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Karriere Tipps
5 Patzer in Bewerbungen, die deine Chancen auf den Job zerstören
© Sarah Kilian - Unsplash

5 Patzer in Bewerbungen, die deine Chancen auf den Job zerstören

Michelle Winner | 03.07.20

Fehler passieren, aber in Anschreiben und Lebenslauf können sie fatal sein. Doch mit dem richtigen Bewusstsein für diese kannst du ständigen Absagen entgehen.

Kleine Fehler schleichen sich gern in Bewerbungen ein, doch nicht jeder muss dein Aus im Bewerbungsverfahren bedeuten. Andere Unstimmigkeiten hingegen sind verheerender und gelten bei vielen Personalern als No-Gos. Damit du diese Patzer künftig vermeiden kannst, haben wir die größten für dich zusammengefasst.

Patzer #1: Die 0815-Bewerbung

Wenn du auf der Suche nach einem neuen Job bist, schreibst du vermutlich nicht nur eine Bewerbung, sondern einen ganzen Haufen. Dabei ist es ziemlich verführerisch, bei ähnlichen Stellen die gleiche Formulierung zu nutzen. Schließlich sind deine Worte doch universell einsetzbar, oder? Nicht ganz. Bestimmte Ausführungen in jedem deiner Anschreiben zu nutzen, ist okay. Jedoch sollte jede Bewerbung auch individuell auf die ausgeschriebene Stelle und das Unternehmen angepasst sein. Nimm dafür beispielsweise eine der Anforderungen und erkläre, wieso du diese erfüllst. Ebenso kannst du dich mit der Unternehmenspolitik auseinandersetzen und dich als idealen Kandidaten für das Team vorstellen. Ein austauschbares, nicht individualisiertes Anschreiben hingegen wird wenig Eindruck schinden und vermutlich dein Aus bedeuten.

An dieser Stelle sei ebenfalls darauf hingewiesen, dass auch vorgefertigte Bewerbungsschreiben ein echtes No-Go sind. Bei Google nach „Anschreiben“ suchen und die Vorlage mit all ihren Phrasen und Floskeln zu kopieren, befördert dich schnell ins Aus. Denn du solltest dir eines bewusst machen: Die meisten Personaler kennen die ersten Ergebnisse der Google-Suche und sind keine großen Fans davon.

Patzer #2: Die Flusigkeitsfehler

Fehler passieren – sollten sie jedoch nicht in deiner Bewerbung. Ein Buchstabendreher, eine falsche Endung oder ein wildes Komma stechen vielen Personalern sofort ins Auge und hinterlassen teilweise einen schlechten Eindruck. Dabei haben diese Fehler nicht immer etwas mit Ungenauigkeit oder Flusigkeit zu tun. Irgendwann, nach mehreren Korrekturen, wirst du einfach blind für diese. Genau deshalb ist es so wichtig, deine Unterlagen von jemand anderem gegenchecken zu lassen – egal ob Familienmitglied, Freund oder professioneller Berater.

Gleichzeitig ist jedoch anzumerken, dass inzwischen nicht jeder kleine Fehler im Text deine Chancen auf den neuen Job zerstört. Einige Personaler sind der Auffassung, jemanden wegen eines kleinen Tippfehlers abzuschreiben, sorgt dafür Talente zu verpassen. Die tatsächlichen Fähigkeiten eines Bewerbers sollten ihrer Meinung nach schwerer wiegen. Nichtsdestotrotz gibt es aber auch immer noch massig Stimmen auf der Gegenseite. Gerade in Jobs, bei denen Sorgfalt ganz oben steht, sind Fehler in Anschreiben und Lebenslauf oft ein Ausschlusskriterium.

