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Karriere Tipps
Karriere-Philosophie: 3 Dinge, die du von Friedrich Nietzsche lernen kannst
© Toni Gau

Karriere-Philosophie: 3 Dinge, die du von Friedrich Nietzsche lernen kannst

Toni Gau | 26.02.20

Welche Lehren können wir aus dem Verhalten von einem der extremsten Philosophen aller Zeiten für unsere Karriere ziehen? Wir zeigen dir drei Dinge, die du von Friedrich Nietzsche lernen kannst.

Wenn es um den eigenen Werdegang geht, suchen viele von uns Inspiration und Rat in den Lehren der Philosophie. Die größten Denker aus vergangenen Zeiten werden doch sicherlich brauchbare Hinweise gegeben haben, welche wir auf unsere eigenen Karrieren anwenden können, nicht wahr? Einer dieser Denker war der Philologe, doch postum als Philosoph bekanntgewordene Friedrich Nietzsche. Er gilt als einer der Großen seines Fachs. Nun kann man natürlich infrage stellen, ob Nietzsche denn wirklich der beste Karriereratgeber ist. Sein eigener Werdegang verlief zu Lebzeiten immerhin mittelmäßig. Und das trotz herausragender intellektueller Fähigkeiten. Seine nihilistische Weltanschauung, der nach alles Bestehende sinnlos ist, ist auch nicht sonderlich erheiternd. Ob Nietzsche so nihilistisch war wie angenommen, ist allerdings umstritten. Trotzdem zeigen wir dir drei Karrieretipps, die auf Nietzsches Lehren, Leben und Verhalten basieren.

1. In der Kürze liegt die Würze: Aphorismen

Nietzsche war als Philosoph unter anderem dafür bekannt, dass er häufig auf den Aphorismus zurückgriff. Als Aphorismus werden in sich geschlossene, prägnant-geistreiche Sinnsprüche bezeichnet, die eine Erkenntnis, Erfahrung oder Lebensweisheit vermitteln. Ein Beispiel aus Nietzsches frühem Werk „Menschliches, Allzumenschliches“:

Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen.

Es handelt sich hierbei also um kurze Phrasen, an denen wir uns orientieren können; die Schönheit dieser Aphorismen liegt in der Schlichtheit. Doch inwiefern ist dies denn nun nützlich für die eigene Karriere? Soll man sich nun kleine Sprüche aus magnetischen Buchstaben am Kühlschrank zurechtlegen? Sich Zitate tätowieren lassen? Jeden Tag mit einem neuen Mantra starten?

Nun, das sind natürlich alles durchaus Optionen. Allerdings geht es vielmehr darum, dass wir verinnerlichen sollten, wie mächtig nur wenige Worte sein können und wie sehr sie unser Mindset beeinflussen. Natürlich gibt es dabei ganz basale Sprüche, an denen wir uns orientieren können wie zum Beispiel „Get. Shit. Done.“ oder auch „Think Big“. Ein wohl sehr beliebter Aphorismus, speziell unter Künstlern, ist, das von Neil Gaiman geprägte Zitat: „Make Good Art“. Der Videoproduzent Jake Roper hat diese Formel für sich noch weiter vereinfacht: „Make“.

Such dir den einen Aphorismus, der deine Arbeitsweise, vielleicht auch Lebensweise beschreibt, der sie zusammenfasst und internalisiere ihn. Unser Verstand und dementsprechend unser Mindset ist erstaunlich konsequent, sobald wir ihn auf etwas fixieren. Einen Merkspruch zu haben, welcher die eigene Moral stärkt, einen an schlechten Tagen motivieren oder einfach nur wieder auf Kurs bringen kann, ist etwas, das man nicht unterschätzen sollte.

2. Die Überwindung des eigenen Nihilismus

Je nach Interpretation und Auslegung ist es umstritten, ob Nietzsche tatsächlich Nihilist war oder vielmehr versuchte ihn zu besiegen und den Dingen so wieder einen Sinn zu geben. Wir schließen uns letzterer Annahme an.

