SEO - Suchmaschinenoptimierung

13 SEO-Strategien, die längst nicht mehr funktionieren

Noch immer gibt es bei der Vielzahl an SEO-Strategien viele, deren Verfallsdatum lange überschritten ist, die aber dennoch immer wieder auftauchen.

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Die Suchmaschinenoptimierung fordert nicht nur gewissenhafte, sondern mitunter auch kreative Einfälle. Dennoch sind einige SEO-Strategien inzwischen einfach unzeitgemäß und sogar kontraproduktiv.

13 SEO-Strategien, die du von der Liste streichen kannst

Wenn du auf der Suche nach Praktiken bist, um dein Ranking in Suchmaschinen zu verbessern, hast du ein sehr breites Spektrum an Möglichkeiten, auf die du zurückgreifen kannst. Dabei musst du dich für einige Strategien der SEO entscheiden, von denen du glaubst, dass sie dir am besten helfen können.

Während es viele Aussagen und Beiträge gibt, wie SEO erfolgreich gestaltet werden kann, sind manchmal gerade Negativbeispiele erhellend. Denn es kursieren noch immer einige Optionen im SEO-Bereich, von denen du die Finger lassen solltest. Search Engine Lands Jeremy Knauff zählt beispielhaft 13 solcher Strategien auf. Und wie die Zahl 13 manchem Unglück bringt, sind auch die von ihm genannten SEO-Taktiken eher beunruhigend. Denn sie sind längst überholt.

1. Web- und Artikelverzeichnisse bringen keine Vorteile

Heute sind die Suchmaschinen, allen voran Google, so einnehmend, dass Webverzeichnisse ohnehin kaum noch von größerem Interesse sind. Dazu werden sie auch von den Crawlern Googles etc. ignoriert. Wenn sie zudem ein Sammelplatz von Links niedriger Qualität sind, können sie sogar eine Strafe hervorrufen.

Ähnliches gilt nach Knauff auch für Artikelverzeichnisse. Denn diese beherbergen oft nur Beiträge von schwacher Qualität und sind für schnelles Linkbuilding gedacht gewesen. Doch das hat Google längst durchschaut und wird derartige Verzeichnisse nicht nur ignorieren, sondern auch abstrafen. Immerhin werden bei Google nur hochqualitative Seiten sehr gut gerankt, weshalb du von diesen Verzeichnissen absehen solltest.

2. Exact Match-Domains vermeiden

Die Idee hinter Exact Match-Domains (EMDs) oder Keyword-Domains ist nachvollziehbar. Eine Seite hat als Domainnamen einen solchen, der populären Suchanfragen entspricht. So könnte man sich vorstellen: autoreparaturhamburg.de. Allerdings hat Google auf diese Idee schon vor Jahren reagiert. Denn viele Seiten konnten nur aufgrund ihres Matches mit der Suchanfrage gut ranken. Das sollte jedoch verhindert werden.

Inzwischen haben EMDs ähnliche Chancen wie andere Websites, müssen sich jedoch ebenso über ihre Qualität ihren Platz im Ranking verdienen. Tatsächlich findet sich bei der Suche nach „Autoreparatur in Hamburg“ eine Seite, autoreparatur-in-hamburg.de, die genau diese Anfrage abdeckt. Allerdings wirken diese Domain-Namen weit weniger seriös als (bestenfalls) bekannte Markennamen.

3. Wechselseitige Links sind kein Qualitätszeichen

Noch immer eine viel gesehene Taktik. Gegenseitiges Verlinken wird weiterhin praktiziert und zwar nach dem Motto: wie du mir, so ich dir. Aber bei dieser Prämisse spielt der eigentliche Content nicht zwangsläufig eine Rolle. Doch für die Crawler von Google tut er das schon. Und zudem wird die manipulative Linkbuilding-Strategie schnell entlarvt, wenn sie im Kontext schwacher Inhalte verortet ist.

4. Zu flache URL-Strukturen verwirren eher als zu vereinfachen

Die URL-Struktur ist ein Aspekt, der manches Mal wenig Beachtung erfährt. Tatsächlich erfolgt die Erstellung der URL meist automatisch bei WordPress etc. Dabei sollte man darauf achten, dass es eine Hierarchie gibt, die den Crawlern das Verständnis deiner Seiten erleichtert. Wenn du als Beispiel: domain.de/seite1 und so weiter hast, dann werden alle Seiten gleich behandelt, aber eine Orientierung fällt schwerer.

