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Karriere Tipps
Selbstausbeutung bei Berufsanfängern: 5 Tipps, wie man sich davor schützt
© tjump - Unsplash

Selbstausbeutung bei Berufsanfängern: 5 Tipps, wie man sich davor schützt

Birte Lissner | 24.02.20

Heute weiß man, dass auch Berufsanfänger schon ein Burnout-Syndrom entwickeln können. Hier sind 5 Tipps, wie man sich nicht selbst ausbeutet und die eigene Motivation beibehält.

Wer den Begriff „Selbstausbeutung bei Berufsanfängern” hört, mag vielleicht zunächst das Bild der berechnenden Chefin aus dem Film „30 über Nacht” im Kopf haben. Doch es steckt mehr dahinter als schlecht bezahlte Jobs und fiese Vorgesetzte. Was man früher lediglich 50-Jährigen Managern in Führungsposition zugeschrieben hat, betrifft heute schon junge Menschen, die gerade erst Fuß fassen im Berufsleben. Die Rede ist vom sogenannten Burnout-Syndrom, eine mittlerweile weit verbreitete Krankheit. Warum ausgerechnet Berufsanfänger die Symptome von Überlastung entwickeln, ist in erster Linie dem Druck zu zu schreiben, dem viele junge Menschen ausgesetzt sind.

Selbstausbeutung bei Berufsanfängern entsteht meist durch zu hohe Erwartungen

Frisch von der Uni starten die meisten voller Motivation in den neuen Job. Man freut sich auf alle Tätigkeiten und möchte am liebsten alles perfekt machen. Doch der Drang nach Perfektion kann auch unheimlich viel Druck ausüben. Vor allem dann, wenn die geleistete Arbeit keine Anerkennung bekommt. Viele Vorgesetzte gehen mit Lob äußerst sparsam um, sind aber zufrieden mit den Leistungen. Viele Berufsanfänger haben hier falsche Erwartungen und gehen äußerst streng mit sich selbst um. Die anfängliche Motivation schlägt ins Gegenteil um.

5 Tipps, wie du dich zum Berufsbeginn vor Burnout und Co. schützt

Grundsätzlich ist es nichts Negatives, ehrgeizig zu sein, weil man im Team als vollwertige Arbeitskraft angenommen werden möchte. Wichtig ist jedoch, einen gesunden Ehrgeiz zu entwickeln und darauf zu achten, sich durch den eigenen Perfektionsdrang nicht zu viel Druck aufzubauen. Es gibt einige Möglichkeiten, sich als Berufsanfänger gezielt vor Selbstausbeutung und Burnout zu schützen. Die 5 besten Tipps für den Berufsalltag:

  1. Wer neu im Büro ist und sich im Berufsleben erst einfinden muss, sucht in erster Linie nach Anerkennung. Mache ich meine Aufgaben richtig? Bin ich gut, in dem was ich tue? Die meisten Vorgesetzten oder auch Abteilungsleiter gehen jedoch mit Lob überaus sparsam um. Das Problem ist, dass genau das von vielen Berufsanfängern erwartet wird. Kommt nichts, wird das oft als schlechtes Zeichen gewertet und man versucht, das fehlende Lob durch noch mehr Arbeit auszugleichen. Berufsanfänger sollten regelmäßig um persönliches Feedback Gespräche mit den Vorgesetzten bitten. Im Gespräch können Unsicherheiten und Fragen gezielt angesprochen werden. Dadurch erlangt man Sicherheit.
  2. Positiv mit Kritik umgehen, ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Viele Berufsanfänger müssen erst noch lernen, dass Kritik durch den Vorgesetzten nicht den sofortigen Rausschmiss aus der Firma bedeutet. Auch Angestellte, die schon lange im Unternehmen sind, bekommen nicht immer nur positive Rückmeldung. Wichtig ist, dass Feedback gezielt anzunehmen, um daran zu wachsen.
  3. Die ersten Monate beginnen viele Jobeinsteiger motiviert und voller Vorfreude auf anstehende Aufgaben. Doch wie es auch bei Verliebten normal ist: Irgendwann nimmt die rosarote Phase ab und man lernt die ein oder anderen Schwachpunkte kennen. Viele Berufseinsteiger fühlen sich unterfordert. Nicht immer traut man ihnen sofort anspruchsvolle Aufgaben zu. Wer merkt, dass dadurch die eigene Motivation nachlässt, sucht am besten das Gespräch zum Team oder zum Vorgesetzten.
  4. Was zu Beginn des Berufslebens ebenfalls schwer fällt: Auch mal Nein zu sagen. Es gibt auch zu Beginn Grenzen des Machbaren. Wenn du merkst, dass dir ein gewisses Projekt über den Kopf wächst oder du dich vor Aufgaben kaum noch retten kannst, darfst du Kollegen durchaus auch ein „Nein” mitteilen. Dafür wird dir niemand den Kopf abreißen. Viel wichtiger ist es, auf eine höfliche und positive Formulierung zu achten und zu erklären, warum man ablehnen muss.
  5. Auch Berufsanfänger können schon ein Burnout-Syndrom entwickeln. Wer merkt, dass die anfängliche Motivation plötzlich nachlässt und sich der Berufsstart anders entwickelt als vorgestellt, sollte das Gespräch mit anderen Menschen suchen. Das können entweder Kollegen mit dem gleichen Fachbereich oder auch Vertrauenspersonen aus dem nahen Umfeld sein.

Natürlich gestaltet sich der Berufseinstieg je nach Branche unterschiedlich. Doch das eigene Verhalten beeinflusst maßgeblich die Zufriedenheit im Job. Auch später noch im Berufsleben ist es wichtig, mit dem eigenen Körper achtsam umzugehen und gezielt Wege zu finden, dem inneren Druck entgegen zu wirken, zum Beispiel durch Hobbys, die für Ausgeglichenheit sorgen.