Manche Tage startet man demotiviert und manchmal scheint es einem schwierig, den Sinn in den Dingen, die man so treibt, zu finden. Wir alle kennen das. Diese Morgende, an denen wir aufwachen und uns sofort denken, dass wir keine Lust auf den Tag  haben. Momente, an denen man sich fragt, wozu man das alles hier eigentlich tut und irgendwie scheint alles einfach perspektivlos. Mal einen motivationslosen oder einfach nur deprimierten Tag haben, ist  ganz natürlich und in sich auch nicht etwa nihilistisch, sondern einfach bloß menschlich. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich solch ein Blatt nicht wenden ließe – denn oftmals ist dies nichts Zeitweiliges. Vielmehr ergibt sich ein konstatierendes Denkmuster. Wenn man gegen dieses nichts tut, wird man wahrscheinlich einfach nur unglücklich.

Es ist wichtig, den Sinn im eigenen Handeln zu erkennen und sich zu fragen, ob man das Richtige tut. Bist du auf dem Weg zu dem, was du sein möchtest? Frage dich also: Warum tue ich, was ich tue? Ist es für mich das Richtige? Und wenn nicht, dann frage dich, ob du es ändern kannst, um diesen metaphorischen Arbeitsnihilismus zu überwinden. Bist du womöglich in einer anderen Branche besser aufgehoben oder stört dich einfach dein Arbeitsumfeld? Dementsprechende Änderungen erfordern zwar oftmals größere Maßnahmen, doch für das eigene Wohlergehen und die eigene Karriere ist es definitiv sinnvoller, eine Veränderung in Angriff zu nehmen. Und so nicht etwa den eigenen Nihilismus, sondern vielmehr den eigenen Pessimismus zu bekämpfen. Schließlich muss nochmal zwischen etwas alltäglicher Mutlosigkeit und absoluter Sinnlosigkeit unterschieden werden – wenn auch beides oftmals in dieselbe Richtung geht. Denke allerdings sorgfältig nach und evaluiere anständig. Eine schlechte Woche bedeutet nicht, dass man im falschen Beruf arbeitet.

3. Erfinde dein Fach neu

Ein großer Aspekt der Philosophie Nietzsches war die Neuerfindung oder das infrage stellen bestehender Werte, auch der Philosophie selbst. Nietzsche gilt als ein überaus exzentrischer Philosoph. Und zwar insofern, dass sich sein Denken nicht etwa an klassischer Philosophie orientiert. Er versuchte, sein eigenes Fach neu zu erfinden, zu konnotieren und bestehende Werte ad absurdum zu führen.

Was einem das im Endeffekt sagt, lautet ganz einfach: Denke anders. Denke schief, quer und exzentrisch. Im Berufsleben werden wir mit vielerlei bestehenden Werten konfrontiert, bei welchen man erwartet, dass wir diese übernehmen. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese auch sinnvoll sind. Sei also skeptisch und versuche, bestehende Normen zu hinterfragen. Versuche, nach einer eigenen Fasson zu arbeiten, welche deinem Wesen gerecht wird – in einem umsetzbaren Rahmen, versteht sich. Mit dem Strom schwimmen, ist langweilig und liefert keine vielversprechenden Resultate – es sind die Querdenker, welche ihre Ambitionen verwirklichen können. Wie schon Nietzsche selbst sagte:

Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn verleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten als den Andersdenkenden.

Sei du selbst, sei anders

Nietzsche ist eine philosophische Figur, welche oftmals überaus kritisch beäugt wird – und das aus gutem Recht. Viele seiner Ideen waren drastisch und grenzten manchmal ans Extreme. Doch kann man ihm nicht vorwerfen, er sei nicht er selbst gewesen, mit eigenem Verstand und freiem Denken. Genau hierin liegt das Geheimnis zum Erfolg seiner Philosophie. Er hat sich nach niemanden gerichtet und ganz nach seiner eigenen Auffassung philosophiert. Die drei Tipps findest du in einer übersichtlichen Grafik frei zum Download noch einmal hier:

Drei Karrieretipps von Friedrich Nietzsche (mit einem Klick gelangst du zum Vollbild). © Toni Gau, OnlineMarketing.de

Natürlich ist Nietzsche nicht der einzige Philosoph, von dem wir etwas lernen können. Ein weiterer, überaus exzentrischer Kandidat wäre beispielsweise Diogenes.