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Unternehmenskultur
Unternehmenstreue: Welche Faktoren entscheiden die Länge der Betriebszugehörigkeit?

Unternehmenstreue: Welche Faktoren entscheiden die Länge der Betriebszugehörigkeit?

Hauke Eilers-Buchta | 10.03.22

Wie lange sind Arbeitnehmer:innen in Deutschland in einem Unternehmen tätig? Und was für Gründe gibt es für lange Betriebszugehörigkeit? Eine Studie zeigt, welche Aspekte wichtig sind.

In Deutschland können sich viele Unternehmen über die Treue ihrer Arbeitnehmer:innen freuen. Häufig sind diese viele Jahre für das gleiche Unternehmen tätig. Im Schnitt sind es elf Jahre, wie die Ergebnisse einer Studie zeigen. Noch eine Auffälligkeit: An dieser Zahl hat sich in den vergangenen 25 Jahren kaum etwas verändert. Die Gründe, weshalb Mitarbeiter:innen einer Firma die Treue halten, hängen von unterschiedlichen Faktoren ab. Neben der Branche spielen auch die Firmengröße sowie die individuellen Qualifikationen der Arbeitnehmer:innen eine Rolle.

Häufige Firmenwechsel in Deutschland eher die Ausnahme

Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist nach wie vor stabil. Die Zahl der Arbeitnehmer:innen, die von Unternehmen zu Unternehmen wechseln, scheint gering zu sein. Stattdessen liegt die Betriebszugehörigkeit in Deutschland seit Jahren auf einem ähnlichen Level. Das Sozio-oekonomische Panel befragt hierzu jedes Jahr um die 30.000 Menschen, die repräsentativ für Arbeitnehmer:innen in Deutschland stehen.

Im Jahr 2019 lag die Durchschnittszeit für den Verbleib in einem Unternehmen bei knapp elf Jahren – damit unterscheidet sich diese Kennziffer nur unwesentlich vom Wert aus dem Jahr 1994. Im Gegenteil: Der Wert war in den letzten Jahren gar auf 11,5 Jahre angestiegen und erst jetzt wieder gesunken. Das allerdings hat nur statistische Hintergründe. Der Arbeitsmarkt in Deutschland war bis zu Beginn der Coronapandemie auf einem aufstrebenden Level, viele neue Arbeitnehmer:innen wurden eingestellt. Die Vielzahl an neuen Beschäftigten senkt den Durchschnitt.

Branche und Firmengröße sind mitentscheidend

Für den Verbleib von Mitarbeiter:innen in einem Unternehmen gibt es unterschiedliche Faktoren. Insbesondere die Branche ist in diesem Zusammenhang ein relevanter Aspekt. Im Bereich des Kredit- und Versicherungswesens liegt die durchschnittliche Firmentreue beispielsweise bei mehr als 17 Jahren. Im Gastgewerbe liegt die Betriebszugehörigkeit hingegen bei rund fünf Jahren.

Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit von Beschäftigten in ausgewählten Branchen in Jahren (Quelle: iwd.de)

Auch die Größe eines Unternehmens nimmt Einfluss darauf, wie lange Arbeitnehmer:innen diesem die Treue halten. Der Studie zufolge bleiben Angestellte in größeren Unternehmen länger dabei, als es in kleineren Firmen der Fall ist. Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitenden können sich im Schnitt über eine Betriebszugehörigkeit von etwa acht Jahren freuen, bei Firmen mit mehr als 2.000 Mitarbeiter:innen sind es durchschnittlich knapp 13 Jahre.

Start-ups als „Risikofaktor“?

Als Grund für die geringere Betriebszugehörigkeit bei kleinere Unternehmen, wird darauf hingewiesen, dass es sich hierbei vielfach um Start-ups handeln würde. Bei diesen könne es sein, dass sie noch nicht allzu lange bestehen. Im Gegensatz zu Großkonzernen, die vielfach eine lange Historie haben. Hinzu kommt, dass größere Unternehmen ihren Mitarbeitenden oftmals auch umfassende Weiterbildungsmöglichkeiten böten.

Qualifikation entscheidet ebenfalls über Firmentreue

Neben branchenabhängigen Schwankungen und der Größe eines Unternehmens, sind es letztlich auch die Qualifikationen von Mitarbeiter:innen, die über deren Firmentreue mitentscheidet. Angestellte, die einen Meisterabschluss haben, über Fachhochschulreife verfügen oder eine andere mittlere Qualifikation vorweisen können, bleiben vielfach am längsten in einem Unternehmen – mehr als 14 Jahre sind hier der Durchschnitt.

Demgegenüber stehen Menschen ohne Abschluss. Bei ihnen liegt die Zeitspanne für den Verbleib in einem Unternehmen durchschnittlich bei weniger als neun Jahren.

Aber auch Akademiker:innen verbleiben nicht viel länger in einem Unternehmen. Auch bei ihnen sind es durchschnittlich nur knappe neun Jahre. Dies kann zwei Gründe haben:

  • Viele Stellen im wissenschaftlichen Bereich sind befristet
  • Akademiker:innen durchlaufen eine längere Ausbildung, wodurch zumeist weniger Berufsjahre zur Verfügung stehen

Auswirkungen von Corona auch in diesem Bereich

Nicht zuletzt wirkt sich die Coronapandemie häufig auch auf die Betriebszugehörigkeit von Mitarbeitenden aus. Während einer eher kritischen Lage sind Jobwechsel deutlich seltener. Das liegt einerseits an der gewünschten Sicherheit, ebenso aber auch daran, dass im Falle von Entlassungen vermehrt Mitarbeiter:innen das Unternehmen verlassen, die noch nicht lange im Unternehmen beschäftigt sind.

Nicht zuletzt sorgt die Pandemie allgemein für eine geringere Fluktuation bei Mitarbeitenden. Ebenso stagnieren vielfach auch die Neueinstellungen.

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