Suchmaschinenmarketing

Fast 50 Prozent aller US-Suchanfragen bei Google in Q1 mit No Click bedient

SEO-Experte Rand Fishkin fragt sich, wie viel von Googles Browser-basiertem Search Traffic eigentlich bei Alphabet-eigenen Seiten verbleibt oder mit No Click endet. Die Antwort: mehr als die Hälfte.

© Christian Wiediger - Unsplash

Manche Webmaster befürchten, dass Suchmaschinen-Traffic über Google nur weiter abnehmen wird. Begründet ist die Furcht darin, dass für viele Bereiche auf eigene Properties weitergeleitet wird, vor allem aber zahlreiche Suchanfragen mit No Click bedient werden. Der Anteil dieser Suchanfragen ist inzwischen sogar höher als jener für organische Klicks zu Seiten, die nicht zu Google gehören.

Wie viel Suchmaschinen-Traffic bleibt für andere?

Diese Frage stellt sich Rand Fishkin bei SparkToro und untermauert seine Antworten mit Daten von Jumpshot. Die Analyse des Daten-Providers bezieht sich dabei auf das erste Quartal 2019 und auf Werte aus den USA. Demnach hat Google allein in dem Zeitraum über 150 Milliarden Suchanfragen erhalten. Interessant wird es aber, wenn diese Suchanfragen prozentual unterteilt werden. So werden 6,01 Prozent davon auf Google Properties geleitet, beispielsweise zu ThinkWithGoogle. 5,9 Prozent sind dabei organische Klicks. Bezahlte Klicks auf Seiten, die nicht zu Google gehören, machen lediglich 3,58 Prozent aus. Organische Klicks auf derlei Seiten liegen hingegen bei 41,45 Prozent. Damit kommen diese organischen Klicks nicht einmal an den Anteil der Suchen heran, die mit No Click bedient wurden (48,96 Prozent).

Wo Nutzer klicken, wenn sie bei Google suchen, © SparkToro, Jumpshot

Trotz diesem recht alarmierenden Teil des Kuchens ist die SEO mehr als lebendig. Pro Klick auf ein bezahltes Ergebnis gibt es 11,6 organische Klicks. Und obwohl Google solch eine starke Eigenmacht inne hat, wird insgesamt vergleichsweise wenig Traffic zu den eigenen Seiten geleitet. Jedoch liegen, wie Fishkin betont, die Klicks zu Alphabet-eigenen Properties – darunter also auch YouTube – inzwischen bei zwölf Prozent. Dazu kommt, dass Suchen, die in eine App von Google beziehungsweise Alphabet führen, von Jumpshot nicht miteinbezogen wurden. Es könnte also noch mehr Traffic für diese Properties generiert werden. In Kombination mit den No Click Searches zeichnet das dann ein eher düsteres Bild für andere Websites. Die organischen Klicks zu Non-Google-Seiten gehen vor allem mobil rasch zurück.

Organischer Search Traffic über Google geht zurück, 2016-2019 (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © SparkToro, Jumpshot

In Q1 2016 gab es noch gut 75,6 Milliarden Browser-basierte organische Klicks, drei Jahre später sind es nur etwa 61,5 Milliarden gewesen.

Der Aufstieg von No Click geht weiter

Das Wachstum für die CTR bei bezahlten Ergebnissen liegt im Browser-basierten Bereich bei über 75 Prozent, auf die letzten drei Jahre bezogen. Während die CTR für organische Ergebnisse zeitgleich von 54 auf 47,4 Prozent sank, stieg die Prozentzahl der No Click Searches auf insgesamt knapp 49 Prozent in Q1 2019.

Auffällig dabei ist, dass diese Zahl vor allem durch Mobile nach oben getrieben wird. Dort liegt der Anteil von No Click bei 61,2 Prozent, die CTR für organische Ergebnisse bei nur 35,3 Prozent.

Die No Click-Suchen sind insbesondere mobil verbreitet (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © SparkToro, Jumpshot

Da Google aber immer noch weiter wächst und es täglich mehr Suchanfragen gibt, ist für die Webmaster noch immer genug organischer Traffic zu generieren. Dafür gilt es die richtigen Optimierungen anzustoßen, von Strukturierten Daten über Voice Markups bis hin zur Mobile first-Etablierung. Dennoch werden Suchende zusehends, und besonders mobil, direkt in den SERPs „bedient“. Daher geht Fishkin auch davon aus, dass die Ergebnisse für die Suchergebnisseiten bestmöglich hergerichtet werden müssen, um Nutzern schon dort Relevantes zu vermitteln und sie womöglich so zu einem weiterführenden Klick zu bringen. Featured Snippets sind hier ein gutes Beispiel.

Dass Google bislang noch nicht mehr Traffic auf die eigenen Seiten lenkt, mag auch mit der Überwachung zusammenhängen, nicht zuletzt da das Justice Department der USA eine kartellrechtliche Prüfung Googles ins Rollen gebracht hat. Eine solche Überwachung ist begrüßenswert, denn Google hat eine unheimliche Macht, was die Traffic-Verteilung angeht. Die gute Nachricht, trotz No Click und Weiterleitungen zu den Alphabet-Seiten, ist: Webmaster können noch immer auf eine starke SEO setzen, um möglichst weit oben zu stehen, wenn der User sich gegen bezahlte Ergebnisse und No Click-Optionen entscheidet. Denn das Suchvolumen wird nur wachsen. Eine einwandfreie Mobile-Anpassung ist dabei jedoch unausweichlich.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

Ein Gedanke zu „Fast 50 Prozent aller US-Suchanfragen bei Google in Q1 mit No Click bedient

  1. Pascal

    Google macht kein Geld mit informationellen Suchbegriffen, deswegen ist es denen egal ob jemand dort auf Links klickt oder nicht. Schade für AdSense Nischen, die mit Nischenwissen Geld verdienen.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.