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Unternehmenskultur
Corona: Segen für alle Home-Office-Verfechter?
© Dillon Shook – Unsplash

Corona: Segen für alle Home-Office-Verfechter?

Aniko Milz | 18.03.20

Aufgrund des Coronavirus arbeiten nun viele von Zuhause aus. Dadurch entstehen einige Herausforderungen, doch ebenso viele Chancen für die Digitalisierung.

Es ist nicht mehr zu leugnen, dass das Coronavirus unsere Arbeitswelt verändert. Auch Unternehmen, in denen es vorher noch hieß, dass Home Office keine Option wäre, schicken ihre Mitarbeiter jetzt nach Hause, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren. Plötzlich haben wir das, wofür so viele Arbeitnehmer schon jahrelang kämpfen: Home Office. Abgesehen davon, dass auch dies nicht als „Recht auf Home Office“ bezeichnet werden kann, da auch die derzeitige Situation unerwünschte Folgen hat, bringt uns der Coronavirus in der Digitalisierung gerade einen großen Schritt nach vorne. Doch mit den Veränderungen kommen Probleme.

Home Office, ja, doch das Umfeld stimmt nicht

Statt andere Arbeitsformen nach und nach einzuführen, wurden Arbeitnehmer nun von jetzt auf gleich in eine neue Arbeitsumgebung geworfen. Selbst wenn diese vorher erwünscht war, ist wohl kaum einer auf den Zustand des dauerhaft von Zuhause Arbeitens eingestellt. Es fehlt oft an Hardware oder sogar Platz. Auch die Internetverbindung ist bei vielen nicht auf Video Calls mit den Kollegen ausgelegt. An die neue Realität muss sich erst noch angepasst werden, doch die Umstellungsphase dauert an. Wir geben euch Tipps, wir ihr euch im Home Office bestens einrichtet.

In vier Schritten zur idealen Arbeitsumgebung zuhause

1. Platz schaffen und sich einrichten

Zuallererst muss geklärt werden, wo du arbeitest. Sicher hat nicht jeder den Luxus eines vollständig eingerichteten Arbeitszimmers, doch von der Couch aus zu arbeiten, ist Gift für den Rücken und die Motivation. Besonders wenn das Home Office nicht nur als Ausnahme für einen Tag gestattet wird, sondern jetzt auf unbegrenzte Zeit zum Arbeitsort wird. Da sollte auch zuhause auf das richtige Set-up der Arbeitsumgebung geachtet werden. Die richtige Höhe und Entfernung des Bildschirms sowie ein guter Stuhl gehören dabei auf jeden Fall zu den ersten Dingen, die angepasst werden sollten.

2. Arbeit und Freizeit trennen (der Haushalt muss warten) 

Auch wenn das Zuhause der neue Arbeitsplatz ist: Arbeit und Freizeit sollten getrennt werden. Oft neigen wir im Home Office dazu, deutlich länger zu arbeiten, als wir es sonst tun würden. Auch um Teammitgliedern und Chefs zu beweisen, dass wir nicht auf der faulen Haut liegen. Gleichzeitig warten im eigenen Heim andere Ablenkungen als im Büro. Statt plappernden Kollegen gibt es jetzt Wäsche und Geschirr, die auf Reinigung warten. Außerdem könnte mal wieder staubgewischt oder die Blumen gegossen werden. Das A und O bei der Arbeit im Home Office sind also die strikte Trennung von Arbeit und Freizeit sowie Routinen, die einem helfen, den Arbeitstag zuhause wie einen normalen Arbeitstag zu gliedern. Zum Beispiel sollte das Frühstück nicht vor dem Laptop auf der Couch zu sich genommen werden. Eigentlich sollte der Tag genau so starten, wie er es tun würde, ginge man zur Arbeit. Also Duschen, Anziehen, Frühstücken. Hier können feste Routinen helfen. Einige brauchen besonders die feste Umgebung des Arbeitsplatzes, der auch nur für die Arbeit genutzt werden sollte, andere gehen morgens aus der Tür für einen kleinen Spaziergang, um den Arbeitsweg zu simulieren. Vielleicht wird auch die erste Tasse Kaffee erst getrunken, wenn man ordentlich vor dem PC sitzt und anfängt zu arbeiten.

