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Unternehmenskultur
Frust im Job: Kündigungsbereitschaft in Deutschland erreicht ein neues Hoch
© Elisa Ventur - Unsplash

Frust im Job: Kündigungsbereitschaft in Deutschland erreicht ein neues Hoch

Michelle Winner | 05.08.21

Immer mehr Mitarbeiter:innen sehen einem Jobwechsel entgegen, weil ihre derzeitige Stelle sie frustriert. Fehlende Unterstützung der Vorgesetzten und zu hohe Arbeitsbelastung sind dabei entscheidende Gründe.

Immer mehr Arbeitnehmer:innen in Deutschland denken zurzeit über einen Jobwechsel nach. Das suggeriert zumindest eine aktuelle Umfrage von Fiverr mit mehr als 1.000 Teilnehmenden. Anlass für die Untersuchung ist die anstehende oder bereits stattfindende Rückkehr ins Büro für viele Unternehmen. Vielen Mitarbeiter:innen scheint es davor zu grauen, vor allem aufgrund fehlender Flexibilität.

Knapp die Hälfte aller Angestellten schiebt Frust im Job

Insgesamt sind 47 Prozent der Befragten frustriert im Arbeitsalltag, 16 Prozent sogar sehr frustriert. Dadurch steigt die Zahl von Mitarbeiter:innen, die einen Jobwechsel erwägen, auf 60 Prozent. Bei 30 Prozent ist der Plan zur Kündigung bereits gut durchdacht worden und sie sind motiviert, einen neuen Berufsweg einzuschlagen. 22 Prozent stehen der Entscheidung noch zögerlich gegenüber, weil sie sich Sorgen um Arbeitslosigkeit und Co. machen, während zwei Prozent abenteuerlustig sind und offen für einen Wechsel in ein komplett neues Berufsfeld.

Doch was genau ist es, das die Mitarbeiter:innen in Deutschland so frustriert? Auch darüber gibt die Fiverr-Umfrage Aufschluss:

  • Mangelnde Unterstützung von Vorgesetzten, Klient:innen und Kund:innen (29 Prozent)
  • Arbeitsbelastung in einem unerträglichen Maß (27 Prozent)
  • Verlust des Sinns der Arbeit durch die Pandemie (26 Prozent)
  • fehlende Option auf Remote Work (26 Prozent)
  • Interessenswechsel während der Pandemie (24 Prozent)

59 Prozent sind übrigens auch offen dafür, freiberuflich tätig zu werden. Diese Personen haben oft erfolgreiche Freelancer im Bekanntenkreis und fühlen sich von der Möglichkeit auf Remote Work und beruflicher Flexibilität angezogen. Arbeitgeber:innen müssen die hohe Wechselbereitschaft und die Frustration der Angestellten ernst nehmen und die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt beobachten, wie auch Peggy de Lange, Vice President International Expansion bei Fiverr, erklärt:

Der hohe Grad an Frustration und auch die wachsende Bereitschaft für einen Jobwechsel bei vielen Angestellten aus unserer Befragung sind in einem stabilen Arbeitsmarkt wie dem deutschen scheinbar Ausdruck einer großen Veränderung, die die Corona-Pandemie in Gang gesetzt hat. In den USA sehen wir diese Entwicklungen bereits massiv – dort herrscht aktuell schon viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt und die Arbeitnehmer haben sehr klare, neue Anforderungen an ihre Unternehmen.

Was können Arbeitgeber:innen ändern?

Die Fiverr-Untersuchung mach vor allem eines klar: Arbeitnehmer:innen wünschen sich mehr Flexibilität von ihren Vorgesetzten. So unterstreichen auch diese Umfrageergebnisse, dass viele Angestellte sich bei der Rückkehr ins Büro auch weiterhin die Möglichkeit auf Home Office wünschen (34 Prozent) oder zumindest einen bis drei fixe Home-Office-Tage in der Woche (33 Prozent). Die Befragten sind der Meinung, dass sie ihren Workflow besser optimieren können, wenn sie flexibler arbeiten dürfen. 27 Prozent wünschen sich daher auch generell eine offenere und flexible Unternehmenskultur.

Die Umfrage zeigt, dass der Wunsch nach Flexibilität und Remote Work sowie der Sinn der Arbeit eine große Rolle für Arbeitnehmer:innen spielen. Unternehmen sollten diese Faktoren also berücksichtigen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, wenn ihnen daran liegt, die Mitarbeiter:innen zu halten.

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