Patzer #3: Die altbackene Bewerbung

Deine Bewerbungsunterlagen sollten immer aktuell gehalten werden. Heißt, bevor du dich auf einen neuen Job bewirbst, solltest du zunächst deinen Lebenslauf checken. Welche neuen Stationen kamen in den letzten Jahren dazu? Welche Weiterbildungen hast du gemacht? Was ist noch nennenswert? Der Lebenslauf sollte deinen Ist-Zustand widerspiegeln. Zu vergessen deine Bewerbungsdokumente zu aktualisieren, kann dir potenzielle Chancen nehmen, schließlich entgeht dem Personaler dadurch ein Blick auf deine aktuellen Qualifikationen. Achte neben deinen Skills aber auch auf das Formale: Stimmen Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse noch?

Aktuell sollte abgesehen davon aber auch die Aufmachung deiner Bewerbung sein. Anstatt also bei 12pt. Times New Roman klebenzubleiben, entscheide dich für eine andere Schriftart wie Calibri oder Verdana. Schau dir außerdem attraktive Layout-Vorlagen für tabellarische Lebensläufe an – hier ist es in Ordnung, dich auch mal von Google inspirieren zu lassen. Und auch Angaben, die heute nicht mehr zeitgemäß sind, solltest du streichen. Dazu zählen beispielsweise Name und Beruf deiner Eltern.

Patzer #4: Die übertriebene Kreativität

Zugegeben, es ist strittig, wie individuell und kreativ eine Bewerbung sein darf. Während du in der Kreativwirtschaft oder bei jungen, unkonventionellen Unternehmen mit Ideenreichtum punkten kannst, solltest du bei einigen konservativeren Firmen Vorsicht walten lassen. Gleichzeitig führt dies aber auch zu einem Dilemma: Auf der einen Seite wollen Arbeitgeber, dass man aus der Bewerbermasse hervorsticht. Auf der anderen darf es aber nicht zu experimentell sein. Es lässt sich also pauschal kein Tipp geben, wie das perfekte Maß an Kreativität auszusehen hat. Aber ein paar Hinweise, die auf VIELE Unternehmen anwendbar sind, gibt es trotzdem:

  • Bleib als Schriftfarbe bei schwarz, gerade wenn du klassisch auf weißem Grund schreibst
  • Benutze keine Cliparts von Word
  • Kein Comic Sans. Niemals
  • Auch wenn du beim Schreiben auf Storytelling setzt, verzichte darauf einen Roman aus deinem Anschreiben zu machen
  • Die kreativen Elemente dürfen deine eigentlichen Qualifikationen nicht in den Schatten stellen

Patzer #5: Die kleinen Details

Abgesehen von den oben genannten Patzern gibt es noch weitere Fehler, die dir zum Verhängnis werden können. Besonders dann, wenn du an die falsche Person gerätst. Den Namen deines Ansprechpartners falsch zu schreiben, verletzt manche Personaler in ihrem Stolz und deine Chancen schrumpfen sofort. Gleiches gilt teilweise auch, wenn du den falschen Ansprechpartner adressierst. Solltest du dir unsicher sein, kannst du immer telefonisch beim Unternehmen nachhaken.

Und wie sieht es mit Lücken im Lebenslauf aus? Diese kommen schon einmal vor, egal ob durch Auslandsaufenthalte, Arbeitslosigkeit oder berufliche Orientierung. Anstatt diese aber zu verschweigen, stehe zu ihnen und erkläre sie. Die meisten Personaler werden dir keinen Strick daraus drehen, vor allem wenn du mit deinen Qualifikationen überzeugen kannst.

Schlussendlich bleibt zu sagen, dass es kein Rezept für die perfekte Bewerbung gibt. Praktische Hinweise und die Vermeidung von Fehlern, wie den hier aufgezählten, können dir aber dennoch helfen. Achte vor allem darauf, in der Bewerbung nicht zu lügen, deine Fähigkeiten in den Fokus zu stellen und dein Schreiben an den Wunschjob anzupassen.

Luisa Giebel am 07.07.2020 um 14:55 Uhr

Gar nicht so einfach, individuell und trotzdem Formal genug zu bleiben. Danke für die Hinweise!

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