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Selfimprovement
Arbeitsabläufe mit dem Hemingway-Effekt in neue Strukturen bringen

Arbeitsabläufe mit dem Hemingway-Effekt in neue Strukturen bringen

Hauke Eilers-Buchta | 11.08.22

Der Hemingway-Effekt kann dir dabei helfen, deinen Workflow nachhaltig zu optimieren. Wie das geht und was der berühmte Schriftsteller mit Arbeitsabläufen zu tun hat, erfährst du im Beitrag.

Im Arbeitsalltag türmen sich so manches Mal die anstehenden Aufgaben. E-Mails müssen bearbeitet werden, die Unterlagen für die Vorgesetzten müssen sortiert oder eine Präsentation muss erarbeitet werden. Aber was tun, wenn man vor lauter Arbeit gar nicht mehr weiß, wo man anfangen sollte? Eine Blockade ist dann keine Seltenheit und schon geht die Produktivität gegen null. Es ist aber möglich, etwas gegen eine solche Problematik zu tun. Schon kleine Anpassungen der Arbeitsabläufe können hilfreich sein. Eine mögliche Option ist der sogenannte Hemingway-Effekt.

Schriftsteller Hemingsway ist Namensgeber für die Variante zur Blockadenlösung

Ernest Hemingway, der bekannte Schriftsteller, soll mit eben dieser Methode etwas gegen seine Schreibblockaden getan haben. Die Quintessenz dabei: Mitten im Flow wird die Arbeit unterbrochen. Wenn man also gerade mitten in einem Projekt steckt, sollte man pausieren – und sich dabei genau merken, an welcher Stelle man gerade war. Geht es nach Hemingway, führt dies dazu, dass man nach einer Pause direkt weitermachen kann und zudem ein klares Ziel vor Augen hat. So ist der Hemingway-Effekt zumindest simpel zu erklären.

Zu einem Kollegen soll der Schriftsteller einst gesagt haben, dass man am besten dann aufhöre, wenn es gerade gut läuft und man wisse, wie es nach der Pause weitergehe. Und weiter: Wer dies regelmäßig tue, wird bei der Arbeit nie stecken bleiben.

Sicherlich galt diese Technik bei Hemingway vor allem für Schreibblockaden beim Verfassen seiner Romane. Laut Wissenschaftler:innen kann der Hemingway-Effekt aber auch auf andere Arbeitsbereiche übertragen werden. In einer Studie von Yoshinori Oyama, Emmanuel Manalo und Yoshihide Nakatani aus dem Jahr 2018 wurde der Hemingway-Effekt mit 260 Studierenden analysiert. Mit dem Ergebnis, dass die Motivation zur Erledigung einer Aufgabe größer ist, wenn diese bereits zur Hälfte fertiggestellt wurde. Je näher sich Arbeitende am Ender der (Schreib-)Aufgabe wähnen, desto größer ist die Motivation zur Erledigung er Aufgabe.

Arbeitsblockaden durch den Hemingway-Effekt vermeiden

Es mag anfangs seltsam klingen, gerade dann eine Arbeitspause zu machen, wenn man engagiert dabei ist und die Arbeit gut läuft. Allerdings ist man sich in einer solchen Situation darüber im Klaren, was noch zu tun ist und kennt sein Ziel. Macht man nun eine Pause und kehrt zum Arbeitsplatz zurück, kann man zielorientiert weiterarbeiten und muss sich nicht zwingend ganz neu einfinden.

Außerdem führt der Hemingway-Effekt in einer solchen Situation dazu, dass man sich nicht mit vielen anderen, kleinen Aufgaben befasst. Immerhin muss man nicht erst nach einem neuen Anfang suchen, sondern weiß konkret, was zu tun ist um die Aufgabe komplett zu erledigen.

Diese Vorteile kann der Hemingway-Effekt bieten

Der Hemingway-Effekt kann dabei für Arbeitnehmer:innen und auch für Vorgesetzte direkt mehrere Vorteile bieten. Dazu zählen beispielsweise diese Aspekte:

  • Die Produktivität kann gesteigert werden. Das geschieht, weil man sich nicht in viele andere Aufgaben hineindenken muss und dadurch keine Zeit verliert. Das führt zudem zu mehr Effizienz bei der Arbeit. Zusätzlich wird der Arbeitsaufwand reduziert, sodass man die vorhandene Zeit insgesamt besser nutzen kann.
  • Der Hemingway-Effekt ist weiterhin sehr einfach umsetzbar. Es braucht keine Fortbildung oder ähnliches. Stattdessen kann jede:r Arbeitnehmer:in die Methode ausprobieren und sie in den Arbeitsalltag integrieren.
  • Die Arbeitsergebnisse werden besser. Durch die Neuausrichtung und Fokussierung kann man Fehler reduzieren und somit insgesamt bessere Resultate erzielen.
  • Die Motivation nimmt zu. Durch das klare Ziel vor Augen kann man effektiver und zielgerichteter Arbeiten. Dazu weiß man genau, was für die Erledigung der Aufgabe noch zu tun ist. Dadurch, dass die Aufgabe nicht mehr allzu umfangreich ist, ist man vielfach zusätzlich motivierter, die Aufgabe abzuschließen.

Den Hemingway-Effekt nutzen: Mit diesen Tipps gelingt es leichter

Der Hemingway-Effekt kann sicherlich nicht auf alle Aufgaben im Arbeitsleben angewandt werden, doch auf ziemlich viele sicherlich. Alleine dann, wenn man sich während der Arbeit einen Tee oder Kaffee holt, bietet es sich an, diese kleine Pause zum Ausprobieren zu nutzen. Ebenso eignet sich die Mittagspause dazu.

Allerdings gibt es in diesem Zusammenhang auch einige Tipps, die man berücksichtigen sollte. So sollte man zum Beispiel nicht zu früh eine Arbeitsunterbrechung einlegen. Denn wenn die Aufgabe noch allzu umfangreich ist, ist der Hemingway-Effekt noch nicht allzu gut geeignet. Stattdessen sollte das Arbeitsvolumen (eine konkrete Aufgabe betreffend) schon mindestens zu 50 Prozent erfüllt sein, damit diese Methode optimal geeignet ist.

Ebenso sollte man nicht zu viele Pausen machen. Stattdessen empfiehlt es sich, den Hemingway-Effekt gezielt zu nutzen. Also zum Beispiel dann, wenn die Arbeit bereits zu drei Vierteln erledigt ist. Weiterhin kann es sich lohnen, den Hemingway-Effekt zum Ende des Arbeitstages auszuprobieren. Dann merkt man am nächsten Arbeitstag direkt, ob diese Methode überhaupt in Frage kommt und sich dadurch die Konzentration steigern lässt. Dazu kann es auch ratsam sein, sich eine kleine Notiz zu machen, wie genau es nach der Pause weitergeht. Stichpunkte über den konkreten Fortgang können hilfreich sein und sind sinnvoll, um den Fokus wieder klar auszurichten.

Abschließend sollte man den Hemingway-Effekt nicht nutzen, wenn man gerade nicht weiterkommt oder in einem Tief steckt. Dann hilft die Methode nicht. Stattdessen sollte man pausieren, wenn man gerade ordentlich vorankommt. Zu beachten ist schließlich noch, dass der Effekt laut Studien zwar als Motivations-Boost fungiert, die Auswirkungen auf die Qualität der Arbeit sind jedoch noch nicht erforscht.

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