Vielmehr solltest du deine Kategorien miteinbeziehen: domain.de/events oder domain.de/news/category/…. Dabei ist zu beachten, dass du zunächst die Einstellungen zum Permalink änderst. Dann kannst du für deine Unterseiten die entsprechenden Kategorien einfügen. Das kann dann auch in mehreren Schritten so weitergeführt werden, wobei die Kategorien immer exakt passen müssen. Und du solltest genau abwägen, wie du die Struktur aufbaust, falls du später etwas daran ändern möchtest. Vermeide jedoch, die URL zu flach zu halten.

5. Willkürliche Gastbeiträge helfen dir nicht weiter

Gast-Blogging hat durchaus seine Vorteile und Kooperation von Seiten und Gastautoren, die relevanten Content beisteuern, ist sicherlich sinnvoll. Allerdings haben viele Seiten Gastbeiträge auch vornehmlich dazu ausgenutzt, um stetig neuen Content liefern zu können, den Google wiederum crawlen kann. Dabei hat dann jedoch auch die Qualität, mitunter gar die Relevanz gelitten.

Viele Autoren wollten Links, mache Seiten haben sich über Inhalte gefreut. Google wiederum hat als Reaktion viele Seiten abgestraft, wie auch Jeremy Knauff berichtet. Daher sollten Gast-Beiträge für den Blog usw. nur bei qualitativer und einer einen Mehrwert leistenden Beschaffenheit in Betracht gezogen werden.

6. Vollstopfen mit Keywords ist auch keine Lösung

Keywords spielen für dein Ranking etwa bei Google noch immer eine sehr große Rolle. Aber das heißt nicht, dass du einen Beitrag zu einem Thema mit den entsprechenden Keywords überfrachten solltest. Heute gibt es natürlich schon Tools, die dir zeigen, wie oft du manche Phrasen gebrauchen solltest. Wenn du ständig das gleiche Wort wieder einbaust, wirkst du zudem etwas unseriös und weckst – nicht nur vonseiten Googles – wenig Vertrauen in deine Inhalte usw. Achte also auf deine Keyword-Dichte.

7. Auch Exact Match-Anchor-Texts sind wenig sinnvoll für deine SEO

Auch die Praktik, den Anchor-Text an einen Exact Match zu binden ist durchaus verständlich. Allerdings liegt es in der Natur der Sache, dass die Anchor-Texts nicht immer mit den Themen-Keywords korrespondieren (können). Außerdem hat Google sowieso das Ranking solcher Seiten, die verdächtig viele solcher Exact Match-Anchor-Texts aufweisen, relativiert. Vielmehr wird von der Suchmaschine inzwischen auf die Seriosität und Relevanz der verlinkenden Seite geachtet.

8. Verschiedene Seiten für Keyword-Variationen machen vieles komplizierter

Es ist bei den Fähigkeiten der Suchmaschinen nicht (mehr) nötig, für unterschiedliche Keyword-Variationen auch verschiedene Seiten zu erstellen. Und zudem macht es auch viel mehr Arbeit, der du womöglich gar nicht nachkommen kannst. Sinnvoller scheint es, eine übergeordnete Zielseite für ein Keyword zu erstellen und dann Sub-Header einzubinden, die die Keyword-Variationen im Großen und Ganzen abdecken. Denn wenn du veraltete und unnötige Unterseiten einfach sich selbst überlässt, läufst du Gefahr, dass Google deine Website beim nächsten Crawlen negativer einstuft.

9. Gekaufte Links sind nicht gern gesehen

Sie können auf kurze Sicht wohl dein Ranking positiv beeinflussen, doch bezahlte Links sind ein Verstoß gegen Googles Webmaster Richtlinien. Daher werden sie über kurz oder lang doch nur zu einer Abstrafung vonseiten Googles führen, wenn ihr Ursprung erkannt wird. Sicherlich lassen sich diese Links gut tarnen, doch die Frage bleibt: ist es das Risiko wert?

10. Content von schlechter Qualität ist ein No-Go

Ein Selbstläufer, aber dennoch immer wieder wichtig zu betonen. Vor langer Zeit hat es vielleicht zu etwas geführt, um des Inhalts willen etwas zu veröffentlichen. Doch inzwischen sind Relevanz und Qualität, nicht Quantität, die Stichworte beim Content. John Mueller hat vor wenigen Jahren im Zuge des Panda Updates Googles einige Aussagen zu qualitativem Content getroffen:

[…] machine learning algos may classify a site as a high quality one if they’re able to do some of the following things:

  • Consistently garner a higher click-through rate than their competitors.
  • Get users to engage more with your site than others in your space.
  • Answer more questions than other sites.
  • Earn more shares and clicks that result in loyal users.
  • Be the site that ultimately fulfills the searcher’s task.

There are no quick ways to fulfill these criteria. Your site ultimately has to be the best in order for Google to consider it the best.

