Social Media Marketing

2,5 Millionen Instagram Stories analysiert: So erhöhst du deine Reichweite

Fanpage Karma veröffentlicht eine neue Studie zu Instagram Stories, die Einblick darüber gibt, was die Reichweite eines Profils erhöht und wie die Performance des eigenen Profils im Vergleich zur Konkurrenz abschneidet.

© Pablo Heimplatz - Unsplash

Instagram Stories sind von der Plattform nicht mehr wegzudenken. Kleine sowie große Profile nutzen das Format, um zusätzlich zu ihren Posts mehr Follower zu erreichen. Auch viele Unternehmen nutzen mittlerweile Stories. Eine neue Analyse von Fanpage Karma gibt nun Auskunft darüber, wie man die eigenen Aktivitäten im Vergleich zur Konkurrenz bewerten kann.

Fanpage Karma analysierte 2,5 Millionen Instagram Stories

Um Richtwerte herauszufinden, die einen Vergleich der eigenen Performance mit der von anderen Profilen ermöglichen und so die eigene Leistung besser einschätzen zu können, analysierte Fanpage Karma 2,5 Millionen Stories aus dem Februar 2019. Die 500.000 untersuchten Profile wurden in fünf Größen unterteilt:

  • Tiny – bis 1.000 Follower
  • Small – 1.000 bis 10.000 Follower
  • Medium – 10.000 bis 100.000 Follower
  • Large – 100.000 bis 500.000 Follower
  • Huge – mehr als 500.000 Follower

Das Instagram Stories Benchmarking Sheet

Das jetzt veröffentlichte Benchmarking Sheet gibt Auskunft über die durchschnittlichen Kennzahlen wie die Anzahl der Stories pro Tag, wie viele Follower erreicht werden und dem Engagement mit den Stories. Sprich: wird geantwortet, weitergespult oder ganz übersprungen?

Die Kennzahlen im Überblick. © Fanpage Karma

Während tägliche Story-Updates nicht mehr aus dem Alltag der großen Profile wegzudenken sind, nutzen kleinere Profile das Format noch deutlich seltener. Dafür erreichen sie damit durchschnittlich mehrere ihrer Follower. Jeder fünfte Nutzern schaut sich bei Profilen mit unter 1.000 Followern die hochgeladenen Stories an, bei den Profilen mit über 500.000 Followern sind es nur noch 5 Prozent. Viele Antworten erhält keine der Größenkategorien. Die Antwortrate liegt bei geringen 0,26 bis 0,01 Prozent. Zudem werden ca. drei Viertel aller Stories gar nicht bis zum Ende angeguckt, sondern stattdessen weitergeklickt. Das verdeutlicht, dass Instagram Stories von den Nutzern ganz anders konsumiert werden als reguläre Posts auf der Plattform.

Große Profile nutzen mehr Videos, kleinere setzen noch auf Fotos

Aus der Studie ist zu erkennen, dass große Profile Stories deutlich häufiger nutzen als kleine Profile. Obwohl Instagram Stories längst kein neues Format mehr sind, scheinen sich Profile mit weniger Followern eher noch auf die regulären Posts zu verlassen. Sie posten seltener als einmal am Tag eine Story, während große Profile mit mehr als 500.000 Followern durchschnittlich über drei Stories am Tag veröffentlichen.

Der durchschnittliche Anteil von Videos in Instagram Stories nimmt auch mit der Followeranzahl zu. © Fanpage Karma

Auch scheinen große Profile bereits den Nutzen von Videos in Instagram Stories erkannt zu haben (mehr zu den Vorteilen weiter unten). Die Profile nutzen steigend mit der Followeranzahl auch mehr Videos in Stories als kleinere Profile. Letztere haben einen durchschnittlichen Anteil von gut 40 Prozent des Video-Formats in Stories, große Profile schon über 60 Prozent.

Stories als sinnvolle Ergänzung zu Posts

An die Reichweite von Posts, die bis zu 60 Prozent der Follower erreichen können, kommen Instagram Stories (noch) nicht ran. Die 5 Prozent der Follower, die große Profile mit ihren Stories erreichen, sowie die 20 Prozent der kleinen Profile sind dennoch als Plus zu den regulären Posts zu betrachten. Im Gegensatz zu diesen werden mehrere Stories am Tag nicht so schnell als zu viel empfunden. Postet ein Profil mehrmals am Tag, kann dies einige Abonnenten leicht abstoßen. So sind Stories eine sinnvolle technische Ergänzung zu den Posts des Profils, zumal sie inhaltlich auf Grund der zusätzlichen Interaktionsmöglichkeiten deutlich mehr bieten.

