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Unternehmenskultur
Wie sollten Führungskräfte sein? Diese Eigenschaften steigern die Zufriedenheit der Angestellten
© Kelly Sikkema - Unsplash

Wie sollten Führungskräfte sein? Diese Eigenschaften steigern die Zufriedenheit der Angestellten

Michelle Winner | 09.09.21

Wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter:innen an sich binden möchten, muss eine offene Führungskultur her. Toxische Verhaltensweisen, strenge Kontrollen und fehlende Transparenz sorgen für Unmut und Kündigungen.

Das Verhalten von Führungskräften hat direkten Einfluss auf die Leistung und die Zufriedenheit ihrer Angestellten. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen den Mitarbeiter:innen Gehör schenken, gegen Missstände vorgehen und Führungspositionen mit Personen besetzen, die das gesunde Arbeitsklima fördern. Wie wichtig das ist, zeigt auch eine aktuelle Untersuchung von kununu.

Schlechte Führungskräfte stören das Arbeitsklima

Im Rahmen der Untersuchung wurden von der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich 74.000 kununu-Bewertungen analysiert. Berücksichtigt wurden die Angaben von Usern, die sowohl ihr Unternehmen bewertet haben als auch ein Kultur-Assessment vorgenommen haben. Bei diesem wird aus 160 Wertebegriffen bestimmt, welche am ehesten auf das Unternehmen zutreffen. In der Kategorie Führung kann aus 40 Begriffen gewählt werden. Die Forscher:innen haben basierend darauf untersucht, um wie viele Prozentpunkte die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen mit dem Verhalten der Führungskräfte steigt oder sinkt.

Die folgenden zehn Wertebegriffe wirken sich am positivsten auf die Zufriedenheit aus:

  1. Mitarbeiter:innen vertrauen (+5,2)
  2. Offen und transparent informieren (+4,7)
  3. Einsatz wertschätzen (+4,5)
  4. Mitarbeiter:innen loben (+4,3)
  5. Mitarbeiter:innen fördern (+4,1)
  6. Konstruktiv mit Fehlern umgehen (+3,7)
  7. Mitarbeiter:innen Freiräume geben (+3,2)
  8. Ziele mit Mitarbeiter:innen festlegen (+2,3)
  9. Mitarbeiter:innen viel selbst entscheiden lassen (+2,0)
  10. Arbeitsqualität von Mitarbeiter:innen sicherstellen (+1,7)

Mitarbeiter:innen wünschen sich also Vertrauen, Transparenz und Wertschätzung von Führungskräften. Das müssen die Unternehmen erkennen und die Führungsetagen sensibilisieren, wenn es Probleme gibt. Denn zu oft kommt es vor, dass Mitarbeiter:innen aufgrund ihrer Vorgesetzten kündigen, wie auch Chesran Glidden, Head of B2B bei kununu, erklärt:

Arbeitnehmer:innen verlassen oftmals nicht ihren Arbeitgeber, sondern ihre Vorgesetzten. Wichtig ist es daher, dass die Unternehmensleistung die Bedeutung von Werten wie Vertrauen, Transparenz und Wertschätzung erkennt und sie als maßgebliche Ideale im Unternehmen etabliert und vorlebt. Indem diese Werte ein elementarer Bestandteil der Unternehmens- und Führungskultur werden, können Mitarbeiter:innen besser gebunden und das Unternehmen damit langfristig erfolgreicher werden.

So sollten Vorgesetzte nicht sein

In Unternehmen, in denen die Führungsetage den Angestellten Vertrauen schenkt, ist die Zufriedenheit im Schnitt fünf Prozentpunkte höher als anderswo. Umgekehrt sinkt sie um knapp acht Prozentpunkte, wenn die Mitarbeiter:innen sich im Stich gelassen fühlen, so wie es während der immer noch anhaltenden Coronapandemie teilweise der Fall war. Die folgenden Wertebegriffe schaden dem Arbeitsklima am meisten:

  1. Mitarbeiter:innen im Stich lassen (-7,9)
  2. Mitarbeiter:innen klein halten (-7,1)
  3. Mitarbeiter:innen unangemessen kritisieren (-6,0)
  4. Mitarbeiter:innen für alles verantwortlich machen (-4,6)
  5. Intransparent sein (-4,5)
  6. Mitarbeiter:innen eng kontrollieren (-4,2)
  7. Mitarbeiter:innen über Richtung im Unklaren lassen (-4,1)
  8. Jeden Fehler kritisieren (-4,1)
  9. Alles nur auf Leistung trimmen (-3,5)
  10. Mitarbeiter:innen überfordern (-3,5)

Wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter:innen an sich binden wollen, müssen in erster Linie das Arbeitsklima und die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen stimmen. Es ist wichtig, nicht nur auf die Leistung der Angestellten zu achten, sondern ebenso auf die der Führungskräfte. Regelmäßige Schulungen sowie die Verankerung von Prinzipien wie Transparenz und Vertrauen in die Unternehmenskultur können dazu beitragen, dass Problemen vorgesorgt wird. Toxische Führungsstrategien haben in der modernen Arbeitswelt keinen Platz mehr, was auch endlich in den Köpfen der Führungsetagen ankommen muss.

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