus an:

Adblock Plus is not in negotiations with Facebook on any whitelisting arrangement.

Zudem ist Facebook auch Mitglied der Vereinigung Coalition for Better Ads, die ohnehin die Standards der Werbeanzeigen anheben möchte; und so Adblocker wie die Eyeos auf lange Sicht überflüssig machen. Denn Eyeos Modell erfährt in der Marketingbranche durchaus heftige Kritik, sogar von Erpressung ist mitunter die Rede. Außerdem wurde vonseiten einiger Publisher bereits, erfolglos, gegen Adblock Plus geklagt.

Ist der Adblocker Eyeos ein zukunftsträchtiges Modell?

Vorerst aber ist der Adblocker weiter dabei, vielerlei Ads zu blocken und einigen Plattformen so Werbeeinkünfte vorzuenthalten – darunter auch Facebook. Doch anders als kleinere Unternehmen kann davon ausgegangen werden, dass sich Facebook schon bald dieser Einschnitte erwehren wird. Obwohl die einen meinen, der Blocker erweise Usern einen guten Dienst für ein Web ohne allzu störende Werbung, ist doch der Standpunkt der Publisher und Plattformen ein durchweg anderer. Solange es jedoch keinen Weg gibt, Ads umfassend an bestimmte Standards zu binden, werden die Adblocker die Diskussion um ihre Daseinsberechtigung am Leben halten. Auch Google hat inzwischen einen eigenen Adblocker vorgestellt. Und die Blocking-Rate stieg zumindest hierzulande 2017 wieder ein wenig an.

Interessant wird jedoch sein, wie effektiv sie sich im Mobile-Markt behaupten können, wo noch deutlich weniger geblockt wird. Und wo Facebook ohnehin seine größte Wirkung erzielen dürfte.

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