Sprüche und Weisheiten erreichen die meiste Reichweite

Kleine Marken haben treue Abonnenten und große Spaßseiten sind eindeutige Reichweiten-Sieger. © Fanpage Karma

Wird die Reichweite der Profile nach Branchen sortiert, lässt sich erkennen, dass besonders Marken es auf Instagram nicht leicht haben. Bei kleinen Profilen sind noch keine großen Unterschiede zu erkennen, dort scheinen die Fans treu einen Großteil der Stories anzugucken, doch je höher die Followeranzahl, desto weniger wird die Story tatsächlich geschaut. Interessant zu sehen bei Profilen ab 100.000 Followern ist, dass echte Personen mehr Reichweite haben, als die gleich großen Markenprofile. Stichwort: Influencer Marketing.

Keine der Branchen reicht jedoch an sogenannte Spaß-Profile ran. Wie auf Facebook erreichen Sprüche und Weisheiten die meisten Follower. Society-Profile verfügen bei großer Followeranzahl über am wenigsten Reichweite. Das lässt vermuten, dass der durchschnittliche Instagram-User die Plattform zu anderen Zwecken nutzt, als sich über politische Themen zu informieren. Facebook und Twitter bieten mit ihren seitenlangen Diskussionen eine bessere Plattform.

Nicht abschrecken lassen von wenigen Replies

Mit Antworten auf eine Story darf nicht gerechnet werden: nicht mal jeder 1.000 antwortet auf die Stories kleiner Profile. Bei Profilen mit vielen Followern sind es sogar nur 0,01 Prozent. Instagram versucht dies mit neuen Interaktionsmöglichkeiten, wie Umfragen, Schiebereglern, etc., zu verändern. Dazu gibt leider noch keine erfassbaren Daten.

Forwarding ist der Normalfall

Bilder werden in Instagram Stories fünf Sekunden lang angezeigt, Videos sind 15 Sekunden lang. Durch Tippen auf der rechten Bildschirmhälfte können Nutzer die Story überspringen (Forward), Tippen auf der linken Bildschirmhälfte lässt einen zur vorherigen Story zurückkehren (Back) und ein Wischen von rechts nach links überspringt alle Stories des Profils und wechselt zu den Stories des nächsten (Exit).

Zwischen 70 und 80 Prozent aller Stories werden bei kleinen und auch großen Profilen weitergespult. Dies ist eine Eigenheit des Formats und als Normalfall anzusehen.

Unabhängig von der Größe des Profils werden Videos weniger weggeklickt als Bilder. © Fanpage Karma

Aus der Statistik ist zu erkennen, dass Videos trotz ihrer Länge weniger häufig weitergeklickt werden. Das mag daran liegen, dass ein Bild sofort erfasst werden kann, bei einem Video möchte der Follower oft auch das Ende sehen. Jedoch sind es auch hier immer noch 75 Prozent der Videos, die übersprungen werden.

Exits hingegen passieren seltener als gedacht, da viele Nutzer im Forward-Modus zu sein scheinen und sich eher einmal durchklicken statt die Story komplett wegzuswipen. Nur 5 Prozent der Stories werden im Schnitt komplett weggeswiped. Was sich hieraus für die optimale Länge einer Story ergibt, möchte Fanpage Karma in der nächsten Studie untersuchen.

Wie können mehr Follower erreicht werden?

Was bringen diese Werte jetzt an Erkenntnissen für alle Social-Media-Manager, die auf der Suche nach Möglichkeiten sind, um ihre Reichweite zu erhöhen?

  1. Nutzt mehr Stories. Mit bis zu drei Stories am Tag wie die großen Profile macht ihr nichts falsch und nervt eure Follower weniger als mit drei Posts am Tag.
  2. Wenn möglich solltet ihr Videos statt Bildern teilen. Diese erfreuen sich höherer Beliebtheit und werden weniger weitergeklickt als Bilder. Fünf Sekunden scheinen für den Durchschnittsnutzer schon sehr lang zu sein. Achtet also darauf, dass ihr Inhalte kreiert, die länger als vier Sekunden interessant sind oder deren Aussage auf einen Blick zu erkennen ist. Kommt, um nicht in der Masse der Stories unterzugehen, direkt auf den Punkt und hebt euch das Highlight nicht bis zum Schluss auf.
  3. Lasst euch durch wenige Replies und viele Forwards nicht entmutigen. Betrachtet jede Story als „on top“ zu euren normalen Posts und seht das Durchklicken als das, was es ist: eine Eigenheit des Formats.

Grundsätzlich sind die Ergebnisse der Studie nur als Richtwerte anzusehen. Jeder muss für sein Profil eigene Erfahrungen sammeln.

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