Was es auch ist, du solltest zusehen, dass du dir eine Routine suchst, die dich in Arbeitsstimmung bringt. Und wenn du angefangen hast, solltest du deine Arbeitszeit auch so behandeln, wie du es im Büro tun würdest. Du hättest die Wäsche normalerweise auch erst abends gewaschen und auch die Blumen hätten den Tag noch ohne Wasser überstanden. Ebenso wie im Büroalltag solltest du feste Pausen und (ganz wichtig) einen festen Feierabend planen. Sonst schleichen sich nämlich nicht nur Freizeitaktivitäten in deine Arbeitszeit, sondern sich deine Arbeit ebenso in deine Freizeit.

2.2 Mehrere Arbeitnehmer in einer Wohnung 

Während man sicher in jeder Wohnung einen Platz findet, an dem es sich gut arbeiten lässt, gestaltet sich dies schwieriger, wenn zwei Arbeitnehmer jetzt im Home Office arbeiten. Sofern es möglich ist, sind hier getrennte Räume eine klare Empfehlung. Das Schöne daran? Man kann sich zur Pause verabreden und zum Beispiel gemeinsam mit dem Partner kochen.

3. Vertrauen schaffen

Viele Arbeitgeber stehen Home Office sonst kritisch gegenüber, oft aufgrund eines fehlenden Vertrauens in die Mitarbeiter. Wer sagt denn, dass diese sich nicht morgens einmal melden und den Rest des Tages fernsehen? Doch jetzt zwingt das Coronavirus viele, ihren Mitarbeitern zu vertrauen und diese von Zuhause aus arbeiten zu lassen. Sicherlich muss hier jeder Regelungen finden, denn diese fallen je nach Arbeit unterschiedlich aus. Es kann helfen, To-Do-Listen in Tools wie Asana oder Trello öffentlich zu machen und so jedem Einblick darüber zu bieten, woran man gerade arbeitet und wie lange man dafür braucht. Das beruhigt den Chef und man selbst hat direkt einen Plan und Überblick für den Tag.

4. Soziale Kontakte und Interaktionen nicht verkümmern lassen

Ein unterschätzter Punkt sind sicher die sozialen Interaktionen mit Kollegen und Kunden, die im Home Office wegfallen. Normalerweise lässt sich das Sozialer-Kontakt-Konto regelmäßig beim Besuch im Büro für wichtige Meetings oder anderen Veranstaltungen des Arbeitgebers wieder auffüllen. Corona lässt dies nicht mehr zu. Die einzige Möglichkeit, die wir sehen, ist es, Kommunikation, die sonst via Chat erfolgen würde, mal auf ein Telefonat oder einen Video Call zu verlegen. Wenn ihr weitere Ideen und Vorschläge habt, schreibt sie uns gerne in die Kommentare.

Es gibt keine allgemeingültige Lösung

Die Arbeit aus dem Home Office bietet sowohl Vor- als auch Nachteile. Je nach Art der Arbeit und Arbeitshaltung des Mitarbeiters wird diese entweder deutlich produktiver oder eben unproduktiver als im Büro. Jede Arbeit ist anders und erfordert verschiedene Dinge. Während einige ihre Aufgaben alleine und zu jeder Tageszeit erledigen können, müssen andere in enger Absprache mit anderen Teammitgliedern stehen. Da die Lage uns derzeit jedoch nichts anderes übrig lässt, muss das Beste aus dem Home Office herausgeholt werden. Und wer weiß, vielleicht bringt uns Corona durch diese Notsituation ein entscheidendes Stück weiter, wenn es darum geht, Arbeitgebern alternative Arbeitsformen schmackhaft zu machen.