Da er betont, dass es keine wirklichen „Abkürzungen“ gibt, wird auch deutlich, dass Google immer mehr darauf achtet, ob die Inhalte einer Seite, die möglichst gut ranken will, auch den Anforderungen der User entsprechen. Content, der nicht an einem anspruchsvollen User orientiert ist, hilft dir langfristig also nicht viel weiter.

11. Schreibe nicht für Bots und Maschinen

Ein weiterer Punkt, den Knauff zu betonen sucht: du musst für Menschen schreiben. Menschen wollen letztlich deine Produkte kaufen oder deine Seite abonnieren usw. Aber viele SEO-Parameter sind natürlich auf die Algorithmen Googles ausgelegt und orientieren sich gewissermaßen an Werten, die Maschinen vorgeben. Wie viele Keywords darfst du verwenden, wo befindet sich das Fokus-Keyword, ist der Auszug kurz genug und dergleichen mehr.

Im SEO-Dschungel bildet Google häufig die Orientierung; dabei sollte nicht nur für die Suchmaschine geschrieben werden, sondern vor allem für die User, © Agnieszka Boeske | Unsplash

Während es wichtig ist, sich an diesen Normen zu orientieren, solltest du ihnen nicht stets sklavisch folgen. Immerhin möchtest du mit deinen Inhalten die Leute erreichen und das funktioniert manchmal besonders dann gut, wenn du etwas anders machst. Vor allem aber, wenn du so schreibst, wie die User es gern lesen würden. Die Suchmaschinen kommen auch damit klar.

12. Gegenseitig verlinkte Websites bauen lohnt sich nicht

Du kannst natürlich legitime Websites untereinander verlinken, das ist in Ordnung. Allerdings scheint das nur dann sinnvoll, wenn etwa die Services dieser Seiten, die beide zu dir gehören, auch in einer eindeutigen Korrelation stehen.

Aber du erhältst keine direkten Vorteile von diesen Links, weil mehr Fokus auf der Zahl der verlinkenden Root Domains liegt als auf der Zahl der Links selbst.

Was du auf jeden Fall noch dringlicher vermeiden solltest, ist die Variante, bei der einfach Seiten erstellt werden, damit von diesen auf andere Seiten von dir verlinkt werden kann. Das ist schlichtweg eine Black Hat SEO-Taktik. Eine Abstrafung für diese „SEO-Strategie“ durch Google scheint unabdingbar.

Eher als für solche Praktiken solltest du dein Engagement dafür aufwenden, hochqualitative Links zu erarbeiten; auch wenn es nur wenige sind. Langfristig dürfte sich das jedoch auszahlen und tut vor allem deiner Autorität gut – die für Google nicht unerheblich ist.

13. Automatisiertes Linkbuilding ist mit Vorsicht zu genießen

Bei den Google Webmaster-Richtlinien heißt es ausdrücklich, die

Verwendung automatisierter Programme oder Dienste zum Erstellen von Links zu Ihrer Website

wirke sich negativ auf das Ranking in den Suchergebnissen aus. Grund genug, diese Praktik ad acta zu legen. Zudem scheint es schwerlich möglich, über derlei automatisierte Programme tatsächlich hochqualitative Links zu erhalten. Wie Mueller geht auch Knauff davon aus, dass es für ein Stärken der eigenen Autorität bei der SEO Zeit braucht, um gute Links aufzubauen und sich für Googles Crawler optimal zu positionieren.

Was Jeremy Knauff hier aufzeigt, ist nur ein Ausschnitt all der SEO-Strategien, die sich – zumindest dauerhaft – nicht auszahlen. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe von SEO-Fehlern, die man, auch aus technischer Sicht, schnell machen kann. Hierzu findet ihr hier eine Übersicht. Wenn du schonmal all die Dinge ausschließt, die du bei der Suchmaschinenoptimierung auslassen solltest, kannst du dich noch besser auf einige positive Aspekte konzentrieren. Es finden sich dazu eine ganze Reihe von Hilfestellungen, den wohl wichtigsten Rat gibt aber Jens Fauldraht, wenn er konstatiert:

Denkt an Eure Nutzer und nicht an Google!

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

3 Gedanken zu „13 SEO-Strategien, die längst nicht mehr funktionieren

  1. andreas kandschur

    Bei den Artikelverzeichnissen, muss ich widersprechen. Bieten diese Artikel Mehrwert und Interessantes, so ranken diese sehr wohl. Nur der reine Eintrag, mit Namen und Adresse und Link, bringt nichts mehr. Gut geschriebene Artikel mit Mehrwert können sogar Webseiten schlagen. Gute Portale bieten ausreichend Platz für Inhalte, Videos und Bilder.

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