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Unternehmenskultur
Google empfahl von Diskriminierung betroffenen Angestellten Therapie oder Krankschreibung
© Jonas Stolle - Unsplash

Google empfahl von Diskriminierung betroffenen Angestellten Therapie oder Krankschreibung

Caroline Immer | 09.03.21

Es häufen sich die Vorwürfe von rassistischer und sexistischer Diskriminierung innerhalb des Unternehmens. Doch statt die Kritik ernst zu nehmen, schlägt Google seinen Angestellten vor, sich krankzuschreiben.

Google versagt im Umgang mit Diskriminierung. Innerhalb des Unternehmens scheint es gang und gäbe zu sein, Angestellten, welche eine Beschwerde aufgrund von rassistischer oder sexistischer Diskriminierung einreichen, Krankschreibung oder Therapie vorzuschlagen. NBC News berichtet von einer Vielzahl Mitarbeiter:innen, deren Kritik nicht ernst genommen wurde. Eine ehemals angestellte Person erzählt:

I can think of 10 people that I know of in the last year that have gone on mental health leave because of the way they were treated.

Beschwerden werden nicht ernst genommen

Benjamin Cruz, ehemals bei Google angestellt, berichtet von der Aussage einer Kollegin, dass Cruz‘ Haut viel dunkler sei, als sie erwartet hätte. Nachdem sich Cruz daraufhin mit einer Beschwerde an Human Resources wandte, schlug Google krankheitsbedingten Urlaub und eine neue Position vor. Diese bekam Cruz jedoch nie, und war daraufhin gezwungen, zu kündigen.

After I made that complaint, my work started getting pushed out from under me, but my team acted like everything was fine. I wanted to find help […] When the medical leave was recommended to me, it was like an automatic process,

erklärt Cruz. Google lehnte es ab, die Anschuldigungen zu kommentieren.

Auch hochrangigen KI-Ethikerinnen wurde nach Kritik Therapie empfohlen

Cruz‘ Fall ist nicht der einzige, welcher von einem fragwürdigen Umgang Googles mit Problemen wie Rassismus und Sexismus zeugt. Nachdem die anerkannte KI-Forscherin Timnit Gebru bereits im Dezember nach einem Streit entlassen wurde, wurde im Februar nun auch Dr. Margaret Mitchell, Gründerin des Bereichs für ethische KI, entlassen. Diese hatte Kritik am Umgang von Google mit Diskriminierung und Rassismus geäußert.

Statt die Kritik ernst zu nehmen, schlug Google beiden Frauen vor, Mental Health Care in Anspruch zu nehmen oder sich krankschreiben zu lassen. Dieselbe Erfahrung machte April Curley, ehemalige Personalmanagerin, sowie neun weitere Personen, welche sich nach Gebrus und Curleys Ausstieg bei Google zu Wort meldeten.

Ursache von Diskriminierung nicht mit Auswirkungen verwechseln

Während krankheitsbedingter Urlaub und Therapie dazu beitragen können, mit den Auswirkungen rassistischer und sexistischer Diskriminierung auf die Psyche besser umgehen zu können, lösen jene Vorschläge vonseiten Googles das eigentliche Problem nicht. Denn dieses liegt in der Tatsache, dass Rassismus und Sexismus innerhalb des Unternehmens allem Anschein nach weitverbreitet sind. Dr. Margaret Mitchell bringt Googles Fehlverhalten mit dem folgenden Tweet auf den Punkt:


Google zeigt keine Einsicht

Google bestreitet jegliches Fehlverhalten und hält daran fest, dass jede Beschwerde rigoros geprüft werde, wie BBC berichtet. In einem Statement sagte das Unternehmen:

We have a well-defined process for how employees can raise concerns and we work to be extremely transparent about how we handle complaints […] We take firm action against employees who violate our policies.

Google ist nicht das einzige große Tech-Unternehmen, das in puncto Antidiskriminierung zu versagen scheint. Auch Facebook sieht sich aktuell mit einer Untersuchung konfrontiert, welche weitverbreitete Diskriminierung und systemische rassistische Vorurteile innerhalb des Unternehmens aufdecken könnte.

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