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Unternehmenskultur
Arbeitnehmer sind zwiegespalten: So verändert Corona die Unternehmenskultur
© Adrià Tormo

Arbeitnehmer sind zwiegespalten: So verändert Corona die Unternehmenskultur

Michelle Winner | 13.11.20

Die einen freuen sich über den Wandel durch die Coronapandemie, die anderen sind unzufrieden mit dem Vorgehen ihres Arbeitgebers. Woran liegt das?

Die Coronapandemie führte zu vielen Umstellungen in der Arbeitswelt: Home Office ist inzwischen weniger verpönt und Unternehmen setzen vermehrt auf den digitalen Ausbau. Doch nicht alle Arbeitnehmer sehen nur die positiven Seiten des Wandels. Das aktuelle Corona Barometer von Xing zeigt, dass gerade die Unternehmenskultur durch die Pandemie leiden musste.

Entfremdung zum Arbeitgeber durch Home Office

Das Corona Barometer ist eine regelmäßig durchgeführte Umfrage von Xing. Hierbei werden 626 aktive Xing-User aus Deutschland befragt, die zur Kategorie der White Collar Worker gehören. Insgesamt haben knapp 70 Prozent der befragten Xing-User im Home Office gearbeitet oder werden dies demnächst wieder verstärkt tun. Geht es um die Auswirkungen der Heimarbeit, zeichnet sich unter den Befragten ein gemischtes Bild ab: 32 Prozent geben an, dass sie sich seit Beginn der Krise weniger verbunden zu ihrem Arbeitgeber fühlen. Im Gegensatz dazu geben aber auch 22 Prozent an, dass das Band zwischen Arbeitgeber und Angestellten gestärkt worden sei. Gründe für den Unterschied basieren vermutlich darauf, dass Unternehmen unterschiedlich mit der Krise umgehen. Wer souverän und flexibel ist und für seine Mitarbeiter transparent vorgeht, sorgt vermutlich eher für ein Gemeinschaftsgefühl.

Ähnlich unterschiedliche Meinungen gibt es beim Thema Unternehmenskultur, worunter unter anderem die Punkte Führung, strategische Richtung und Umgang miteinander fallen. Ein Drittel der befragten User gibt zu, dass sich die Unternehmenskultur seit Beginn der Coronapandemie etwas oder sehr verschlechtert hat. Gleichzeitig geben auch 31 Prozent an, dass sie sich etwas bis stark verbessert hat. Auch hier liegt der Unterschied vermutlich wieder am Umgang mit der Krise seitens der Arbeitgeber. So erklärt Sabrina Zeplin, Geschäftsführerin bei Xing:

Die Pandemie ist ein Katalysator für Entwicklungen und das wird auch bei der Unternehmenskultur deutlich. Bei einer grundsätzlichen Zufriedenheit und einem guten Krisenmanagement der Unternehmen wird auch das Zugehörigkeitsgefühl gestärkt. Hingegen zeigt sich bei einer bereits latent vorhandenen Unzufriedenheit der Arbeitnehmenden auch der Unmut in Corona-Zeiten viel deutlicher.

Es zeigt sich also, dass der Umgang und die Umsetzung der betrieblichen Coronamaßnahmen entscheidend dafür ist, wie Arbeitnehmer die Krisenzeit wahrnehmen. Wer sich als Arbeitgeber souverän und organisiert zeigt, kann vermutlich die Mitarbeiterzufriedenheit aufrechterhalten. Wer jedoch seine Angestellten in der Luft hängen lässt und durch Unflexibilität und ständige Widersprüche glänzt, der riskiert, dass sich die Unternehmenskultur weiter und weiter verschlechtert. Dadurch kann dem Unternehmen noch mehr Schaden zugefügt werden, als die Coronakrise es ohnehin schon tut.